Kuching

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Kuching liegt im Westen im malaysischen Teil der Insel Borneo. Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt und ist dreigeteilt: ein Teil gehört zu Malaysia, einer zu Indonesien und im Nordosten liegt der kleine Staat Brunei. Wir waren also wieder zurück in Malaysia!

Phase der Reisemüdigkeit

Nach einer Stunde Flug von Singapur kamen wir gegen Abend in Kuching an, fuhren mit einem Grab in die Stadt und checkten in unserem Hostel ein. Wir aßen noch eine Kleinigkeit zu Abend und fielen dann müde ins Bett.

Die ersten Tage in Kuching waren geprägt von Erholen und Nichtstun. Ich, Sandra, war noch ziemlich platt von dem Virus, den ich mir in Singapur eingefangen hatte und auch Fabi schwächelte ein bisschen nach dem straffen Sightseeing-Programm in Singapur. Die Hitze machte uns ganz schön zu schaffen, sodass wir die meiste Zeit in unserem Hostelzimmer verbrachten und die neue „Stranger Things“-Staffel schauten. Um zu Essen machten wir uns aber auf den Weg nach draußen. Solche Phasen gehören wohl auch zu einer längeren Reise dazu. Vieles ist doch ganz anders hier in Südostasien, wir müssen uns auf neue Gegebenheiten einlassen und die vielen Eindrücke verarbeiten. Die Routen und Unternehmungen müssen geplant und Unterkünfte organisiert werden. Da tat es ganz gut, ein paar Tage länger an einem Ort bleiben und entspannen zu können.

Die Energie kommt zurück!

Wir entdeckten ein paar Restaurants und Cafes, die uns gut gefielen und ganz langsam kam die Energie zurück. Für die zweite Woche in Kuching zogen wir in ein anderes Hostel, das etwas besser gelegen war (es war näher an unserem Lieblingscafe :D). Und dann stand unsere erste Unternehmung an: ein Ausflug zum Semenggoh Nature Reserve, einer Orang-Utan Auffangstation.

Semenggoh Nature Reserve

Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht, da ihr Lebensraum, der Dschungel, für Palmölplantagen gerodet wird. Derzeit gibt es nur noch auf Borneo und Sumatra wildlebende Orang-Utans. Als das Semenggoh Nature Reserve gegründet wurde, diente es als Auffangstation für verletzte, verwaiste oder aus Gefangenschaft gerettete Affen. Heutzutage bietet es einen geschützten Lebensraum für eine Population semi-wilder Orang-Utans. Zweimal täglich findet eine Fütterung statt, zu der die Affen kommen können. Zu den Fütterungszeiten ist das Zentrum für Besucher geöffnet. Eine Garantie Orang-Utans zu sehen, gibt es aber nicht, da die Affen sich auch selbst versorgen können. Vor allem zur Frucht-Saison sind die Chancen wohl eher schlecht, da sie dann genug Futter im Dschungel finden.

Wir hatten Glück und nach einer Weile ging ein leises „Ahh“ und „Ohh“ durch die Menge. In der Ferne konnten wir ein Rascheln in den Baumwipfeln beobachten. Die erste Mutige war eine Mutter mit ihrem Baby, die sich gekonnt von einem Baum zum anderen schwang und sich ein paar der Bananen holte. Dazu gesellte sich ein weiteres Jungtier mit seiner Mutter und wir beobachteten fasziniert, wie sie das ihnen zugeworfene Obst auffingen.

Dann kam die Meldung, dass sich das älteste Männchen, der Chef des Reservats, der zweiten Futterstelle näherte. Wir gingen dorthin und konnten beobachten wie sich zwei junge Männchen langsam aus dem Staub machten. Verständlich, denn der Chef war wirklich ein großer Kerl! Er aß etwas Obst, chillte ein bisschen und verschwand dann wieder. Danach traute sich noch ein anderes Jungtier mit seiner Mutter zur Futterstelle. Wir beobachteten die beiden noch eine Weile und dann war die Besuchszeit auch schon wieder vorbei. Mit Grab ging es zurück in die Stadt.

Besuch im Bako Nationalpark

Schließlich kam die Motivation für eine Erkundungstour im Dschungel zurück und wir machten uns an einem Morgen auf den Weg zum Bako Nationalpark. Dieser ist 40km von Kuching entfernt, wird aber von einem Stadtbus angefahren. Am vorherigen Tag hatten wir uns an der Rezeption unseres Hostels erkundigt, wo der Bus abfahren würde. Nachdem wir am nächsten Morgen dort ankamen und uns gesagt wurde der Bus würde von dort nicht fahren, mussten wir noch fünf weitere Leute fragen, bis wir schließlich die richtige Bushaltestelle fanden! Nach der Busfahrt fuhren wir mit einem Boot eine halbe Stunde zum Büro der Nationalparkverwaltung. Direkt nach dem Aussteigen konnten wir am Strand ein paar der seltenen Nasenaffen, die es nur auf Borneo gibt, in den Bäumen beobachten. Die sehen sehr ulkig aus mit ihren langen Nasen und den dicken Bäuchen!

Nachdem wir uns an den Nasenaffen sattgesehen hatten, gingen wir schließlich zur Parkverwaltung. Dort mussten wir uns anmelden und einen Trek auswählen. Die Entscheidung fiel auf einen 6km langen Rundweg. Der führte bis zu einem Aussichtspunkt bergauf über Stock und Stein durch den Dschungel. Dort angekommen frühstückten wir erstmal, verschnauften und genossen die Aussicht. Wieder erholt ging es weiter auf ein Plateau, das von der Vegetation eher an einen mediterranen Wald erinnerte. Von dort wanderten wir zu zwei Aussichtspunkten auf den Klippen und konnten über zwei schöne Strände des Nationalparks blicken. Von Schwimmen wird an allen Stränden abgeraten, da dort wohl Krokodile leben.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Boot zurück zur Bushaltestelle, wo schon ein Bus wartete. Wir freuten uns auf eine Dusche und ein leckeres Abendessen! Im Park gibt es ein paar Übernachtungsmöglichkeiten, die sind in der Hauptsaison aber schon Wochen im Voraus ausgebucht. Das letzte Boot um 15 Uhr sollte man also nicht verpassen!

Komm wir machen das jetzt!

Nach etwas Überlegen hatten wir uns entschieden Malaysia endgültig zu verlassen und weiter nach Vietnam zu reisen! Die Flüge von Kuching nach Hanoi waren flott gebucht und das Dreimonatsvisum für Vietnam beantragt! Bis zum Abflug hatten wir noch ein paar Tage Zeit und starteten endlich unser Projekt Blog! Die Motivation war plötzlich da und ich, Sandra, fing an die ersten Beiträge zu schreiben, während sich Fabi in die Materie WordPress einarbeitete! Bis zur Veröffentlichung sollten aber noch ein paar Tage vergehen.

Auf geht’s nach Hanoi!

Langsam fühlten wir uns beide auch wieder total erholt und bereit für neue Abenteuer. Unsere Vorfreude auf Vietnam stieg immer mehr, je mehr wir im Reiseführer blätterten! Am 21.07.2019 war es dann so weit und wir flogen am Abend nach Singapur. Am Flughafen in Singapur verbrachten wir die Nacht und fanden sogar ein ganz bequemes Schlafplätzchen. Wir schliefen ein paar Stunden, bis wir gegen 3 Uhr von einem Polizisten geweckt wurden, der unsere Pässe kontrollieren wollte. Wir sahen uns um, auch die anderen Schlafenden wurden kontrolliert. Alles geschah unter den strengen Blicken weiterer Polizisten mit Maschinengewehren im Anschlag, die sich um uns herum in einem Halbkreis aufgestellt hatten. Gruselig! Aber nicht umsonst ist Singapur eine der sichersten Städte der Welt. Wir schliefen danach wieder ein, gingen gegen 7 Uhr etwas Frühstücken und um 10 Uhr startete unser Flug nach Hanoi!


Unser Fazit zu Kuching: Kuching ist eine ganz nette kleine Stadt. Es gibt ein paar gute Restaurants und Cafes und im Zentrum ist alles fußläufig zu erreichen. Zum Entspannen war es perfekt, da die Stadt selbst nicht allzu viel zu bieten hat. In der Umgebung sind einige tolle Nationalparks, die man in Tagesausflügen besichtigen kann. Borneo insgesamt ist ein Highlight für Naturliebhaber und es gibt einige weitere coole Orte, wie z.B. den Mulu Nationalpark. Wir haben aber gemerkt, dass es besser wäre eine Borneo-Rundreise schon im Voraus zu planen (spontan ist eher schwierig;)). Wir müssen wohl wieder kommen!


Weitere Eindrücke