Sapa

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Für unseren Abstecher in den Norden Vietnams nach Sapa ging es früh am Morgen los, genauer gesagt um 06:30. Die 5-stündige Fahrt durch die Berge Nordvietnams war ziemlich entspannt, denn der Fahrer fuhr für asiatische Verhältnisse sehr verhalten. Vor allem gegen Ende als der Bus sich langsam in Serpentinen den Berg hinaufarbeitete, hatten wir einen fantastischen Blick auf das Bergpanorama und die grünen Hänge! Hier in den Bergen wird viel Reis auf terrassenförmigen Feldern angebaut und diese erstrahlen im Juli in knallgrün!

Sapa – ein kleines Bergdorf?

Sapa war sicherlich mal ein kleines, entspanntes Bergdorf. Mittlerweile ist es das aber nicht mehr! Durch die kühleren Temperaturen ist Sapa sowohl bei ausländischen wie auch bei einheimischen Touristen beliebt. So war es nur eine Frage der Zeit bis der Bergdorf-Charm verloren geht. Aktuell hat der Tourismus Sapa fest in der Hand und fast das ganze Städtchen ist eine Baustelle. Überall entstehen neue Hotels und Restaurants und auch die Straßen werden ausgebaut. Die meisten Besucher, die nach Sapa kommen, unternehmen eine Trekking-Tour mit Übernachtung in einem der vielen kleinen Bergdörfer, in denen Familien unterschiedlicher, ethnischer Minderheiten leben. Aus diesem Grund wurden wir unzählige Male von Frauen in traditionellen Gewändern angesprochen, ob wir denn nicht am nächsten Tag mit ihnen in ihr Dorf wandern wollen.

Schönstes Bergpanorama

Nach der Ankunft in Sapa, und einem Upgrade aus dem Keller in den ersten Stock, konnten wir direkt unser Hotelzimmer beziehen, das sehr schön war, keinen Ausblick auf die Berge bot, aber immerhin ein Fenster hatte. Der Frühstücksbereich des Hotels hatte aber glücklicherweise eine wahnsinnig tolle Aussicht auf das Bergpanorama, sodass wir diese während dem Frühstück genießen konnten!

Leider hatte Fabi sich ziemlich erkältet, weswegen für uns eine Trekking-Tour nicht in Frage kam. So stand nach der Ankunft ausruhen und am Nachmittag ein bisschen Sapa erkunden auf dem Plan. Der Ort war wirklich nicht schön, aber die Kulisse war ein Traum! Zudem hatten wir viel Glück mit dem Wetter und erkundeten bei schönstem Sonnenschein das Zentrum. Es war eigentlich Monsunzeit und während dieser Zeit muss man mit viel Regen, Gewitter und tiefhängenden Wolkendecken rechnen.

Von Sapa hat man einen guten Blick auf den Fansipan, den höchsten Berg Vietnams (3143m). Der Gipfel kann mittlerweile über eine Seilbahn erreicht werden oder alternativ über einen mehrtägigen Trek. Ganz häufig verschwindet der Gipfel in den Wolken, weswegen wir sehr lange überlegten, ob wir die knapp 30 € pro Person für die Seilbahnfahrt investieren sollten oder nicht.

Ausflug auf den Fansipan

Zu unserem 6-jährigen Jahrestag entschieden wir uns schließlich dazu, uns die Fahrt zu gönnen und hofften auf das Beste. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Bergbahnstation. Von dort fuhren wir einige Minuten mit der Bergbahn zur Seilbahn. Dort angekommen mussten wir das Gebäude verlassen und einen riesigen Umweg durch „romantische“ Blumengärten und Souvenirshops gehen, um auf der anderen Seite das soeben verlassene Gebäude wieder zu betreten (denn die Ankunftshalle der Bergbahn und die Seilbahnstation befinden sich im selben Gebäude)! Alles schien wieder ganz auf den asiatischen Geschmack ausgerichtet. In dem Moment stellten wir uns auf das Schlimmste ein!

Doch schon beim Einsteigen in die 30-Personen-Gondel hatten wir Glück – wir hatten sie für uns alleine! So schwebten wir langsam über grüne Reisterrassen und genossen den Ausblick auf das Bergpanorama. Dabei dachten wir dann schon wieder etwas positiver, dass das vielleicht doch noch ganz cool werden könnte! Auf dem Gipfel angekommen war es noch recht nebelig, aber das änderte sich dort oben im Minutentakt. Außerdem fand als wir ankamen eine Tanzaufführung statt, die wir uns ansahen. Die Kostüme und die Musik passten einfach perfekt zu dieser Kulisse und durch die Nebelschwaden wirkte es ganz mystisch. Genau in dem Moment als die Tänzer ihre Kostüme wechselten und ganz in weiß weitertanzten, kam die Sonne hervor. Perfektes Timing würden wir sagen!

Nach der Show schlenderten wir mit einem breiten Grinsen über das Gelände. Die letzten „Meter“ von der Bahnstation zum Gipfelkreuz legten wir zu Fuß zurück (ca. 700 Stufen). Die Aussicht wurde mit der Zeit immer besser und wir konnten unser Glück kaum fassen! Es war einfach der Knaller!

Langsam gingen wir den Weg entlang. Auf 3000m ist die Luft schon etwas dünner und das merkten wir auch. Was aber gar nicht so schlimm war, so legten wir einfach ein paar mehr Pausen ein, um den Blick über die Berge und Täler vor uns schweifen zu lassen!

Nach ca. vier Stunden saßen wir auf dem Weg ins Tal wieder alleine in der Gondel und waren einfach nur sehr glücklich, dass wir uns das gegönnt hatten! Das Wetter hätte nicht besser sein können und es hatte sich sowas von gelohnt! Wir gingen zurück zu unserem Hotel und ruhten uns ein bisschen aus. Kurz nach unserer Ankunft im Hotel fing es an wie aus Kübeln zu schütten. Als wir zum Abendessen losgingen, hatte es zum Glück wieder aufgehört. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Regenreicher Tag in Hanoi

Am nächsten Morgen packten wir nach dem Frühstück unsere Rucksäcke, denn für uns ging es zurück nach Hanoi. Dort verbrachten wir noch zwei Nächte, bevor wir weiter auf die Insel Cat Ba fuhren. Der Bus nach Hanoi startete leider erst am Nachmittag und die Fahrt zog sich zudem recht lange, sodass wir erst spät abends in Hanoi ankamen. Zu unserem Zimmer waren es zum Glück zu Fuß nur ein paar Minuten. Nachdem wir unsere Sachen in unserem Zimmer abgelegt hatten, besorgten wir uns noch etwas zu Essen und fielen danach mit vollem Bauch ins Bett.

Nachdem wir uns ausgeschlafen hatten, mussten wir feststellen, dass es ziemlich stark regnete. Der Regen sollte für den Tag auch nicht mehr aufhören! Das waren wohl die Ausläufer eines Tropensturms. Eigentlich wollten wir unser Zimmer nicht verlassen. Irgendwann mussten wir aber doch etwas essen, weshalb wir unsere Regenjacken und Flipflops anzogen und losmarschierten. Nachdem unser angepeiltes Ziel geschlossen hatte, setzten wir uns unter die Markise eines Straßencafes. Dort ließen wir uns die Banh Mi schmeckten und beobachteten belustigt das Treiben auf der Straße. Es war zwar deutlich weniger los als sonst, aber trotzdem waren einige Rollerfahrer unterwegs. Die Vietnamesen scheinen da hart im Nehmen zu sein, mit Regencape oder Regenschirm geht das schon! Einen Moment mit etwas weniger Regen nutzten wir für den Heimweg und kamen aber doch ganz gut nass in unserem Zimmer an. Zum Abend hin hörte es fast auf zu regnen, sodass wir zumindest nach unserem Abendessen fast trocken zurückkamen.


Unser Fazit zu Sapa: Sapa selbst ist nicht unbedingt der Knaller und hat nicht allzu viel zu bieten, aber die Umgebung hat es in sich! Die Berge und die grünen Reisfelder sehen toll aus! Zudem waren die kühleren Temperaturen zur Abwechslung ganz angenehm. Eine Trekking-Tour in der Umgebung ist sicherlich ein tolles Erlebnis (krankheitsbedingt fiel eine Tour für uns leider aus)! Bei gutem Wetter lohnt sich der Ausflug auf den Fansipan auf jedenfall! Wir haben aber auch andere Reisende getroffen, die während ihres Gipfelbesuchs nur Nebel gesehen haben.


Weitere Eindrücke