Dong Hoi

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Erste Zugfahrt in Vietnam

Auf unserer ersten Zugfahrt in Vietnam legten wir 400km von Ninh Binh nach Dong Hoi zurück. Die Fahrt war sehr entspannt (es gab sogar eine funktionierende Klimaanlage). An uns zogen unzählige grüne Reisfelder vorbei, als wir in gemächlichem Tempo durch die Landschaft zuckelten. Zur Mittagszeit kam der Speise-Trupp vorbei und servierte den Interessierten ein Mittagsessen bestehend aus Reis und unterschiedlichen Fleischgerichten – sogar auf Porzellantellern. Wir hatten aber unser Lunchpaket dabei, sonst hätten wir das Essen sicher getestet. Das Lunchpaket war auch dringend nötig, wir brauchten immerhin acht Stunden für die 400km, sodass wir erst am Abend in Dong Hoi ankamen.

Wie fast immer bei der Ankunft in einer neuen Stadt fielen zahlreiche Taxifahrer bereits beim Aussteigen aus dem Zug mit den unmöglichsten Preisvorstellungen über uns her! Einer setzte tatsächlich bei 400000 Dong (ca. 15 €) an. Die beste Strategie ist, diese Meute erstmal hinter sich zu lassen und sich draußen in Ruhe zu orientieren. Dort fanden wir einen jungen Taxifahrer, der bei der Preisfrage direkt auf sein Taxameter zeigte. Am Ende bezahlten wir 60000 Dong für die Fahrt zu unserem Hotel (ca. 2,30 €). Nach dem Einchecken aßen wir noch etwas und ließen den Abend entspannt ausklingen.

Geburtstag in Dong Hoi

Der nächste Tag war Sandras Geburtstag. Geplant hatten wir nichts Großes und starteten mit einem Frühstück in einem sehr schönen Cafe in den Tag. Danach schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt. Dong Hoi liegt an der Küste und machte einen ganz ordentlichen Eindruck. Es gab ein paar nette Cafes und Restaurants, aber selbst am Abend war nicht viel los und es wirkte eher verschlafen. Am Abend gingen wir Abendessen und stießen in einer kleinen Bar mit einem Bier auf den Tag an. Das Highlight folgte dann am nächsten Tag!

Höhlentour im Phong Nha Ke Bang Nationalpark

Warum waren wir überhaupt in Dong Hoi? Von der Stadt aus können Touren in den Phong Nha Ke Bang Nationalpark, der sehr viele Höhlen beherbergt, unternommen werden. Man vermutet, dass der Großteil der Höhlensysteme bisher unentdeckt ist. 2009 wurde dort die Son Doong Höhle, die größte Höhle der Welt, entdeckt. Diese kann mittlerweile besichtigt werden, allerdings dauert die Tour fünf Tage und kostet 3000 $ pro Person. Das war uns ein bisschen zu teuer, weswegen wir uns für eine Tagestour in die Paradies Cave entschieden haben ;). Diese Höhle wurde 2005 entdeckt und zählt mit 31km zu den längsten, trockenen Höhlen der Welt. Zwei Ausgänge befinden sich auf vietnamesischer Seite, einer auf laotischer. Der erste Kilometer der Höhle ist für die Öffentlichkeit zugänglich und kann auf Holzstegen besichtigt werden. Eine Gruppe pro Tag darf mit einem Guide noch weitere 6km der Höhle erkunden und wir waren dabei!

Um 7 Uhr wurden wir abgeholt und in den Nationalpark gefahren. Ein bisschen aufgeregt waren wir schon, da wir nicht wirklich wussten was uns erwartete. Wir waren auf alles gefasst: über Felsen klettern, durch schmale Spalten kriechen, durch Flüsse schwimmen …! Am Eingang trafen wir unsere beiden Guides und die drei weiteren Teilnehmer, bekamen unsere Helme und eine Einführung zur Höhle und Tour. Da Trockenzeit war, stand uns kein Bad bevor!

Nach 500 Stufen bergauf standen wir vor dem Eingang der Höhle und es konnte losgehen. Um diese Zeit war kaum etwas los und wir hatten den ersten Kilometer fast für uns allein. Dieser Teil ist ausgeleuchtet, sodass man die atemberaubenden Felsformationen bewundern kann. Einige der Stalagmiten und Stalaktiten sind laut Guide schon 40 Mio Jahre alt!

Am Ende verließen wir den Holzsteg über eine Treppe. Ab sofort war Helmpflicht (zumindest für uns Besucher) und über Sandboden ging es tiefer in die Höhle. Nach der ersten Kurve brauchten wir unsere Stirnlampen, denn es war stockfinster! Gleich zu Beginn mussten wir auf allen Vieren durch einen schmalen Spalt kriechen (das fing ja gut an!), um dann festzustellen, dass unser Guide sich einen Spaß erlaubt hatte und wir einfach rechts um das Hindernis herum hätten gehen können! Die ersten Kilometer waren alles in allem sehr entspannt zu laufen. Er zeigte uns immer wieder tolle Gesteinsformationen und erklärte uns einiges zu deren Entstehung (die Erklärungen waren dieses Mal für alle gut verständlich auf Englisch😉)!

An einer Stelle sollten wir für eine Minute unsere Lampen ausschalten und versuchen ganz ruhig zu sein. Wahnsinn, diese Stille war total faszinierend! Bis auf das leise Tropfen von Wasser und einem knurrenden Magen hörten wir nichts! Das erlebt man heutzutage auch nicht mehr so oft. Wir versuchten dann ein paar Meter ohne Licht zu gehen. Für unsere Guides war das kein Problem. Wir tapsten aber etwas unbeholfen durch die Gegend, mit der Angst gegen Felsen zu laufen!

Bei Kilometer 4 überquerten wir einen kleinen „Fluss“. Während der Regenzeit endet die Tour an dieser Stelle, da die restlichen drei Kilometer dann unter Wasser stehen. Für uns ging es aber weiter! Ab hier wurde die Strecke etwas anspruchsvoller, da es rutschig wurde und wir ein bisschen klettern mussten. Nach einer Weile konnten wir ein Rauschen hören. Wir hatten es geschafft und waren bei Kilometer 7 angekommen! Wir standen auf einem Felsen und blickten auf einen Fluss, der deutlich mehr Wasser als das Flüsschen bei Kilometer 4 führte. Außerdem verläuft die Höhle an dieser Stelle knapp unter der Erde und durch ein Loch fällt Tageslicht herein. Wir fühlten uns ganz klein angesichts der Dimensionen! Der perfekte Ort für eine Mittagspause, denn die Stimmung ist besonders magisch zur Mittagszeit, wenn die Sonnenstrahlen durch das Loch hereinfallen! Wir bekamen ein leckeres Mittagessen aus Tupperdosen serviert und entspannten eine Weile! Danach machten wir uns auf den Rückweg. Am Spätnachmittag waren wir zurück in Dong Hoi und gönnten uns leckere Waffeln in dem schönen Cafe des Vortags.

Nach diesem Abenteuer ließen wir Dong Hoi hinter uns und fuhren am nächsten Morgen mit dem Zug nach Hue.


Unser Fazit zu Dong Hoi: Es war eine richtig coole Erfahrung und wir waren froh, dass wir uns für diese Tour entschieden hatten. Es war aber lange nicht so anstrengend wie wir es uns vorgestellt hatten. Da Dong Hoi neben der Touren aber nicht wirklich etwas zu bieten hat, könnte man auch eine Unterkunft in der Nähe des Nationalparks wählen.


Weitere Eindrücke