Da Lat

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Die Reise geht weiter!

Nach einem kleinen Sommerpäuschchen sind wir zurück und möchten unsere Reisegeschichten wieder mit euch teilen! Die letzten Monate waren wir damit beschäftigt uns in unseren neuen Jobs und unserer neuen Wohnung einzurichten, da blieb das Schreiben neuer Blogeinträge etwas auf der Strecke. Aber jetzt steht die gemütliche Jahreszeit vor der Tür und damit etwas mehr Zeit zum Schreiben.

Um euch wieder abzuholen, kommt hier eine sehr kurze Zusammenfassung unserer bisherigen Route: Unser Abenteuer begann Ende März 2019 in Bangkok. Von dort aus bereisten wir den Norden Thailands und entdeckten anschließend auch den Süden. Nach zwei Monaten ging es kreuz und quer durch Malaysia, Singapur und auf einen Abstecher nach Borneo. Ende Juli verließen wir Borneo und flogen nach Vietnam. In zwei Monaten reisten wir von Nord- nach Südvietnam. In unserem letzten Beitrag erzählten wir von unserem Aufenthalt im kleinen Hoi An und unserer Weiterreise nach Da Lat. Wie es uns in Da Lat gefallen hat, erfahrt ihr hier!

Bergdorfcharm in Da Lat

Da Lat ist ein Städtchen im Hinterland Vietnams und liegt auf ca. 1500m. Es ist auch bei Vietnamesen ein beliebtes Ferienziel, da die Temperaturen ganzjährig bei angenehmen 15-25°C liegen und die Umgebung einige Highlights wie Wasserfälle und Trekkingrouten zu bieten hat. Das Klima eignet sich perfekt zum Anbau von Obst, Gemüse und Kaffee, weswegen in der Gegend große Plantagen zu finden sind. Vor allem in der Regenzeit regnet es in Da Lat ausgiebig und zum Teil tagelang. Wir hatten „Glück“ und haben tagelangen Dauerregen erwischt. An Ausflüge in die Umgebung war also nicht zu denken. Nichtsdestotrotz hat es uns in Da Lat sehr gut gefallen. Es hat uns sogar so gut gefallen, dass wir noch ein paar Nächte länger als geplant geblieben sind. Dazu waren die Menschen sehr freundlich und die Atmosphäre der Stadt war total entspannt. Man ist das Wetter dort gewöhnt und mit Regencape und Regenschirm ist selbst Rollerfahren bei strömendem Regen kein Problem! Auch die kühleren Temperaturen waren anscheinend für niemanden ein Problem, eher im Gegenteil: die vietnamesischen Touristen schienen sich zu freuen, dass sie endlich ihre dicken Wintermäntel mit Fellkragen, Mützen und Schals auspacken konnten! Das hatte manchmal ein bisschen Bergdorf-Charm. Für uns waren die Temperaturen nach den schwülen und heißen Wochen an der Küste Vietnams ein kleiner Schock, aber nach einer kurzen Eingewöhnung eine willkommene Abwechslung.

Soulfood in Da Lat

Auf unseren Streifzügen durch die Stadt, probierten wir uns durch die kulinarischen Highlights von Da Lat. Denn wie sollte es auch anders sein, die Stadt hatte einiges zu bieten! Neben den unterschiedlichen Spezialitäten entdeckten wir zudem die vielen gemütlichen Cafés der Stadt und verbrachten dort gemütliche Stunden mit dem Schreiben von Blogeinträgen.

Unsere Highlights waren:

Essen des Eintrags

Name:

Bánh Căn

Beschreibung:

Reismehlbällchen gefüllt mit einem Wachtelei, dazu gibt es eine kalte Suppe mit Fleischbällchen und Papayastreifen

Gründe:

Die Entscheidung für das Essen des Beitrags fiel uns nicht leicht, aber diese Reismehlbällchen waren überraschend lecker und mit dem geschmacksintensiven Süppchen ein perfektes Frühstück (die Restaurants hatten nur am Vormittag geöffnet)!

  • Kem Bo: Avocadomus mit Kokosnusseis und gesüßter Kokosmilch. Die Kombi mag etwas komisch erscheinen, aber es ist super cremig und super lecker!
  • Banane im Klebereismantel vom Grill mit Kokossauce: ein Träumchen! Leider kamen wir nur zweimal in den Genuss dieser Köstlichkeit, da der Laden, der das anbot, die restliche Woche geschlossen hatte.
  • Nem Nuong: gegrillte Schweinefleisch-Röllchen, die mit Gemüse, Salat und Kräutern in Reispapier gewickelt werden. Als Dip gibt es dazu Erdnusssauce

Besuch einer Kaffeefarm

Aber eigentlich waren wir nach Da Lat gekommen, um mehr als nur das himmlische Essen zu erleben. Neben einem Ausflug in die Umgebung wollten wir außerdem eine Kaffeefarm besuchen. Da wir ersteres aufgrund des Regenwetters canceln mussten, wollten wir zumindest den Kaffeefarmbesuch machen. Nach ein bisschen Suchen fanden wir eine Tour, bei der wir glücklicherweise sofort am nächsten Vormittag einen Termin bekamen. Mit dem Taxi machten wir uns auf den Weg zur Farm, die etwas außerhalb gelegen war. Das letzte Stück der Strecke war eine Schotter-/Matschpiste mit vielen Schlaglöchern und der Taxifahrer war froh als wir ihm sagten, dass wir die letzten Meter laufen würden. Nach einem kurzen Fußmarsch wurden wir von Dustin empfangen, der seit einem Jahr auf der Farm arbeitet und dort seine Liebe zu Kaffee entdeckt hat. Er begrüßte uns mit den Worten: „Ach ihr kommt aus Deutschland! Das wundert mich nicht, bei diesem Wetter würde niemand anderes auf die Idee kommen, eine Tour bei uns zu buchen!“ Und so hatten wir eine Privattour.

Zuerst bereitete er uns eine Tasse Kaffee zu, natürlich mit frisch gemahlenen Bohnen aus eigener Herstellung und teilte dann sein Wissen mit uns. Er erzählte uns vieles zum Anbau der Kaffeepflanzen, den unterschiedlichen Sorten und zur Verarbeitung der Bohnen bis zur Tasse Kaffee. Er ließ viel Raum für unsere Fragen und es machte Spaß ihm zuzuhören. In einer Regenpause führte er uns über die Farm und auf die Plantage, um uns zu zeigen, wie die Kaffeepflanzen angebaut und wo die Bohnen verarbeitet werden.

Zuletzt haben wir beide eine kleine Charge Kaffeebohnen geröstet und gemahlen, sodass wir uns auf der Weiterreise in unseren Unterkünften eine leckere Tasse Kaffee brühen konnten. Dustin hat uns dann noch etwas in die Geheimnisse der Kaffeezubereitung mit der „Pour over“-Methode eingewiesen. Gar nicht so leicht und nicht einfach nur heißes Wasser über Kaffeepulver gießen. Das Ganze muss nach einem akkurat einzuhaltenden Plan (bestimmte Menge zu bestimmter Zeit) erfolgen! Unser erster Versuch war wohl nicht ganz so überzeugend (sagte Dustin).

Crazy times in Da Lat!

Ein Highlight in Da Lat, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, ist das „Crazy House“. Mittlerweile sind es vier Häuser, die durch Brücken miteinander verbunden und in einem verrückten Stil gestaltet sind. Es erinnert ein bisschen an ein Märchenland. Die Häuser sind im Besitz einer Künstlerin, die den Baubeginn vor 29 Jahren veranlasst hat. Seitdem wird das Crazy House stetig erweitert! Wer möchte kann dort übernachten, denn es handelt sich um ein Hotel!

Auch die „Crazy Bar“ sollte man besuchen. Nachdem wir am Eingang unsere Getränke bekommen hatten, schlenderten wir durch die schmalen, spärlich beleuchteten Gänge der verrückten Bar. Die ganze Bar erinnerte an ein Labyrinth, bei dem man nach ein paar Bier bestimmt den Überblick verlieren könnte. Unterschiedliche Treppen führten immer wieder zu neuen Ebenen, bis wir schließlich auf der Dachterrasse ganz oben ankamen. Wieder unten auf einer der vielen Ebenen suchten wir uns einen Sitzplatz und verbrachten einen gemütlichen Abend!

Unsere erste Nachtbusfahrt auf der Reise

Nach einer Woche in Da Lat machten wir uns mit dem Bus auf den Weg ins Mekong Delta im Süden Vietnams. Für die Fahrt nach Can Tho gab es nur einen Nachtbus. Für viele Reisende ein Traum, für uns eher nicht. Da wir in Bussen kaum schlafen können, kommen wir nach einer Nachtfahrt meist völlig übermüdet früh morgens an einem neuen Ort an und brauchen den neuen Tag zum Schlafnachholen! Dazu ist es nachts auch nicht möglich die Landschaft während der Fahrt zu beobachten! Manchmal lässt es sich aber leider nicht vermeiden und so ging es um 20 Uhr vom Busbahnhof in Da Lat los. Für die 460 km nach Can Tho waren 11 Stunden Fahrt angesetzt. Geplante Ankunftszeit war 7 Uhr am nächsten Morgen. Der Sleeper-Bus war eigentlich ganz bequem, aber der Busfahrer war mal wieder ein kleiner Rennfahrer und war ziemlich schnell und ruckartig unterwegs. Ob das der Grund für unsere verfrühte Ankunft am Busbahnhof von Can Tho war, wissen wir nicht. Statt um 7 Uhr saßen wir dann aber schon um 4 Uhr übermüdet am Busbahnhof und wussten nicht wohin. Was man um 4 Uhr morgens in Can Tho macht, erfahrt ihr im nächsten Beitrag!;)


Unser Fazit zu Da Lat: Trotz der regenreichen Tage, hatten wir eine sehr schöne Zeit und haben das Gemütliche und die kühleren Temperaturen genossen! So blieb uns viel Zeit, die kulinarischen Highlights und die kleinen Cafés zu entdecken. Mit einem Ausflug in die Umgebung hat es leider nicht geklappt, aber auch das lohnt sich sicher! Die Regenzeit ist aber eventuell nicht die beste Reisezeit dafür, wobei man aber mit dem Wetter auch mehr Glück haben kann! Aber auch bei schlechtem Wetter lohnt sich ein Besuch!


Weitere Eindrücke aus Da Lat