Hanoi

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Nach einem dreistündigen Flug kamen wir am Flughafen von Hanoi an. Mit unserem „Einladungsbrief“, den man für die Beantragung eines 3-Monatsvisums benötigt, allen weiteren Unterlagen und unseren Pässen marschierten wir zum “Visa On Arrival“-Schalter und gaben alles ab. Den Einladungsbrief hatten wir online bei einer Art Reisebüro beantragt, die sich darauf spezialisiert haben vietnamesische Visaberechtigungen zu verkaufen. Ca. 15 Minuten später wurden wir aufgerufen, um das Visum zu bezahlen. Wir durften bis zu drei Monate in Vietnam bleiben! Mit dem Visum im Pass ging es dann ohne Probleme durch die Immigration. Da waren wir jetzt also in Vietnam, das Land, mit dem die Idee unserer Reise startete und das wir unbedingt erkunden wollten! Wir waren ein bisschen aufgeregt und freuten uns total!

Vietnam, das Abenteuer kann beginnen!

Nachdem wir eingereist waren, holten wir schnell unsere Rucksäcke vom Band, hoben Geld ab und kauften Sim-Karten. So ausgestattet machten wir uns auf den Weg zum Bus, der uns nach Hanoi bringen sollte. Als wir vor die Tür des Flughafens traten, schlug uns die feucht-heiße Luft entgegen. Die Bushaltestelle, von der der Bus ins Zentrum fuhr, hatten wir auf Anhieb gefunden und ein paar Minuten später standen wir auch schon im Bus. Schon während der Busfahrt wussten wir überhaupt nicht wo wir hinschauen sollten, da es so viel Neues zu sehen gab. Was aber am prominentesten auffiel, war der super chaotische Verkehr, den wir so noch in keinem anderen Land gesehen hatten! Nach einer guten Stunde Busfahrt kamen wir in der Altstadt an und liefen noch 15 Minuten zu unserem Airbnb.

Unser Zimmer war sehr schön und befand sich in einem Hinterhofhaus mitten in der Altstadt. Die Lage war optimal und trotzdem hörten wir kaum etwas vom Straßenlärm! Nach einer Dusche und etwas Ausruhen fühlten wir uns direkt besser und waren bereit für eine erste Erkundungstour durch Hanoi!

Die ersten Eindrücke und die erste Pho

Es war klar, dass unsere erste Amtshandlung „Pho essen“ sein muss (auch wenn diese berühmte Nudelsuppe traditionell eher zum Frühstück gegessen wird). So machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem Pho-Laden und waren von den ersten Eindrücken überwältigt! Wir waren leicht überfordert und wussten gar nicht wo wir zuerst hinsehen sollten: rechts, links, oben und unten, überall gab es etwas zu entdecken. Der Verkehr war so verrückt, wie man es sich vorstellt. Aus allen Richtungen kamen Roller, Autos und Fahrradfahrer, Regeln schien es keine zu geben und die Hupe schien allgegenwärtig überlebensnotwendig! Aber irgendwie funktionierte es.

Die Gehwege, wenn vorhanden, waren meist vollgestellt mit Rollern, kleinen Tischen und Hockern, Verkaufsständen und das Laufen glich einem Slalomlauf, aber das war ja nichts neues. Die Straße überqueren war jedes Mal ein Abenteuer für sich, denn Fußgängerampeln gab es nicht allzu viele. Wir lernten, dass man einfach drauf loslaufen muss, langsam aber bestimmt (bloß nicht stehen bleiben) und die Rollerfahrer dann um einen herumfahren. Manchmal war es ganz schön knapp, ist aber immer gut gegangen. Ich, Sandra, bin in Vietnam trotzdem mindestens tausend Tode gestorben – einen bei jeder Straßenüberquerung!

Der Pho-Laden unserer Wahl war leider geschlossen, also gingen wir in den Laden nebenan und nahmen auf kleinen Hockern Platz. Die Pho schmeckte gut, aber noch nicht so gut wie wir erwartet hatten. In den kommenden Tagen mussten wir uns also weiter durchprobieren!

Auf dem Rückweg nahmen wir noch ein Banh Mi, das vietnamesische Sandwich, das an jeder Ecke verkauft wir, und etwas Obst mit. Mit den vielen neuen Eindrücken kamen wir in unserer Unterkunft an und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen.

Neuer Tag – neuer Pho-Laden

Ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zu einem anderen Pho-Restaurant. Suppe zum Frühstück ist für manche gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich ziemlich gut! Nach kurzem Anstehen (der Laden scheint sehr bekannt zu sein) hatten wir einen Platz ergattert und kurz darauf unsere Suppenschüsseln vor der Nase. Diese Pho war super lecker (jetzt im Nachhinein können wir sagen: die beste Pho, die wir in Vietnam gegessen haben)!

Danach schlenderten wir weiter durch die Gassen der Altstadt. Es gefiel uns wirklich gut, überall gab es kleine Restaurants und Garküchen, Cafes und pulsierendes Leben! Wir waren immer wieder erstaunt, wie das mit dem Verkehr funktionierte und was alles auf einem Roller transportiert werden konnte (u.a. auch Möbelstücke und Kühlschränke)! Aber es war auch sehr heiß und wahnsinnig schwül! So krass wie hier, hatten wir es bisher noch nirgendwo empfunden. Zur Abkühlung kehrten wir in ein süßes Cafe ein und ließen uns einen Coconut Coffee schmecken (eines der besten Getränke in Vietnam)!

Abends am Hoan Kiem See

Der Hoan Kiem See ist ein beliebter Treffpunkt der Bewohner von Hanoi und vor allem am Wochenende tobt dort am Abend das Leben. Denn dann werden einige Straßen in der Altstadt und die große Straße um den See für den Verkehr gesperrt. Da machten das Schlendern und Beobachten besonders viel Spaß. Es gab einen Nachtmarkt, auf dem allerlei Kram angeboten wurde, besonders beliebt waren T-Shirts und Hosen mit Bananenaufdruck, und einige Essensstände. Außerdem fanden sich einige Tanzgruppen zusammen und zeigten ihr Können (Standardtanz, Latin und besonders faszinierend – die K-Pop-Gruppe).

Entspannte Tage in Hanoi

Das Programm unserer Tage in Hanoi war recht entspannt, da Hanoi nicht so wahnsinnig viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und durch die Hitze alles etwas anstrengender war. Wir probierten uns durch viele unterschiedliche Köstlichkeiten der vietnamesischen Küche, spazierten durch die Altstadt und das französische Viertel (ganz nett, aber nicht so besonders) und legten immer wieder Pausen in klimatisierten Räumen ein! Außerdem feilten wir weiter am Blog und konnten ihn zu unserem viermonatigen Reisejubiläum online stellen.

Köstlichkeiten der vietnamesischen Küche

Essen des Eintrags

Name:

Phở Bò Hanoi Style

Beschreibung:

Klare Rinderbrühe mit Vielzahl an Gewürzen (z.B. Sternanis, Zimt und Kardamom), Reisnudeln und Rindfleisch, meist verfeinert mit Frühlingszwiebeln und Koriander. Am Tisch stehen meist selbstgemachte Chilisauce und Knoblauch zum Abschmecken bereit.

Gründe:

Sehr aromatisch und frisch, sättigend aber trotzdem leicht und grundsätzlich nicht scharf – Schärfe kann (dank Chilisauce) individuell angepasst werden.

Bewertung:

Schärfe:

Wo:

Pho 10

Das Essen in Hanoi hat uns umgehauen und die Entscheidung für das „Essen des Beitrags“ fiel uns sehr schwer! Wir haben so viele verschiedene Gerichte probiert und alles schmeckte super lecker! Hier eine kleine Auswahl der weiteren Speisen, die wir probiert haben:

Train Street

Die Train Street ist mittlerweile eine sehr bekannte Sehenswürdigkeit in Hanoi. Die geschäftstüchtigen Vietnamesen haben das Potential der Straße erkannt und nach und nach eröffneten dort einige Cafes und Bars. Mitten durch die schmale Straße führen die Eisenbahnschienen und mehrmals täglich fährt dort ein Zug entlang. Dieses Spektakel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir haben uns in einem der Cafes ein Getränk genehmigt und auf den Zug gewartet. Als sich dieser mit einem Hupen ankündigte, wurden schnell alle Tische und Stühle von den Schienen geräumt. Dann hieß es Knie einziehen und ausharren bis der Zug vorbeigedonnert war! Wie wir letztens gelesen haben, hatten wir Glück die Straße noch in dieser Form sehen zu können, da die Behörden sie nun für Besucher abgeriegelt haben.

Nach einer Woche in Hanoi zog es uns weiter und wir machten einen Abstecher in das Städtchen Sapa weiter nördlich in den Bergen. Es lockten ein herrliches Bergpanorama und angenehme Temperaturen um die 22°C.


Unser Fazit zu Hanoi: In Hanoi pulsiert das Leben und an jeder Ecke gibt es etwas zu bestaunen! Man könnte hier stundenlang in einem Straßencafe sitzen und das Treiben beobachten! Wir fanden Hanoi super und das Essen dort war so gut, wie wir es uns immer erträumt hatten! Das einzige Problem für uns waren die Temperaturen, denn die sind im Juli und August richtig krass! Es war sehr heiß und schwül, dass hatten wir so bisher nicht erlebt. Auch am Abend kletterte die Luftfeuchtigkeit auf knapp 100% und es ging kein Lüftchen, sodass es nicht einmal dann etwas abkühlte. Trotzdem ist Hanoi auf jeden Fall eine Reise wert!


Weitere Eindrücke