Tioman Island

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Nach dem anstrengenden Dschungelabenteuer in Taman Negara wollten wir uns eine kleine Auszeit am Strand gönnen. Zur Auswahl standen hierfür die Perhentian Islands (weiter nördlich) und Tioman Island (weiter südlich). Wir entschieden uns für Tioman, das weniger überlaufen und ursprünglicher sein soll. Dass die Insel, im Gegensatz zu den Perhentians, nicht auf der Standardroute lag, merkten wir als wir nach Busverbindungen suchten. Eine direkte Verbindung konnten wir nicht finden, weswegen sich die Anreise wieder etwas langwieriger gestaltete.

Von Bussen zu Boot

Zuerst ging es mit dem lokalen Bus von Kuala Tahan nach Jerantut. Von dort fuhren wir mit dem Bus nach Kuantan, wo wir erst gegen 19 Uhr ankamen und deshalb dort eine Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus nach Mersing, von wo wir die letzte Fähre nach Tioman nehmen konnten. Nach ca. zwei Stunden kamen wir endlich gegen 19:30 am ABC Beach auf Tioman an. Eine Unterkunft hatten wir noch nicht gebucht, aber die Anzahl an Unterkünften übersteigt deutlich die Nachfrage. In einer kleinen Bungalowanlage wurden wir fündig und bekamen einen einfachen Bungalow in der ersten Reihe.

ABC Beach – Die ersten Tage auf Tioman

Tioman ist wirklich ein Paradies. Die Insel ist sehr hügelig und fast vollständig mit Dschungel bewachsen. Auf der Westseite gibt es einige Strandabschnitte (unter anderem den ABC Beach), der schönste Strand der Insel, Juara, befindet sich aber sehr abgelegen auf der Ostseite der Insel. Auf uns wirkte Tioman so, als hätte man sich vor vielen Jahren auf den großen Touristenansturm vorbereitet, der aber ausgeblieben ist. Die meisten Unterkünfte sind sehr einfach und schon etwas in die Jahre gekommen und auch die Anzahl an Restaurants ist überschaubar. Es gibt sogar einen Flughafen, der ist aber schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb.

Uns gefiel es wirklich gut! Am ABC Beach gibt es einen etwa gehwegbreiten betonierten Weg, sodass nur Fahrräder und Roller an unserem Bungalow vorbeifuhren. Bei unseren Spaziergängen fanden wir ein paar nette Restaurants/Strandbars, wo es ganz gutes und preiswertes Essen gab und ein paar kleine Minimärkte. Man kann es hier also gut ein paar Tage aushalten. Der Strand ist schmal und steinig, aber dafür ist das Wasser glassklar und erfrischend!

Nichtstun ist angesagt!

Zu tun gab es nicht viel, sodass wir die Tage mit Entspannen, Baden, Lesen, Essen und Sonnenuntergang-Bewundern verbrachten. Wir hätten Schnorcheln gehen oder einen Dschungel-Trek machen können, aber darauf hatten wir einfach keine Lust! Dieses Nichtstun war genau das Richtige, um die Eindrücke der letzten Wochen unserer Reise ein bisschen zu verarbeiten!

Genau deswegen entschieden wir uns ein paar Tage länger zu bleiben! Wir wollten dann aber schon den schönsten Strand der Insel begutachten und mieteten daher einen Bungalow auf der Ostseite der Insel. Der Strand ist nur über eine Straße, die quer durch den Dschungel führt und zum Teil eine Steigung von 45% aufweist, erreichbar (oder über einen 3 stündigen Dschungeltrek).

Juara- Traumstrand auf der Ostseite von Tioman

Nach der abenteuerlichen Fahrt bezogen wir unseren Bungalow und waren begeistert! Der Strand war traumhaft! Breit, kilometerlang, feinster Sand und ordentlich Wellengang! Alles wirkte noch ein bisschen ursprünglicher und uriger als auf der Westseite. Auch hier gab es ein paar nette Restaurants und Strandbars, wo es ganz gutes Essen zu angemessenen Preisen gab.

Hier ging unser Entspannungs-Programm weiter. Wir erkundeten ein wenig das Dorf auf dieser Inselseite, saßen auf der Terrasse unseres Bungalows und gingen Baden. Zufälligerweise war Martin, den wir auf Langkawi während der Mangroven-Bootstour kennenlernten, zur selben Zeit am Juara Beach. Er kommt aus Österreich und hat mit Ende 40 beschlossen seinen Job an den Nagel zu hängen und ein Jahr um die Welt zu reisen. Da gab es natürlich viel zu erzählen und wir verbrachten den einen oder anderen schönen Abend zusammen, um Reisegeschichten auszutauschen. Er war sogar so nett seinen Biervorrat mit uns zu teilen. Tioman ist zwar zollfreie Zone, Alkohol kann aber nur im Supermarkt auf der Ostseite der Inselseite gekauft werden. Danke dafür!

Ausflug zum Wasserfall

Um dann doch ein bisschen Abwechslung zu bekommen, beschlossen wir einen Ausflug zu einem Wasserfall zu unternehmen. Der Weg zum Wasserfall war leider nicht besonders schön, da dort ein neues Rohrsystem gebaut wurde. Der „Pfad“ war eine Schotterpiste ohne Schatten, die an den Rohren entlangführte. Als wir nach dem knackigen Aufstieg schließlich vor einem Staudamm standen, kam uns der Verdacht, dass wir zu weit gegangen waren. Die jungen Bauarbeiter, die dort standen, bestätigten unseren Verdacht, hatten aber wohl ein bisschen Mitleid und nahmen uns auf der Ladefläche ihres Jeeps mit bis zum Einstieg zum Wasserfall. Sie erzählten uns, dass sie das Rohrsystem zur Stromgewinnung erneuern.

Der Wasserfall war nicht wirklich spektakulär, aber als Erfrischung absolut ausreichend! Außer uns war fast niemand dort und wir genossen das kühle Nass und die Dschungelgeräusche. Für den Rückweg wollten wir einen Pfad durch den Dschungel, von dem wir gelesen hatten, ausprobieren. Am Anfang war der Pfad recht deutlich zu erkennen, aber nach und nach wurde es immer schwieriger und irgendwann konnten wir keinen Weg mehr erkennen. Im Dschungel wollten wir uns dann lieber nicht verlaufen und drehten wieder um.

Entscheidungen über Entscheidungen

Dann war es an der Zeit zu überlegen, wo es als nächstes hingehen sollte. Schon nach Singapur oder doch noch nach Melaka? Wir entschieden uns noch einen Abstecher nach Melaka zu machen, eine Stadt, die sehr touristisch ist, aber ein „must see“ sein soll!


Unser Fazit zu Tioman: Auf Tioman hat es uns super gut gefallen. Die Insel ist total relaxt, sehr ruhig und es gibt das Nötigste für ein paar entspannte Tage. Der Standard der Unterkünfte ist ziemlich einfach, das Preisniveau für die Unterkünfte ist etwas höher. Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis unserer Meinung nach nicht ganz, aber es ist noch im Rahmen, da die Ausgaben sonst sehr gering sind. Die Fahrt zum Juara Beach lohnt sich sehr, der Strand ist wirklich der Knaller! Ein Grund warum Tioman bisher vom Massentourismus verschont geblieben ist, könnten die lästigen Sandfliegen sein, die vor allem am Strand lauern und schlimm juckende Bisse hinterlassen. Baden gehen ist kein Problem, am Strand liegen könnte aber böse enden.