Cat Ba

-


Cat Ba ist eine Insel in der Lan Ha Bucht, eine Nachbarbucht der durch ihre Felsformationen berühmten Halong Bucht. Wie viele andere auch, wollten wir unbedingt eine Bootstour, am liebsten mit Übernachtung auf dem Schiff in der Bucht, machen. Bei unserer Recherche zur Halong Bucht hatten wir jedoch gelesen, dass man durch die vielen Schiffe, die täglich in die Halong Bucht fahren, keine Ruhe hat und es viele schlechte, nicht-lizenzierte Touranbieter gibt. Um die Massen etwas zu umgehen, hatten wir uns deshalb für einen Anbieter aus Cat Ba entschieden. Bei der von uns gewählten Zweitagestour ging es von Cat Ba aus auf einen kleinen Abstecher in die Halong Bucht und danach in die deutlich ruhigere Lan Ha Bucht, die aber genau so schön ist!

Ankunft in Cat Ba Town

Am Tag vor unserer Mini-Kreuzfahrt kamen wir aus dem verregneten Hanoi mit Bus und Fähre an einem Anleger auf der Insel Cat Ba an und fuhren mit einem weiteren Bus nach Cat Ba Town, den Hauptort der Insel. Hier befinden sich die meisten Restaurants und Unterkünfte und auch das Büro des Touranbieters unserer Wahl. Schön ist der Ort nicht, die meisten Häuser waren ziemlich heruntergekommen und der Standard der Unterkünfte war eher niedrig – zum Glück wollten wir sowieso nicht lange bleiben. Auch das Wetter machte an diesem Tag nicht mit und es regnete immer wieder in Strömen. So auch am Abend als wir auf Essenssuche gingen. Immerhin fanden wir ein nettes, kleines Restaurant, das ganz gutes Essen anbot!

Umzug aufs Boot

Nach dem Auschecken am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Büro des Touranbieters. Auch an diesem Morgen zeigte sich das Wetter noch nicht von seiner besten Seite, es war noch sehr grau, aber immerhin regnete es nicht mehr. Nach und nach trudelten dort ganz schön viele Leute ein und wir waren ein bisschen überrascht, da pro Boot maximal 12 Personen versprochen wurden. Eine erste große Gruppe wurde zur uns genannten Start Zeit in Minivans verfrachtet, aber wir saßen mit ein paar anderen noch eine Weile im Büro – Hatte man uns vergessen? Eigentlich nicht möglich, da wir mitten im Büro saßen! Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es dann aber auch für uns los und wir wurden zum Hafen gebracht.

Mit sechs weiteren Leuten bestiegen wir ein kleineres Tagesausflugsboot. In unserer Gruppe waren zwei Franzosen, Mutter und Sohn aus Australien und ein deutsches Pärchen. Den ersten Tag verbrachten wir auf dem Tagesausflugsboot, bevor wir gegen Abend das größere Boot bezogen, auf dem wir auch die Nacht verbringen sollten.

Die Fahrt kann beginnen

Und dann ging die Fahrt los! Langsam zogen die riesigen Karststeinfelsen, die einfach aus dem Wasser ragten an uns vorbei. Da das Material sehr fruchtbar ist, sind die Felsen dicht bewachsen. Neben diesen Riesen kamen wir uns ganz klein vor. Die erste Zeit lagen wir einfach nur in Liegestühlen an Deck und bestaunten die Landschaft. Langsam klarte auch der Himmel auf und das Wetter wurde immer besser! Wir hatten einen Guide mit an Bord, der auch ganz nett war, aber sich kaum zeigte. Wir sahen ihn eigentlich nur, wenn er den nächsten Programmpunkt ankündigte.

Wir machten einen ersten Stopp in der Nähe eines kleinen Strandes, zu dem wir schwimmen konnten. Das Wasser war angenehm erfrischend und klar. Leider war aber doch ganz schön viel Plastikmüll im Wasser. Nachdem wir eine halbe bis Dreiviertelstunde im Wasser, am Strand oder mit vom-Boot-springen verbracht hatten, stand schon der nächste Programmpunkt an. Es gab Mittagessen. Das war sehr lecker und die Portion war sehr groß. Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, schipperten wir weiter.

Kajaktour Nr. 1

Nach einer kurzen Fahrt stoppten wir an einem Kajakverleih. Hier war ganz schön viel Betrieb, die meisten Gruppen kehrten aber zum Glück schon von ihren Kajaktouren zurück. Wir paddelten los und durchquerten ein paar Höhlen, die zu versteckten „Lagunen“ führten (wie Seen, komplett umschlossen von hohen Felswänden und die meisten sind nur bei Ebbe erreichbar). Hier herrschte eine ganz ruhige und friedliche Stimmung! Nach 1,5 Stunden kehrten wir zurück zum Kajakverleih und fuhren mit dem Tagesausflugsboot auf einer uns schon bekannten Strecke zum Liegeplatz unseres Bootes für die Nacht. Dieses lag von Karstfelsen umgeben vor Anker.

Zimmer mit Wahnsinnsausblick

Nachdem wir mit unserem Gepäck auf das neue Boot gewechselt hatten, bezogen wir unser tolles Zimmer mit riesigem Fenster und Bett direkt am Fenster! Der Blick aus dem Bett auf die Felsformationen war echt genial! Die Zeit bis zum Abendessen war zur freien Verfügung. Wir nutzten die Chance, um vom Deck des Bootes ins Wasser zu springen und ein bisschen zu schwimmen. Um 19 Uhr versammelten wir uns alle zum Abendessen und ließen es uns schmecken! Nach dem Essen verzogen sich unsere Mitfahrer leider recht schnell in ihren Zimmern. Wir gönnten uns aber noch ein Getränk und genossen die Ruhe an Deck sowie den Sternenhimmel über uns.

Aufwachen mit Ausblick

Das Aufwachen am nächsten Morgen fiel mit dem Ausblick überhaupt nicht schwer. Die Felsformationen, die von der Morgensonne angestrahlt wurden, hätten eigentlich schon gereicht, aber zusätzlich spannte sich noch ein Regenbogen quer über die Bucht. Schöner hätte es kaum sein können!

Um 8 Uhr gab es Frühstück, das leider etwas dürftig ausfiel. Danach ging die Fahrt weiter und unser neuer Guide (mit dem Boot hatte am Vorabend auch der Guide gewechselt) erzählte uns viel zur Entstehung der Bucht und zum Leben der Menschen in den schwimmenden Fischerdörfern. Von diesen sahen wir einige in der Lan Ha Bucht. Im größten schwimmenden Dorf leben sogar 1800 Menschen (Zahl steigend!). Früher waren diese Menschen Nomaden und lebten vom Fischfang. Mittlerweile sind sie sesshaft geworden, leben auf schwimmenden Inseln und betreiben Fisch- und Meeresfrüchtezucht. Die Produkte verkaufen sie auf den Märkten auf Cat Ba. Dadurch konnten sie ihren Lebensstandard etwas steigern.

Kajaktour Nr. 2

Nach einiger Zeit hielten wir in einer ruhigen Bucht und stiegen in die Kajaks, die dieses Mal von unserem Boot mitgebracht wurden. Wir entdeckten weitere versteckte Lagunen. Die meisten dieser Lagunen kann man nur während Ebbe erreichen, da sie zur Flut komplett abgeschlossen sind. Unser Guide kannte sich zum Glück gut aus und wusste, wo wir reinfahren können. In einer der Lagunen tobte eine Horde Affen, die sich wohl etwas gestört fühlten und ihr Revier lautstark verteidigten. Zurück an Bord fuhren wir zu einer anderen Stelle, an der wir ein letztes Mal baden gehen konnten.

Rückkehr zum Hafen

Nach dem Baden wurde uns ein letztes, leckeres Mittagessen serviert. Danach hieß es leider „Heimweg antreten“ und es ging zurück in Richtung Hafen. Wir entspannten die restliche Zeit an Deck und kehrten gegen 15 Uhr zurück nach Cat Ba. Dort checkten wir in ein neues, modernes Hostel, dass wir zufällig entdeckt hatten, ein und verbrachten noch einen entspannten Tag.

Ausflug in den Cat Ba Nationalpark

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits um 6:30, denn wir wollten mit dem öffentlichen Bus in den Cat Ba Nationalpark fahren um dort zu trekken. Gegen 7:30 kam der Bus (die Abfahrtszeit ist etwas variabel) und eine Stunde später standen wir vor den Toren des Parks. Wir waren mit die ersten auf dem Trek durch den Dschungel zu einem Aussichtspunkt und trotz der frühen Uhrzeit war es schon sehr heiß und schwül! Schweißgebadet kamen wir nach 40 Minuten kontinuierlichem Aufstieg endlich am Aussichtspunkt an. Hier entspannten wir auf dem schattenspendenden Aussichtsturm, ließen unseren Schweiß durch das angenehme Lüftchen trocknen und genossen die Aussicht auf die grünen Hügel.

Vom Aussichtsturm stiegen wir in noch einmal zehn Minuten auf den eigentlichen Gipfel, wo man noch eine etwas bessere Rundumsicht hatte. Allerdings gab es dort überhaupt keinen Schatten und die Sonne brannte nur so herab, weswegen wir nach ein paar Fotos schnell wieder zum Aussichtsturm in den Schatten flüchteten. Da der Bus zurück in die Stadt erst gegen 13 Uhr fuhr, saßen wir noch eine gefühlte Ewigkeit dort im Schatten und beobachteten das Treiben, denn nach und nach kamen immer mehr Leute. Irgendwann machten wir uns an den Abstieg, der deutlich angenehmer und einfacher zu laufen war.

Zurück am Eingang mussten wir dann noch eine Weile warten, aber zum Glück kam der Bus schon etwas früher als erwartet. In der Stadt angekommen, gönnten wir uns eine Dusche und ein leckeres Essen. Danach stand entspannen und abkühlen im Hostelzimmer auf dem Programm. Die Hitze in Vietnam war schon ganz schön krass! Den Abend ließen wir auf einem Aussichtspunkt mitten in Cat Ba Town zum Sonnenuntergang und bei einem Abendessen entspannt ausklingen. Nach dem Essen mussten wir wieder unsere Rucksäcke packen, denn am nächsten Morgen ging es weiter nach Ninh Binh bzw. genauer gesagt nach Tam Coc.


Unser Fazit zu Cat Ba: Unser Trip nach Cat Ba hat sich wirklich gelohnt! Die Bootstour durch die beeindruckende Karstfelsenlandschaft der Lan Ha Bucht war ein absolutes Highlight, obwohl wir mit dem Touranbieter und dem Ablauf der Tour nicht ganz zufrieden waren! Auf einem Boot vor so einer Kulisse einzuschlafen und aufzuwachen ist schon etwas ganz Besonderes! Abgesehen von der Bootstour und einem Ausflug in den Dschungel von Cat Ba hat die Insel nicht wirklich viel zu bieten, sodass man dort nicht länger als nötig bleiben muss.


Weitere Eindrücke