Singapur – Teil 2

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Am Morgen unseres vierten Tages in Singapur packten wir unsere Rucksäcke und zogen für drei weitere Nächte in ein anderes Hostel um. Wir haben festgestellt, dass wir in sehr großen Städten gerne mal die Unterkunft wechseln, um in verschiedenen Vierteln zu übernachten. Das neue Hostel war sehr sehr schön und gemütlich und befand sich in der Nähe von Little India.

Old Airport Road Hawker Center

Nach dem Check-In machten wir uns mit der Metro auf den Weg zum Old Airport Road Hawker Center, das neben dem Maxwell Center, eines der besten Hawker Center Singapurs sein soll. Wir verbrachten ziemlich viel Zeit dort, da wir uns nicht entscheiden konnten, was wir alles probieren wollten. Ich, Fabi, entschied mich schließlich für Nudeln mit Fischbällchen von einer stadtbekannten Garküche und war im Foodie-Himmel (von den Fischbällchen träume ich immer noch)! Auch die Curry Puffs, Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen, eines anderen Stands haben uns überzeugt (probiert haben wir aber noch deutlich mehr :D)! Vollgefuttert sind wir danach zur Marina Bay gefahren und haben dort im Schatten ein bisschen entspannt und den Blick auf die Skyline genossen!

Red Dot Design Museum

Am Nachmittag haben wir uns die aktuelle Ausstellung im Red Dot Design Museum, das an der Marina Bay ist, angesehen. Dort ging es um Roboter und technische Entwicklungen und wie diese unser Leben in der Zukunft bereichern könnten. Jeder Besucher erhielt am Eingang ein Buch mit erklärenden Texten zu den jeweiligen Exponaten. Die Ausstellung war nicht sehr groß, aber trotzdem ganz interessant. Um die Ausstellung richtig verstehen zu können, mussten die Texte zu den Exponaten im Buch gelesen werden. Da leider kaum Sitzgelegenheiten vorhanden waren, wurde das viele Lesen und Stehen mit der Zeit ziemlich anstrengend (wir hatten ja schon drei Tage Sightseeing in den Beinen😉).

Ich, Sandra, fühlte mich den ganzen Tag schon ein bisschen platt und hatte es auf die Anstrengungen der letzten Tage geschoben. Nach dem Museumsbesuch stellten wir aber fest, dass ich ziemlich glühte. Daraufhin sind wir zurück ins Hostel gefahren und ich habe mich ins Bett gelegt. Zu dem Fieber gesellten sich dann noch Kopf- und Gliederschmerzen.

Feuerwerk über der Marina Bay

Um ein bisschen Energie zu tanken, legte ich, Fabian, mich ebenfalls ins Bett. Allerdings nur für einen kurzen Moment, denn der Guide der beiden Free Walking Touren hatte uns gesagt, dass an diesem Abend ein großes Feuerwerk vor dem Marina Bay Sands stattfinden würde, dass wir nicht verpassen sollten. Nach einer kurzen Fahrt mit der Metro kam ich in Downtown an und wanderte zehn Minuten durch eine der unterirdischen Malls bis zum Ufer, von dem ich das Feuerwerk beobachten wollte. Das Zentrum Singapurs ist wohl unterirdisch komplett durch Malls und Gänge verbunden, sodass man diesen Teil der Stadt komplett auf klimatisierten Wegen durchqueren kann.

Kurz nachdem ich angekommen war und einen ganz guten Beobachtungsplatz gefunden hatte, ging das Feuerwerk auch schon los. Das Feuerwerk vor der Kulisse war wirklich einmalig. Im Hintergrund Marina Bay Sands auf der einen Seite, Downtown auf der anderen Seite und davor auf dem „See“ das Feuerwerk. In der Fassade des Marina Bay Sands spiegelte sich das Feuerwerk, wodurch es noch beeindruckender wirkte. So harrte ich während des Feuerwerks begeistert an meinem Platz aus und sah mir anschließend noch einmal die „Spectra“-Lightshow an.

Nachdem ich so eine gute Stunde am Ufer stand, wollte ich mich zurück zur Patientin im Hostel begeben. Das war gar nicht so einfach, da die Polizei große Teile der Innenstadt für eine Parade, die vor dem Feuerwerk abgehalten wurde, abgesperrt hatte. Nach einigem umherirren, fand ich schließlich einen Weg zur Metro und damit zum Hostel.

Anders als geplant

Die letzten beiden Tage verliefen dann leider ganz anders als geplant. Mir ging es schlechter als am Vortag, weswegen ich weiterhin das Hostelbett gehütet und vor mich hinvegetiert habe. Fabi hat sich währenddessen auf den Weg gemacht, um weitere Ecken Singapurs zu erkunden!

Da ich Litte India nicht alleine erkunden wollte, schloss ich mich wieder einer Free Walking Tour an. Den Weg zum Treffpunkt hatte ich ein bisschen unterschätzt, kam deshalb fast zu spät und etwas außer Atem dort an. Etwas geschockt stellte ich fest, dass sich schon 30 bis 40 Leute für die Tour eingefunden hatten (unsere vorherigen Touren beschränkten sich auf 10 bis 15 Leute).

So ging es kurz nach meiner Ankunft schon los durch Little India. Auf dem Weg besuchten wir einen Hindutempel, probierten leckeres Essen, schauten uns die wuseligen Märkte/Hawker Center an und der Guide erzählte uns über die Geschichte dieses Viertels. Im Vergleich zu Chinatown ist es deutlich bunter und vor allem am Wochenende, wenn sich hier viele indisch stämmige Bewohner Singapurs einfinden, sehr wuselig.

Ab ins Krankenhaus

Nach der Tour fuhr ich zurück ins Hostel, um nach der Patientin zu sehen. Aus Sorge, dass es sich um Dengue-Fieber handeln könnte, fuhren wir schließlich ins Krankenhaus. Dort wurden ein paar Tests gemacht und nach ca. zwei Stunden waren die Ergebnisse da. Der Test auf Dengue-Fieber war zum Glück negativ, aber irgendeinen Virusinfekt hatte sie sich wohl eingefangen. Da hilft nicht viel außer Ausruhen und Paracetamol zum Fiebersenken. Etwas beruhigt fuhren wir zurück ins Hostel. Sandra krabbelte direkt wieder ins Bett und ich habe uns Fleischbällchensuppe zum Abendessen von einem nahegelegenen kleinen Hawker Center geholt.

Fabi allein in Singapur

An unserem letzten vollen Tag in Singapur schloss ich mich morgens einer Free Walking Tour durch Kampong Glam, das malaysische Viertel, an.  Die Tour wurde vom gleichen Guide geführt, wie die Tour am Vortag durch Little India. Der Guide erkannte mich sogar noch! Auf dieser Tour besuchten wir die Sultan Moschee, die Arab Street, sahen sehr viel Streetart (diese darf natürlich nur mit Genehmigung der Stadt angefertigt werden) und der Guide erzählte uns über die Regulierung des Housings durch die Regierung (sehr interessant, aber leider zu viel um es in einem Blogeintrag zu beschreiben).

Als vorletzten Stop der Tour besuchten wir das Parkview Square Gebäude mit einer der besten Bars der Welt im Erdgeschoss (das Gebäude könnte so auch in Gotham City stehen😉). Zum Abschluss genossen wir den Ausblick von der Rooftop Bar eines Hotels, die tagsüber geschlossen und eher unbekannt ist. So war dort oben außer unserer Tour niemand. Während ich die Skyline aus dieser neuen Perspektive bewunderte und Fotos schoss, sah ich aus den Augenwinkeln wie ein Blitz über den Himmel zuckte und ein Stockwerk über uns in das Gebäude, auf dem wir gerade standen, einschlug!  Gleich danach rollte der Donner über uns hinweg und wir brachten uns schnell im Aufzugsbereich in Sicherheit.

Mit diesem Finale endete diese Free Walking Tour und ich spazierte auf dem Rückweg zum Hostel noch etwas durch Kampong Glam und Little India. Ich kam am Mustafa Center, einem ziemlich bekannten Einkaufscenter, das man als Verschmelzung von Galeria Kaufhof mit einem Basar vergleichen kann, vorbei. Dort gibt es wirklich alles, ob man das Gesuchte findet, ist aber eine andere Frage!!

Nachdem ich mich ein bisschen im Hostel ausgeruht hatte, machte ich mich auf den Weg zu meiner letzten Walking Tour, dieses Mal durch Marina Bay und Gardens by the Bay. Die Tour war ganz interessant, wir konnten von einem Balkon einen Blick auf das riesige Kasino im Marina Bay Sands werfen (Touristen können dort kostenlos spielen, Singapurer müssen eine Tageskarte erwerben) und der Guide erzählte einiges zum Bau und den weiteren Plänen der Stadtplaner. Letztendlich hatte ich das Meiste aber schon gesehen, da wir den größten Teil schon selbst erkundet hatten. Nach der Tour gab es noch ein letztes Abendessen mit Blick auf das Marina Bay Sands in einem Open Air Hawker Center, bevor ich mich zurück zum Hostel begab.

Währenddessen im Hostel:

Ich blieb natürlich brav im Bett und nutzte das Hostel sehr ausgiebig (da hatte sich der Preis wenigstens gelohnt). Das Fieber sank langsam und ich fühlte mich schon etwas besser. Auch mein Appetit kam immer mehr zurück, sodass ich an diesem Morgen das erste Mal, dass gute Frühstück des Hostels probieren konnte. Außer Lesen und Dösen passierte nicht viel. Am Abend ließ ich mir alles, was ich verpasst hatte, erzählen und sah mir die Bilder an. Wir müssen wohl irgendwann nochmal nach Singapur reisen!

Auf Wiedersehen Singapur

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von Singapur, da wir für den Nachmittag einen Flug nach Kuching/ Borneo gebucht hatten. Mir ging es deutlich besser, weswegen dem Flug auch nichts im Wege stand. Wir machten uns extra etwas früher auf den Weg zum Flughafen, da es dort eine brandneue Attraktion gibt, die wir besichtigen wollten. Im April 2019 wurde die neue Flughafen-Mall, Jewel Changi Airport, eröffnet und die ist sehr beeindruckend! Im Mittelpunkt steht ein riesiger Indoor-Wasserfall, der von einer terrassenförmigen Dschungellandschaft umgeben ist. Ziemlich schön!


Unser Fazit zu Singapur: Singapur hat uns wirklich sehr gut gefallen! Die Stadt hat so viel Unterschiedliches zu bieten und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Zudem ist alles sehr sauber und alles läuft in geordneten Bahnen, das war eine ganz nette Abwechslung zu dem sonst eher chaotischen Südostasien!;) Teuer ist es schon, vor allem bei Unterkünften und Attraktionen muss man für südostasiatische Verhältnisse tief in die Tasche greifen. Es gibt aber auch geldbeutelfreundliche Aktivitäten. In den Hawker Centern kann man sehr gut und günstig essen und die öffentlichen Verkehrsmittel kosten nicht viel. Wir kommen bestimmt wieder!