Hoi An

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Die Stadt der tausend Laternen

Das kleine Hoi An ist berühmt für seine schöne, gut erhaltene Altstadt und seine unzähligen Schneidergeschäfte. Hier kann man sich maßgeschneiderte Anzüge, Kleider und ähnliches zu günstigen Preisen schneidern lassen (Abholung natürlich am nächsten Tag – die meisten Touristen bleiben nicht allzu lange in der Stadt). Besonders am Abend ist die Stimmung in der Altstadt magisch, da die Straßen im bunten Licht unzähliger Laternen erstrahlen! Wo es schön ist, ist bekanntermaßen auch viel los, weswegen wir unterschiedliche Meinungen zu Hoi An gelesen hatten (von wunderschön bis viel zu überfüllt). Wir waren gespannt, was die nächsten Tage bringen würden!

Ankunft in Hoi An

Nach unserer Ankunft in Hoi An liefen wir zu unserer Unterkunft in der Nähe der Altstadt und luden schnell unsere Sachen ab. Da wir fast am Verhungern waren, begaben wir uns direkt auf den Weg zu Essbarem! In Hoi An soll es mit die besten Sandwiches „Banh Mi“ in Vietnam geben und vor allem drei Läden werden besonders gehyped. Einer davon lag direkt bei uns um die Ecke, weswegen feststand, was wir essen würden. Es war gut was los, aber die Angestellten waren darauf eingestellt und so hatten wir zügig unsere Banh Mis vor uns auf dem Teller! Sie waren auch wirklich sehr lecker, nur mit der Sauce hatten sie es ein bisschen übertrieben. Gestärkt machten wir es uns in einem Cafe gemütlich und planten die nächsten Tage in Hoi An. Das was wir bisher gesehen hatten, gefiel uns ziemlich gut, weswegen wir ein paar Nächte verlängerten.

Die Altstadt am Tag

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg, um die Altstadt zu erkunden. Die kleinen Gassen, die gelben Häuser und die vielen bunten Laternen, die überall hängen, hatten wirklich ihren Charm! In den Hauptstraßen war gut was los, es gab sehr viele Souvenirshops und Bekleidungsläden, aber sobald wir rechts oder links in kleinere Gassen abbogen, wurde es schnell ruhig und entspannt.

Wir beobachteten das Treiben auf dem Central Market, dem Hauptmarkt der Altstadt. Neben frischen Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch gibt es auch hier mittlerweile viele Souvenirstände. Danach besuchten wir das Precious Heritage Art Museum. In dem Museum sind Fotographien eines französischen Fotographen ausgestellt, der sehr viel in Vietnam unterwegs ist, um Dörfer von ethnischen Minderheiten zu besuchen und etwas über deren Leben, Traditionen und Gewänder zu erfahren. Sehr interessante Ausstellung!

Die Besichtigung der Altstadt an sich ist kostenlos, aber es gibt einige Sehenswürdigkeiten wie chinesische Tempel und Versammlungshallen, alte Shophäuser und eine japanische Brücke, für die man Eintritt bezahlen muss. Hierfür kauft man ein Ticket, mit dem man fünf dieser Sehenswürdigkeiten besichtigen kann. So erkundeten wir auch 2 chinesische Versammlungshallen, die sehr an Tempel erinnerten und 3 alte, chinesische Shophäuser, die seit Generationen im Besitz von chinesischen Familien sind. Zum Teil wohnen die Familien sogar noch in diesen Häusern.  

Die Altstadt bei Nacht

Besonders die Abendstimmung in Hoi An war magisch. Die Straßen erstrahlten im Licht der bunten Laternen, wir schlenderten entspannt durch die Altstadt und aßen in kleinen Restaurants zu Abend. Die Temperaturen waren angenehm und nicht mehr so drückend und schwül wie tagsüber. Um uns trotzdem ein bisschen abzukühlen, gönnten wir uns ein Eis und beobachteten das bunte Treiben am Fluss. Man konnte dort in einem von hundert kleinen Booten kurze Bootstouren buchen. Die Boote waren bunt beleuchtet und die Insassen ließen kleine, bunte Laternen zu Wasser. Sehr romantisch! 😀

Leckereien in Hoi An

Wir müssen feststellen, dass wir in den Beiträgen zu Vietnam ziemlich viel von Essen berichten, aber das Essen in Vietnam hat uns einfach umgehauen und total unseren Geschmack getroffen! 😀 Wenn ihr mal in Hoi An sein solltet, müsst ihr unbedingt „Mì Quảng“ probieren.

Essen des Eintrags

Name:

Mì Quảng

Beschreibung:

Nudelgericht mit Fleisch, Shrimps und einer Kurkuma-Brühe, dazu gibt es frische Kräuter, Erdnüsse und einen Krabbenchip

Gründe:

Leckere, würzige Brühe und al dente gegarte Nudeln mit Biss, dazu wie fast immer frische Kräuter und selbstgemachte Chilipaste

Sehr lecker! Beim Probieren unbekannter Gerichte gibt es aber auch ab und zu mal Herausforderungen, wenn das bestellte Gericht dann vor einem steht. Fabi hatte einen Suppenladen entdeckt, wo die Nudelsuppe sehr lecker sein sollte. Wir bestellten direkt zwei Portionen, für jeden eine! Die Brühe und die unterschiedlichen vietnamesischen Würste waren ganz okay, aber die Nudeln gingen gar nicht. Diese hatten eine ganz schleimige, glibberige Konsistenz, sogen sich immer mehr mit Brühe voll und wurden dadurch noch schleimiger…! Nein danke! (Fabi: “So schlecht waren sie nicht! Dazu gab es leckeres Baguette. Ist man die Suppe mit Baguette ist sie auf jeden Fall einen Versuch wert!“)

Kochkurs auf einer Insel

In Hoi An gibt es Kochschulen wie Sand am Meer und wir entschieden uns, hier einen Kochkurs zu besuchen. Wir entschieden uns für eine kleine Kochschule, die sich auf einer Insel in der Nähe der Stadt befand. Wir trafen uns mit unserer Kochlehrerin Mo und gingen zuerst auf den Markt in Hoi An, um einen Teil der Zutaten für unsere Gerichte einzukaufen (die teuren Zutaten hatte sie schon zuvor gekauft, da es am Markt in Begleitung von Touristen teurer ist). Wir waren die Einzigen und hatten somit wieder einen „Privatkurs“. Wir erfuhren viel zu den Zutaten, die entscheidend für vietnamesische Gerichte sind und besorgten fangfrische Shrimps und Fisch, Reisnudeln, Kräuter und exotische Früchte. Danach fuhren wir mit dem Boot zur Kochschule. Mittlerweile ist die Insel auch über eine Brücke mit dem Festland verbunden, davor war das Boot die einzige Möglichkeit, um in die Stadt zu kommen.

In der Kochschule wurden wir freundlich von Mo’s Familie empfangen und nach einem frischen Maracuja-Saft ging es direkt los. Zuerst setzten wir die Pho-Suppe (Hanoi Style) auf, da diese über Stunden köcheln muss. Danach bereiteten wir Sommerrollen mit Shrimps, frischen Kräutern und einem Erdnuss-Dip zu. Dann machten wir Banh Xeo (vietnamesische Pancakes aus Reismehl). Am besten gelingen die Pancakes wenn sie dünn, aber nicht zu dünn sind! Dann werden sie schön knusprig! Wir machten sie mit Shrimps und Schweinefleisch. Zusammen mit Salat und Kräutern wird der Pancake in Reispapier gewickelt und in einen Dip aus Fischsauce getunkt. Als dritten Gang grillten wir den frischen Fisch mit einer Panade aus Zitronengras, Knoblauch, Chili und frischem Kurkuma dazu gab es eine salzig-saure Sauce mit viel Limettensaft! Das schmeckte uns hervorragend! Als letztes gab es ein Schüsselchen der Pho-Suppe, die wir zu Beginn aufgesetzt hatten. Sie schmeckte gut, hätte aber wahrscheinlich noch ein bisschen länger köcheln müssen. Der krönende Abschluss war ein Obstteller mit unterschiedlichen Früchten (Mango, Mangostane und Rambutan)! Danach ging es mit dem Boot zurück in die Stadt und wir ließen den restlichen Tag entspannt ausklingen.

Damit endete unsere Zeit in Hoi An und wir machten uns auf den Weg weiter in den Süden Vietnams! Nächster Stopp: Quy Nhon!


Unser Fazit zu Hoi An: Wo es schön ist, ist meistens auch viel los, trifft auf Hoi An definitiv zu. Trotzdem hat es uns in dem Städtchen wirklich gut gefallen und der Charme hat uns verzaubert! Ein paar Tage kann man hier gut verweilen und entspannt durch die Altstadt schlendern, die kulinarischen Spezialitäten genießen und wenn Bedarf besteht, eine der unzähligen Schneidereien besuchen.