Georgetown

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Georgetown ist die Hauptstadt der Insel Penang. Auf dem Weg von Festland-Malaysia nach Georgetown fahren die meisten Busse die Hafenstadt Butterworth an, von wo eine Fähre nach Georgetown übersetzt. Wir machten uns also am Vormittag von Ipoh mit dem Bus auf den Weg nach Butterworth. Wir stiegen direkt am Fähranleger aus und reihten uns in die Schlange für die Fähre ein. Aufgrund der Feiertage zum Ramadanende war es super voll! Es herrschte ein ganz schönes Gedränge und Geschiebe, als hinge das Leben der anderen Wartenden vom Erreichen der nächsten Fähre ab! Es kommt alle 30 Minuten eine Fähre und auf der übernächsten nach unserer Ankunft fanden wir schließlich einen Platz!

Georgetown kann man als „Ipoh in groß“ bezeichnen. Die Stadt ist deutlich größer und voller, hier liegt der Ursprung von Malaysias Streetartkultur und es wird als das Streetfood-Paradies Malaysias angepriesen. Und wie in Ipoh können auch hier einige Altbauten im Kolonialstil auf Streifzügen durch die Altstadt bewundert werden.

Ankunft in Georgetown

Nach der Ankunft im Hafen von Georgetown machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu unserem Hostel. Wir hatten ein Zimmer in einem Hostel für Frauen gebucht, denn in deren Doppelzimmern wird der „Anhang“ geduldet, solange die Frau die Buchung durchführt! Den restlichen Tag verbrachten wir ganz entspannt und überlegten uns, wie wir die nächsten Tage gestalten wollten. Am Abend gingen wir direkt noch auf Streetfood-Jagd. Auf der Suche fanden wir eine Straße, in der einige Garküchen aufgebaut waren und probierten uns durch die vor allem chinesischen Gerichte. Alles schmeckte sehr lecker, aber wir hatten ein bisschen mehr erwartet vom Streetfood-Paradies (vielleicht hatten wir auch einfach ein bisschen zu hohe Erwartungen). Auch hier in Georgetown fanden wir eine Hidden Bar und nach kurzem Suchen hatten wir den Eingang entdeckt. Dieser war als orangener Kühlschrank in einem Café getarnt. Witzige Idee, das Speakeasy-Konzept war, außer am Eingang, aber nicht ganz so gut umgesetzt wie in der Bar in Ipoh. Mit leckeren Cocktails ließen wir den Abend ausklingen.

Streetart-Schnitzeljagd

Am nächsten Morgen begaben wir uns auf eine Tour durch die Altstadt. Wir entdeckten kleine, süße Gassen und viele der zum Teil berühmten Kunstwerke. Die bekanntesten Werke sind vom litauischen Künstler Ernest Zacharevic, der 2012 von der Stadt beauftragt wurde einige Werke anzufertigen. Seitdem sind viele weitere Bilder von unterschiedlichen Künstlern hinzugekommen, während ältere Bilder schon langsam wieder verblasen. Diese Vergänglichkeit macht wohl den Reiz von Streetart aus. Wir entdeckten viele tolle Werke und lassen hier am besten mal Bilder sprechen:

Free Walking Tour

Wir sind große Fans von Free Walking Touren, kostenlose Stadtführungen auf Trinkgeldbasis, und schauen immer, ob es Anbieter in den jeweiligen Städten gibt. In Georgetown werden Touren vom Touristenbüro angeboten und wir nahmen an einer Tour am nächsten Tag teil. So erfuhren wir vieles über die chinesischen Einwanderer, die Schutz bei den unterschiedlichen chinesischen Clans fanden und sich zur Verteidigung ihres jeweiligen Clans verpflichteten. Die Unruhen zwischen den verschiedenen Clans eskalierten 1867 und es kam zu Straßenkämpfen. Die Kolonialisierung durch Großbritannien im selben Jahr führte schließlich zu einer Beruhigung der Lage (v.a. durch die Einführung von Strafverfolgungsmechanismen). Heute noch können viele der gut erhaltenen Clanhäuser, die immer ein bisschen an Tempel erinnern, bewundert werden. Im Anschluss ließen wir uns einfach ein bisschen durch die Stadt treiben und entdeckten einen Streetfood-Markt, auf dem wir einige Kleinigkeiten probierten.

Ausflug in den Nationalpark von Penang

Nach ein paar Tagen in der Stadt hatten wir Lust auf ein bisschen Abwechslung und machten uns früh am Morgen auf den Weg in den Nationalpark von Penang. Da das Busnetz auf der Insel sehr gut ausgebaut ist, konnten wir sogar mit einem Stadtbus direkt bis zum Eingang des Parks fahren. Es gibt verschiedene Trails im Park, aber fast alle waren gesperrt, weswegen wir uns auf den Weg zum Turtle Beach machten. Der Weg war nicht allzu anstrengend und so kamen wir nach ca. einer Stunde am Ziel an und waren trotzdem total verschwitzt. Der Strand war schön und ursprünglich. Wir haben uns in den Sand gelegt, gepicknickt und entspannt. Baden ist hier aufgrund gefährlicher Strömungen verboten. Nach drei Stündchen machten wir uns auf den Rückweg. Dabei konnten wir viele bunte Schmetterlinge und eine riesige Spinne, die ihr Netz quer über den Weg gespannt hatte, beobachten (die Spinne sorge für einen etwas größeren Schreckmoment!). Zurück am Eingang setzten wir uns an die gleiche Bushaltestelle und hofften, dass hier auch die Busse zurück nach Georgetown fuhren. Das war aber nicht der Fall! Ein Bus stoppte zwar auf der anderen Straßenseite, aber nach dem Stopp hatte der Bus kein Fahrziel mehr angeschrieben und es sah eher aus, als hätte der Busfahrer Feierabend. Er winkte uns zu sich und gab uns zu verstehen, dass wir einsteigen sollten. Nachdem wir eingestiegen waren, wollte er uns nicht bezahlen lassen. Schließlich hielt er nach einigen Minuten Fahrt an einer Haltebucht und deutete auf einen anderen Bus. Das war dann der Richtige! Zum Glück hatte uns der super nette Busfahrer mitgenommen, zu Fuß wären das sicher 30 Minuten gewesen.

Während der Busfahrt überlegten wir, was wir uns zum Abendessen gönnen könnten und dachten, dass Burger mit Pommes zur Abwechslung ganz nett wären. Ein ansprechendes Burger-Restaurant fanden wir auf Google aber nicht und verschoben die Entscheidung auf später. Irgendwo in Georgetown hieß es plötzlich „Endstation, alle aussteigen!“. Ziemlich überrumpelt verließen wir den Bus und standen direkt vor einem Burger-Straßenstand (diese Burger-Stände sind typisch für Malaysia). Wir verstanden das als Zeichen und ließen uns die Burger dort schmecken!;)

Unseren letzten Tag in Georgetown ließen wir ziemlich gemütlich angehen. Wir besorgten unsere Tickets für die Fähre nach Langkawi am nächsten Morgen, wuschen Wäsche, tranken Kaffee in einem gemütlichen Cafe und probierten uns am Abend durch ein paar Leckereien in einem Food Court.


Unser Fazit zu Georgetown: Georgetown ist wirklich schön und einen Besuch wert! Vor allem die kleinen Gassen der Altstadt und die tollen Streetart-Kunstwerke sind toll anzusehen! Von Georgetown als Streetfood-Paradies hatten wir ein bisschen mehr erwartet, aber nichtsdestotrotz haben wir sehr leckere Gerichte probieren können.


Weitere Eindrücke