Singapur – Teil 1

-


Nachdem wir mit dem Bus aus Melaka im Zentrum von Singapur angekommen waren, machten wir uns mit der Metro auf den Weg zu unserem Hostel. Das Hostel lag mitten in Chinatown in einer sehr photogenen Straße und wurde von einem witzigen Typ geführt, der alle Gäste mit Namen kannte (und das waren einige!). Nach dem Check-In legten wir dort unsere Rucksäcke ab und entspannten für ein paar Minuten. Lange hielt es uns aber nicht im Hostel, denn wir waren so gespannt wie Singapur wohl sein würde! Man hört ja so einiges von der Stadt.

Hawker Center in Singapur

Zuerst musste aber eine Stärkung her. Zum Glück hatte Fabi sich schon durch alle möglichen Blogs zu den besten Food-Spots Singapurs geklickt! Singapur ist eines der Foodie-Paradiese schlechthin! In der Nähe unseres Hostels war das Maxwell Hawker Center, das einige sehr gute Garküchen beherbergt, und somit unsere erste Sehenswürdigkeit in Singapur war. Die Hawker Center Kultur ist ein riesen Ding in Singapur. Hawker Center entstanden als die Regierung mobile Garküchen von den Straßen verbannte und diese in großen, meist offen gestalteten Foodcourts sammelte. Die hygienischen Verhältnisse dort sind ziemlich gut, da regelmäßig Kontrollen stattfinden, das Essen ist sehr günstig (ca. 2-4 € pro Gericht) und sehr lecker! Einige Garküchen sind sogar weltberühmt, sodass sich zu Stoßzeiten lange Schlangen bilden und alle ganz gesittet warten, bis sie an der Reihe sind (für andere asiatische Länder eher eine Seltenheit). Außerdem kann man sich vor dem Anstellen bereits einen Sitzplatz sichern (ausreichend ist dafür eine Taschentuchpackung, die auf den gewünschten freien Platz gelegt wird)! Wir schlenderten also an den Garküchen im Maxwell Hawker Center vorbei und probierten schließlich Chicken Rice, angeblich einer der besten der Stadt (laut Fabi kann man das bestätigen😉).

Erste Eindrücke

Nach der Stärkung gingen wir zu Fuß durch Downtown in Richtung Marina Bay. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt. Denn im Vergleich zu den asiatischen Städten, die wir bisher besichtigt hatten, war es in Singapur sehr sauber, ordentlich und super modern. Alles lief in geregelten Bahnen, die Gehwege waren gut ausgebaut und es gab genügend Fußgängerampeln! Es wehte eine angenehme Brise und war gar nicht so heiß und schwül wie wir befürchtet hatten. Und dann standen wir an der Marina Bay, vor uns DAS Wahrzeichen Singapurs, das Marina Bay Sands Hotel und hinter uns die Skyline der Downtown. Da realisierten wir, dass wir in Singapur waren! Wir schlenderten ein bisschen am Wasser entlang und beobachten viele Singapurer beim Abendsport. Danach machten wir uns auf den Rückweg, gingen zum Abendessen wieder ins Maxwell (hier sollten wir in den nächsten Tagen noch öfter landen) und fielen müde ins Bett. In den kommenden Tagen stand viel auf dem Plan!

Free Walking Tour durch Chinatown

Erster Programmpunkt am nächsten Morgen war eine Free Walking Tour durch Chinatown. Der Guide war super, hat uns viel zum Leben in Chinatown von früher erzählt und hat uns dazu die Eigenheiten der traditionellen Shophäuser gezeigt. Diese sind beispielsweise alle nur sechs Meter breit, dafür aber wahnsinnig lang, da früher eine Steuer auf Basis der Breite berechnet wurde (6m waren das Minimum). Außerdem hat er einiges zum heutigen Leben in Singapur berichtet. Es gibt sehr viele Regeln und Verbote, die auch konsequent umgesetzt werden, was Singapur zu einer der saubersten und sichersten Städte weltweit macht (Stichwort Kaugummi kauen: verboten ist es nicht, man sollte einen Kaugummi aber auf keinen Fall auf den Boden spucken/ irgendwohin kleben. Kaufen kann man sie in der Stadt nicht, weswegen sie von den meisten Singapurern aus Malaysia „geschmuggelt“ werden😉). Der Wohnungsbau wird stark durch die Stadt geplant und der Kauf einer Wohnung wird gefördert, sodass 95% der Einwohner eine Eigentumswohnung besitzen. Zum Abschluss „durften“ wir alle die berühmte Durian-Frucht (bekannt als Stinkfrucht) probieren. Das war überhaupt nicht unser Ding, wir fanden den Geschmack fast schlimmer als den Geruch (geschmacklich eine Mischung aus Zwiebel und Mango)!

Sterne-Küche in Singapur

Eine Garküche in Singapur wurde für das Gericht „Soy Sauce Chicken Rice“ mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Seitdem bildet sich an diesem Stand bereits vor Öffnung eine Schlange und wenn man Pech hat, wartet man wohl bis zu vier Stunden, um eine Portion zu ergattern. Nach der Mittagszeit ist meist alles ausverkauft. Mittlerweile hat der Besitzer ein eigenes Restaurant eröffnet. Da man hier deutlich schneller an der Reihe ist, entschieden wir uns hier eine Portion zu probieren. Ein Sterne-Gericht für 4€ bekommt man schließlich nicht überall. Es war auch ganz lecker, hat uns aber nicht so vom Hocker gerissen!

Free Walking Tour Nr. 2

Da der Guide der Chinatown-Tour am Nachmittag eine Tour durch den Civic District und Marina Bay anbot, entschieden wir uns auch an dieser teilzunehmen. Die Tour war ganz interessant, aber kein „Muss“. Wir verbrachten einige Zeit im berühmten Fullerton Hotel, das früher das Postamt war. Auch heute kann man von dort Postkarten verschicken, was wir natürlich probierten (es hat geklappt, nach ein paar Tagen kamen die Postkarten in Deutschland an). Außerdem zeigte uns der Guide, wie man super Bilder mit der Merlion-Statue (dem eigentlichen Wahrzeichen Singapurs) aufnehmen kann.

Lightshows deluxe

Nach der Tour machten wir uns auf den Weg, um die Lightshow „Spectra“ in der Marina Bay anzusehen (unbedingt auf der Seite des Marina Bay Sands Hotels sitzen, hier wirkt die Show viel besser!). Die Lightshow war der Hammer! Wir waren sehr beeindruckt und hatten ein bisschen Gänsehaut. Danach sprinteten wir durch die Mall und das Hotel zu den Supertrees in den Gardens by the Bay, um auch hier die Lightshow anzuschauen. Hier setzten/legten wir uns entspannt zwischen die Bäume und beobachteten wie die Bäume in einer Licht- und Musikshow zum Leben erwachten. Das war auch sehr schön, aber „Spectra“ war unser deutlicher Favorit! Ziemlich hungrig gingen wir zum Abschluss im Foodcourt der Marina Bay Sands Mall essen und machten uns ziemlich platt auf den Heimweg!

The Pinnacle Duxton

Den dritten Tag ließen wir ein bisschen gemütlicher angehen und frühstückten entspannt im Hostel. Danach gingen wir zu Fuß durch Chinatown zum „The Pinnacle Duxton“. Das ist ein Wohnkomplex, der aus sieben Hochhäusern besteht, die im 26. und 50. Stock durch riesige Terrasse verbunden sind. Die des 50. Stocks ist für Besucher zugänglich und kostet ca. 5€ Eintritt. Nach etwas Suchen hatten wir das Hausmeisterbüro, wo man die Tickets kaufen kann, gefunden. Dann hieß es warten, denn der Hausmeister machte gerade Mittagspause. Das Warten hatte sich aber sowas von gelohnt, denn die Aussicht war super und da es eher unbekannt ist, waren wir fast alleine. Wir verbrachten dort oben eine gefühlte Ewigkeit und machten uns danach auf den Weg zum Hong Lim Market & Food Centre, ein weiteres Hawker Center, das auf jeden Fall besucht werden kann. Von dort ging es gestärkt mit der Metro zu den Gardens by the Bay.

Gardens by the Bay

Die Gardens by the Bay sind eine große Parkanlage mit einigen Attraktionen wie den Supertrees (25-50m hohe Metallkonstruktionen in Baumform, die mit unterschiedlichen Pflanzen bewachsen sind) und den beiden großen Gewächshäusern, der Cloud Forest und der Flower Dome. Zuerst besuchten wir den Skywalk, eine Brücke, die einige der Supertrees verbindet. Das war cool und bot eine andere Perspektive auf den Park und die Bäume. Wir hatten viel Glück, da es sehr leer war und so konnten wir uns etwas Zeit lassen (normalerweise hat man nur 15min Zeit) und mussten auch nicht anstehen, um hochfahren zu können.

Im Anschluss besuchten wir den Cloud Forest Dome. In diesem angenehm kühlen Gewächshaus wird ein Nebelwald nachgestellt. Anhand eines großen Bergs, um den sich eine Hängebrücke windet, werden die unterschiedlichen Vegetationszonen eines Nebelwalds dargestellt und erklärt. Wir fuhren erst mit einem Aufzug auf die Spitze des Berges und während dem Abstieg konnten wir die einzelnen Pflanzen der unterschiedlichen Zonen ansehen. Das war sehr interessant und ziemlich beeindruckend gemacht! Leider war es hier sehr voll (für den Aufzug nach oben standen wir 20 Minuten an).

Da wir alle Hauptattraktionen der Gardens by the Bay sehen wollten, erkundeten wir nach dem Cloud Forest Dome noch den Flower Dome. Hierbei handelt es sich im Prinzip um einen überdachten botanischen Garten, in dem Pflanzen der unterschiedlichen Kontinente angepflanzt sind. Außerdem gab es eine Sonderausstellung zum Thema „Rosen“. Es war alles ganz schön gestaltet, aber der Cloud Forest hat uns doch deutlich besser gefallen.

Danach machten wir uns mit der Metro auf den Heimweg. Das Metro-System Singapurs ist super ausgebaut, sehr leicht verständlich und günstig! Und wie sollte es anders sein, zu Abend aßen wir wieder im Maxwell Hawker Center! Um alle „wichtigen“ Garküchen im Maxwell testen zu können, sollte dieses mindestens zwei Mal besucht werden, da mittags und abends teilweise unterschiedliche Stände geöffnet haben. Nachdem wir im Maxwell Center geschlemmt hatten, führten uns unsere müden Füße zurück zu unserem Hostel. Dort angekommen vielen wir wie am Tag zuvor erschöpft ins Bett.