Ninh Binh

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Die trockene Halong Bucht

In der Nähe der Stadt Ninh Binh befindet sich eine Gegend, die als die trockene Halong Bucht bezeichnet wird. Auch hier ragen riesige Karstfelsen aus dem Boden, nur sind diese nicht von Wasser umgeben (deswegen auch der Name „trockene Halong Bucht“). Die besten Ausgangspunkte zur Erkundung der Gegend sind die kleinen Dörfchen Tam Coc und Trang An. Neben der beeindruckenden Landschaft können in der Umgebung auch einige Tempel, Pagoden und Aussichtspunkte besucht werden.

Ankunft in Tam Coc

Wir verließen Cat Ba am frühen Vormittag und gingen davon aus, dass unser Bus nur in die Stadt Ninh Binh fahren würde. Für die ersten Tage hatten wir einen Bungalow in Tam Coc gebucht, weswegen wir von Ninh Binh mit dem Taxi zur Unterkunft hätten fahren müssen. Das wäre auch okay gewesen, hätte aber zusätzliche Kosten verursacht. Zu unserer großen Überraschung hielt der Bus aber nicht in Ninh Binh sondern mitten in Tam Coc und wir mussten nur ein paar Minuten zu unserer Unterkunft laufen.

Die Unterkunft war super schön und ganz idyllisch gelegenen, etwas außerhalb des Zentrums, aber dafür in einem schönen Garten mit tollem Blick auf grüne Reisfelder und Felsformationen. Einziger Wermutstropfen: die kleine Terrasse des Bungalows konnten wir kaum benutzen, da hier den ganzen Tag die Sonne draufknallte und es unfassbar heiß war!

Den restlichen Tag nach unserer Ankunft in Tam Coc verbrachten wir ganz entspannt, erkundeten das Örtchen ein bisschen und überlegten welche Sehenswürdigkeiten wir besichtigen wollten. Am Abend entdeckten wir einen kleinen Banh Mi Laden, der von zwei ganz lieben Mädels geführt wurde und aßen dort mit die besten Banh Mi unserer Reise.

Essen des Eintrags

Name:

Bánh Mì mit Tofu und Erdnussbutter

Beschreibung:

Vietnamesisches Sandwich mit mariniertem Tofu, Erdnussbutter, Salat, Gurke, Karotte, Papaya und frischem Koriander

Gründe:

Moderne Interpretation des klassischen Bánh Mì, Kombination von Tofu und Erdnussbutter ist der Kracher, frisch, würzig und leicht scharf

Bewertung:

Schärfe:

Wo:

Banh Mi Hanoi

Mit dem Fahrrad zur Bich Dong Pagode

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich in der Unterkunft mit Blick auf Reisfelder. Danach liehen wir bei der Unterkunft zwei Fahrräder und radelten los. In der Umgebung von Tam Coc bieten sich Fahrräder an, denn einige der Sehenswürdigkeiten sind gut mit dem Fahrrad zu erreichen und man fährt fast ohne anderen Verkehr zwischen Reisfeldern und Karstfelsen entlang. Unsere erste Station war die Bich Dong Pagode, ein buddhistischer Tempel, der in einen Felsen gebaut wurde. Hinter dem Tempel kletterten wir durch eine Höhle noch etwas höher und hatten von dort einen netten Blick auf die Landschaft. Dort saßen wir eine Weile im Schatten, bevor wir wieder nach unten stiegen.

Das versteckte Tal

Danach suchten wir den Weg zu einem „versteckten Tal“, das direkt neben der Bich Dong Pagode sein sollte, von dem wir im Reiseführer gelesen hatten. Auf gut Glück gingen wir einen Weg entlang und tatsächlich, kurz darauf führte eine Treppe erst hinauf und dann hinab in ein Tal. Das war ganz idyllisch und eingeschlossen von hohen Karstfelsen. In der Mitte befand sich ein kleiner Teich, umgeben von Feldern und Palmen.

Unten wurden wir von einem etwas mürrisch dreinblickenden Vietnamesen empfangen, der uns eine Tour durch eine Höhle anbot, von der wir schon im Reiseführer gelesen hatten. Nachdem wir ihm etwas Geld gaben, schloss er das Tor auf und führte uns in die stockdunkle Höhle. Dass er kein Englisch sprach, bestätigte sich sofort. Denn als wir in der Höhle waren, legte der zuvor so stille Typ richtig los und erklärte uns ganz enthusiastisch die unterschiedlichen Gesteinsformationen – in fließendem Vietnamesisch! Zumindest gehen wir davon aus, dass er das erklärt hat, denn er versuchte seinen Worten noch mehr Ausdruck zu verleihen, indem er wild mit seiner Taschenlampe herumfuchtelte. Ziemlich witzig! Nachdem wir die Kühle der Höhle genossen und alles darin gesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg zu unseren Rädern. Mit denen ging es zurück nach Tam Coc, wo wir uns ein Mittagessen im Banh Mi Laden unseres Vertrauens gönnten. Mit vollem Bauch und der brennenden Sonne im Nacken mussten wir nach dem Essen erst ein bisschen in unserem Zimmer abkühlen.

Hang Mua Viewpoint

Nachdem wir uns erholt hatten, fuhren wir am Nachmittag mit den Fahrrädern querfeldein entlang der grünen Reisfelder zum Parkplatz des Hang Mua Aussichtspunkts (die pfeifenden Herren entlang der Zufahrtsstraße, die einen auf ihre kostenpflichtigen Parkplätze locken wollen, kann man getrost ignorieren, direkt am Eingang gibt es ausreichend Parkplätze zu einem günstigeren Preis). Dort angekommen, stiegen wir die 500 Stufen zum Aussichtspunkt hinauf, wo wir schweißgebadet ankamen. Es war wahnsinnig heiß, da die Steinstufen von der Sonne total aufgeheizt waren, und ganz schön voll. Ist wohl ein beliebter Platz für den Sonnenuntergang. Das war aber auch verständlich, denn die Aussicht war der Knaller! Auf der einen Seite blickte man auf Felsformationen, zwischen denen sich ein Fluss entlang schlängelte und auf der anderen Seite waren grüne Reisfelder und die Stadt Ninh Binh im Hintergrund. Auf dem Gipfel liegt eine große Drachenfigur auf mehreren Felsspitzen und gibt ein tolles Bild ab. Ganz Waghalsige kletterten sogar zwischen den Windungen des Drachen entlang, um noch bessere Bilder vom Sonnenuntergang zu bekommen.

Den Sonnenuntergang haben wir vom zweiten Aussichtspunkt beobachtet, da es dort deutlich ruhiger war. Nachdem die Sonne untergangen war und wir noch ein bisschen die Lichter der Stadt beobachtet hatten, machten wir uns an den Rückweg. Der erste Teil des Weges – die Stufen nach unten – war zu dieser Zeit deutlich angenehmer und wir waren im nu unten angekommen. Der zweite Teil – die Fahrt mit dem Fahrrad zur Unterkunft – gestaltete sich jedoch spannender, da wir kein Licht hatten (Standard in Südostasien). Nach einer halben Stunde Fahrt kamen wir aber glücklicherweise unversehrt bei unserer Unterkunft an, wo wir den Abend entspannt ausklingen ließen.

Faulenzen muss auch mal sein

Für den nächsten Tag hatten wir nicht viel geplant, sondern gingen den Tag ganz entspannt an. Nach dem Frühstück kümmerten wir uns ein wenig um die Weiterreise und arbeiteten weiter am Blog. Eine Mittagspause legten wir im Banh Mi Laden ein. Danach flüchteten wir aber wieder in unser kühles Zimmer und verließen dieses nur noch zum Abendessen.

Ab vom Schuss in Trang An

Am nächsten Morgen verließen wir Tam Coc, denn wir hatten zwei weitere Nächte in einer kleinen Unterkunft in Trang An gebucht. Die war ziemlich ab vom Schuss und lag am Ende einer sehr holprigen Schotterpiste. Unser Taxifahrer wirkte während der Fahrt etwas unglücklich, ist aber trotzdem mit ordentlich Geschwindigkeit durch die Schlaglöcher gebrettert. Dort angekommen bezogen wir unser riesiges Zimmer mit einem riesigen Bett (Platz für mind. 5 Personen) und einem Baum in der Ecke. Hier genossen wir die Stille, den Ausblick und am Abend ließen wir uns die frisch gekochte Mahlzeit in der Unterkunft schmecken.

Bootstour durch die Karstfelsen

In Trang An starten Bootstouren auf dem Fluss, der sich durch die Karstfelsen schlängelt. Am besten startet man am Morgen, dann ist es noch nicht ganz so heiß und voll (denn es kann sehr sehr voll werden). Deswegen machten wir uns nach dem Frühstück mit Fahrrädern von der Unterkunft auf den Weg zum Bootsanleger, entschieden uns für eine der drei Routen (die Höhlentour) und saßen kurz darauf schon im Boot mit einem Engländer und unserem Steuermann.

Zu Beginn waren sehr viele Boote um uns herum, aber nach und nach hängten wir die Reisegruppen ab und waren alleine unterwegs. Wir genossen die Stille und bewunderten die tolle Landschaft, die an uns vorbeizog. Da wir die Höhlentour gewählt hatten, durchquerten wir einige zum Teil sehr niedrige und verwinkelte Höhlen, aber unser Steuermann meisterte diese Aufgabe bravourös! Zudem hielten wir an ein paar Tempeln, die aber nicht weiter erwähnenswert sind.

Nach drei Stunden Bootstour waren wir aber froh wieder zum Anleger zurückzukehren, denn die Sonne brannte erbarmungslos und Schatten gab es nur in den Höhlen. Da wir uns nach einem klimatisierten Raum und Schatten sehnten fuhren wir nach der Bootstour zurück zu unserer Unterkunft.

Historische Hauptstadt Hoa Lu

Nach etwas Abkühlung in unserem Zimmer machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zur historischen Hauptstadt Hoa Lu. Im 10. und 11. Jahrhundert war Hoa Lu die Hauptstadt Vietnams. Heute ist bis auf ein paar Ruinen und Tempel nicht mehr viel übrig. Das war ganz nett anzusehen, nach einer halben Stunde waren wir aber auch durch und sind wieder zurückgefahren. Den Abend ließen wir entspannt ausklingen und packten unsere Rucksäcke. Am nächsten Vormittag verließen wir Trang An und machten uns auf den Weg nach Dong Hoi. Unsere erste Zugfahrt in Vietnam stand an!


Unser Fazit zu Ninh Binh: Die Gegend bei Ninh Binh ist echt schön und sehr sehenswert! Alles geht dort, im Vergleich zu Hanoi oder dem touristischen Cat Ba, gefühlt einen Gang langsamer und man kann vieles entspannt mit dem Rad erkunden. Wer, wie wir, im Sommer nach Ninh Binh kommt, sollte vielleicht eine Unterkunft mit Pool buchen, da es sehr heiß und schwül war! So eine kleine Erfrischung nach dem Sightseeing hätte sicher gut getan! Aber egal wie warm es ist, mit dem Fahrrad zwischen den Reisfeldern und Felsentürmen entlang zu fahren und auf einen dieser Türme zu steigen, sollte man nicht verpassen!;)


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