Langkawi

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Lange hatten wir überlegt, ob wir einen Besuch auf Langkawi mitnehmen sollten oder nicht, denn Langkawi ist ein sehr beliebsten Touristenziel. Das liegt teilweise wohl an den günstigen Alkoholpreisen. Da Malaysia ein muslimisch geprägtes Land ist, sind die Steuern für Alkohol sehr hoch. Langkawi ist aber eine zollfreie Zone, weswegen Alkohol und auch andere Produkte deutlich günstiger als auf dem Festland sind.

Guesthouse im Grünen

Da wir uns selbst ein Bild machen wollten und ein paar Tage am Strand verlockend klangen, machten wir uns mit einer Fähre von Georgetown auf den nach Kuah, dem Hauptort auf Langkawi. Die kurzweilige Fahrt mit der Fähre nach Kuah dauerte nur ca. 3,5h. Von dort fuhren wir mit einem Grab quer über die Insel zum Cenang Beach, einem der Hauptstrände von Langkawi.

Wir hatten dort ein Zimmer in einem kleinen Guesthouse in Strandnähe gebucht. Das Guesthouse lag ganz idyllisch im Grünen, umgeben von Palmen und Kuhweiden. Im Guesthouse gab es eine kleine Küche, die von den Gästen verwendet werden durfte, und in der Nähe fanden wir einen ganz gut ausgestatteten Supermarkt, sodass wir uns in den nächsten Tagen ein bisschen selbstversorgen konnten. Wir hatten hier ein kleines Paradies gefunden und fühlten uns pudelwohl. Nach unserer Ankunft brachten wir die Sachen ins Zimmer und machten uns direkt auf den Weg zum Strand. Zum nördlichen Teil des Cenang Beach waren es zu Fuß nur zehn Minuten.

Die Strandpromenade war voller Hotels, Restaurants, Bars und Souvenirshops, wie man sich das eben vorstellt. Die meisten Badegäste und Wassersportanbieter sind aber glücklicherweise am südlichen Teil des Strandes, der nördliche Teil hingegen ist ziemlich ruhig, da hier ein großes Resort ist (der Strandabschnitt ist aber öffentlich und Hotelschirme gibt es keine)! Wir fanden ein schattiges Plätzchen unter einer Palme und genossen die Zeit am Meer! Der Strand war wirklich schön: Palmen und feiner, weißer Sand, was will man mehr?! Zurück in unserer Unterkunft ließen wir den Abend mit selbst gekochten Nudeln und selbst verfeinerter Tomatensauce ausklingen.

Strandtag und Nachtmarkt

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich und es stand nichts weiter als am Strand faulenzen auf dem Programm. Außer lesen, baden, dösen und Picknick machten wir nicht viel. Am Abend bestaunten wir den wunderschönen Sonnenuntergang!

Auf Langkawi gibt es einen Nachtmarkt, der jeden Abend an einem anderen Ort auf der Insel stattfindet. An diesem Abend fand er in der Nähe unserer Unterkunft statt und wir machten uns auf den Weg dorthin. Als wir uns dem Markt nährten war das erste, was wir von ihm hörten die Dieselgeneratoren. Nachdem wir noch nähergekommen waren, hörten wir dazu laute Musik aus verschiedenen nicht mehr ganz funktionierenden Boxen. Auf dem Markt wurde es noch ein bisschen lauter durch die Besucher selbst. Dazu waberte überall Rauch von den vielen Grills. Es gab viele Stände und es war ziemlich voll. Unter den Besuchern waren auch viele Malaysier, was meist ein gutes Zeichen ist. Ein Ort zum gemütlichen Verweilen war es durch den Lärm nicht und Stühle/ Tische waren auch nicht vorhanden. Es gab viele leckere Gerichte und wir hätten gerne alles probiert, mussten uns aber für ein paare Gerichte entscheiden und verzehrten diese dann bei unserem Guesthouse. Der Einkauf auf dem Markt hatte sich auf jeden Fall gelohnt!

Naturparadies Langkawi

Langkawi ist deutlich vielfältiger als wir erwartet hatten. Neben traumhaften Stränden gibt es unberührte Dschungellandschaften, Wasserfälle und Mangrovenwälder (dazu aber nachher noch mehr). An unserem nächsten Tag auf Langkawi stand ein bisschen mehr Programm auf dem Plan. Wir wollten auf den Gipfel des Gunung Machincang (der zweithöchste Berg der Insel). Glücklicherweise kann man dort gemütlich mit der Seilbahn hochfahren! Wir fuhren mit Grab zur Bahnstation und kauften unsere Combo-Tickets. Ein Ticket nur für die Gondelfahrt gibt es leider nicht, sondern nur verschiedene Combo-Tickets. Mit diesen kann man noch weitere Attraktionen, wie 3-D-Kinos und Themenwelten, besuchen, die sich dort auf dem Gelände befinden (bestimmt cool, aber Interesse hatten wir daran nicht). Wir stellten uns in die Schlange, saßen kurze Zeit später in einer Gondel und schwebten über dichten Dschungel! Auf dem Gipfel gibt es unterschiedliche Plattformen. Wir wanderten von einer zur nächsten und bestaunten die tolle Aussicht auf die grünen Berge und das türkisblaue Meer!

Zudem konnten wir von dort schon einen Blick auf die Skybridge werfen, die über dem Abgrund schwebt und nur an einem einzigen Stahlpfeiler hängt. Das Überqueren der Brücke kostet nochmal extra, aber gut, wenn man schon hier oben ist, nimmt man das natürlich mit. Beim Überqueren schwankte die Brücke leicht und der Blick in die Tiefe ist schon ein bisschen beängstigend, aber auch sehr cool (man sollte schwindelfrei sein😉)!

Nach dem Besuch der Brücke fuhren wir mit der Gondel zurück ins Tal und liefen zum Seven Wells Wasserfall, der dort in der Nähe ist. Oberhalb des Wasserfalls gibt es natürliche Becken, in denen man baden kann. Der Weg vom Fuß des Wasserfalls zu den Becken sah auf Karten nicht besonders weit aus, aber als wir ihn selbst beschritten, merkten wir wie anstrengend er war! Nachdem wir endlich oben ankamen, war die Erfrischung dringend nötig. Wir entspannten noch ein bisschen im Wasser mit Blick auf den Dschungel, bevor wir uns auf den Rückweg in unsere Unterkunft machten. Den Abend ließen wir wieder mit Pasta ausklingen.

Bootstour durch die Mangroven

Unser Highlight auf Langkawi folgte am nächsten Tag. Wir hatten eine Bootstour in die uralten Mangrovenwälder Langkawis gebucht, bei Peter einem Österreicher, der vor 20 Jahren nach Langkawi ausgewandert ist. Denn wir hatten gelesen, wenn man auf Langkawi ist, muss man eine Tour mit Peter gemacht haben! Wir waren eine kleine Truppe von 10 Leuten und außer uns war am Nachmittag kein anderes Boot mehr unterwegs. Peter erzählte sehr lebhaft, aber auch sehr informativ und es macht Spaß ihm zuzuhören (ein bisschen so, wie man sich Lehrer in der Schule vielleicht gewünscht hätte :D). Wir konnten spüren, dass er für die faszinierenden Mangroven brennt!

Lange dachte man, dass Mangrovenwälder nutzlos sind. Mittlerweile weiß man aber, dass das absolut nicht stimmt! Mangroven sind die einzigen Pflanzen, die in Salzwasser wachsen und daraus sogar ihr eigenes Süßwasser herstellen können (durch den Prozess der Umkehrosmose). Sie wachsen in Mündungsgebieten, da sich dort das Süßwasser des Flusses und das Salzwasser des Meeres durch die Gezeiten vermischt. Außerdem binden Mangroven sehr viel CO2 , deutlich mehr als ein Regenwald der gleichen Fläche, und sind damit ein wichtiger Sauerstoff-Produzent.

Zudem können Mangroven Land aufbauen, indem sich Schlamm aus dem Flusswasser in den Wurzeln der Bäume sammelt und dort festgehalten wird. Dieser Schlamm würde sonst ins Meer gespült werden. Das aufgebaute Land ist sehr nährstoffreich und Heimat vieler Tierarten (wie z.B. von Fischen und Krabben). Ein Grund warum Mangrovenwälder heutzutage abgeholzt werden: der nährstoffreiche Boden eignet sich hervorragend für Aquakulturen zur Shrimpszucht. Wir spürten Peters Wut darüber wie leichtsinnig dieses Ökosystem zerstört wird. Sein Ziel ist ein Bewusstsein zu schaffen, wie toll und schützenswert die Mangrovenwälder sind!

Zum Abschluss der Tour hielten wir an einer kleinen Insel und durften alle ein Mangrovenbäumchen anpflanzen, in der Hoffnung, dass das Bäumchen wächst und gedeiht und der Mangrovenwald auf Langkawi lange bestehen bleibt! Die 4-stündige Tour war wie im Flug vergangen und wahnsinnig spannend! Wir haben noch deutlich mehr über Mangroven erfahren! Wer mehr lernen möchte, muss aber wohl selbst nach Langkawi, da Peter das deutlich besser erklären kann als wir 😉.

Regen im Paradies

Den letzten Tag auf der Insel ließen wir wieder ganz entspannt angehen, da es sehr bewölkt war. Gegen Nachmittag machten wir uns noch einmal auf den Weg zum Strand. Das war aber kein langes Vergnügen, denn wir konnten eine Regenwand beobachten, die immer näher kam. Uns war klar, dass wir es wohl nicht mehr trocken zurückschaffen würden und prompt fing es auch schon an wie aus Eimern zu schütten. Klatsch nass kamen wir im Guesthouse an und da es dann auch schon egal war, tanzten wir noch ein Ründchen durch den Regen! Am Abend kochten wir ein letztes Mal, sodass es zum Abschluss nochmal Pasta gab!

Am nächsten Morgen verließen wir Langkawi und machten uns auf den Weg nach Taman Negara, ein uralter Dschungel in der Mitte von Malaysia!


Unser Fazit zu Langkawi: Langkawi hat uns total überrascht, da wir eine sehr touristische Party-Insel erwartet hatten. Das findet man sicher auch, wenn man das möchte. Wir haben aber vor allem nach Entspannung, Strand und Natur gesucht und genau das bekommen! Da die Insel sehr groß ist, könnte man die Erkundung auch mit einem kleinen Roadtrip verbinden und so noch viele versteckte Ecken entdecken. Wir kommen bestimmt wieder!


Weitere Eindrücke