Cameron Highlands

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Was sind die Cameron Highlands?

Die Cameron Highlands, ein Gebiet in Malaysia, wurden während der Kolonialzeit von den Briten als Naherholungsgebiet entdeckt und liegen auf ca. 1400m. Sie sind besonders beliebt bei Touristen, weil sie in dem sonst tropischen Malaysia mit angenehmen Temperaturen, tagsüber um die 20-25°C, auftrumpfen. Allerdings muss man sich hier auch auf viel Regen einstellen. Diese konstanten, kühleren Temperaturen eignen sich perfekt zum Anbau von Tee, Obst und Gemüse, weswegen man dort zahlreiche Teeplantagen und Gewächshäuser findet (hier werden sogar Erdbeeren angebaut). In den Highlands gibt es verschiedene Städtchen, in denen man übernachten kann. Das größte und bekannteste ist Tanah Rata (ist aber trotzdem nur so groß wie ein Dorf). Dies ist sozusagen das Tor in die Highlands, da alle Buse dort halten. Entlang der Straße durch die Highlands gibt es noch einige weitere Orte. Diese sind aber nicht mehr so einfach zu erreichen und die Treks die wir schaffen wollten, starteten alle in Tanah Rata, weshalb wir uns dort einquartierten.

Anreise nach Tanah Rata

Die Busfahrt war bis auf einen überaus mürrischen Busfahrer sehr entspannt, wir buchten unsere Unterkunft für die nächsten Tage und bestaunten die Landschaft, die an uns vorbeizog. Gegen Ende der Fahrt wurde es immer kurviger und unser Busfahrer arbeitete sich hupend die engen Kurven hinauf. Als wir in Tanah Rata ankamen und ausgestiegen waren, wurden wir von angenehmen 20°C und Sonnenschein begrüßt.

Wir machten uns zu Fuß auf den Weg zu unserer Unterkunft, wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Unser Zimmer lag in einer schönen Dreizimmerwohnung mit gemütlichem Wohnzimmer, Küche und kleinem Balkon mit Blick ins Grüne. Kaffee und Tee standen kostenlos zur Verfügung und das Frühstück wurde uns am Morgen in die Küche gestellt.

Die Dame an der Rezeption gab uns noch ein paar Tipps zu den unterschiedlichen Trails und erzählte uns vom Ramadan-Markt, der jeden Tag gegen Spätnachmittag öffnet. Dort kann man die unterschiedlichsten Gerichte günstig einkaufen und für das Abendessen mitnehmen. Das würden wir sicherlich noch ausprobieren. Am Abend unserer Ankunft gingen wir aber auf Empfehlung unserer Mitbewohner zu einem indischen Restaurant. Bis auf das Naan-Brot war das Essen dort leider grauenhaft. Ich (Sandra) hatte ein Essen, das selbst mit bestem Willen nicht ansatzweise an indisches Essen erinnerte.

Auf Trail 10 durch die Highlands

Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf den Weg zu unserer ersten Wanderung. Wir hatten uns Trail 10 rausgesucht, einer der beliebtesten Trails der Gegend. Es war angenehm kühl und die Sonne schien. Es ging durch den Dschungel bergauf. Die Luft war feucht und viele der Bäume waren mit Moos bewachsen, das sah ein bisschen mystisch und ziemlich cool aus! Nach ca. einer Stunde hatten wir es schon auf den Gipfel geschafft und waren neben einem anderen Typ die Einzigen hier oben. Die Aussicht war, wenn auch etwas wolkenverhangen schön, wir konnten sogar einige Teeplantagen ausmachen.

Wir genossen die Ruhe und Aussicht auf die Umgebung. Nach einer Weile wurde es immer voller und immer lauter am Gipfel – eine Gruppentour aus einem Hostel hatte ihren Weg hoch gefunden. Wir flüchteten und gingen nun weiter auf Trail 6, da wir gelesen hatten, dass dieser mitten durch einige Teeplantagen führen würde. An einem Aussichtspunkt legten wir ein kurzes Päuschen ein und schon hatte uns die Gruppe wieder eingeholt. Wir hörten gerade noch wie der Guide seiner Gruppe erzählte, dass die nächsten 20 Minuten des Weges etwas schwierig wären, danach würde es aber besser werden. Wir dachten nur: „ach so schwierig wird es schon nicht werden“ und standen prompt auf einem schmalen, matschigen und steilen Pfad. An dort angebrachten Seilen konnten wir uns zum Glück festhalten, sonst wären wir den Pfad wahrscheinlich auf dem Hintern nach unten gerutscht. Nichtsdestotrotz hatten sich ein paar aus der Gruppe vor uns schon hingelegt. Aber der Guide hatte Recht, nach 20 Minuten war das geschafft und der restliche Weg war entspannt!

Nach der Rutschpartie führte der Weg an einigen Obst- und Gemüsegärten vorbei, bevor es endlich durch Teeplantagen ging. Diese leuchteten in den unterschiedlichsten Grüntönen und sahen irgendwie ganz flauschig aus! Am Ende des Trails liegt ein Teehaus. Wir kehrten dort ein und tranken ein Kännchen des lokalen Tees mit dem besten Ausblick auf die Plantagen! Die vier Kilometer zurück nach Tanah Rata gingen wir an der Straße entlang, da dies leider der einzige Weg ohne großen Umweg war. Glücklicherweise war der Seitenstreifen sehr breit!

Für das Abendessen holten wir uns ein paar Leckereien auf dem Ramadan-Markt und verspeisten diese gemütlich in unserer Unterkunft. Da alles sehr lecker schmeckte, machten wir das am nächsten Abend wieder so!

Neuer Tag – neue Wanderung

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf den Weg. Wir hatten uns einen Rundweg überlegt, der verschiedene Trails verbinden sollte. Der Beginn war easy, es ging auf und ab durch einen Wald, der fast ein bisschen an einen Nadelwald in Deutschland erinnerte. Es war sehr ruhig und durch das Feuchte und das Sonnenlicht, das durch die Baumkronen fiel, wirkte es noch mystischer als am vorherigen Tag. Obwohl der erste Teil nicht so schwer war, waren wir durch die hohe Luftfeuchtigkeit total durchgeschwitzt als wir am Knotenpunkt aller Trails ankamen. Dort machten wir einige Zeit Pause, um uns ein bisschen zu stärken, da wir gelesen hatten, dass es der Weg auf den Gipfel in sich haben sollte. Wir ahnten aber noch nicht wie anstrengend es letztendlich werden sollte.

Nachdem wir uns ausgeruht hatten, machten wir uns an den Aufstieg auf den Gipfel. Der Weg bestand aus durch Wurzeln geformte Stufen und glitschig/ matschigen Lehmboden zwischen den Wurzeln (die 20 Minuten am Vortag waren dagegen fast ein Spaziergang). So mussten wir für das Erklimmen des Gipfels ganz schön über die Wurzeln klettern, da die Stufen zum Teil sehr hoch waren. Aber wir hatten es nach oben geschafft und versuchten nicht daran zu denken, dass wir dort auch wieder runter mussten! Erstmal wollten wir die Aussicht genießen. Tja, die war leider ziemlich enttäuschend. Da der Gipfel mit Bäumen bewachsen war, konnten wir, bis auf an einer Stelle, die Umgebung nicht sehen.

Nachdem wir uns am Gipfel etwas erholt hatten, kletterten wir die gleiche Strecke wieder herunter. Wir hätten gerne einen anderen Weg genommen, dieser war aber durch einen Erdrutsch unpassierbar. Ziemlich platt kamen wir in Tanah Rata an, kauften uns Bustickets nach Ipoh für den nächsten Morgen und Essen auf dem Ramadan-Markt. Den Abend ließen wir entspannt in unserer Unterkunft ausklingen.


Unser Fazit zu den Cameron Highlands: Die kühleren Temperaturen waren zur Abwechslung sehr angenehm und das Wandern in den Highlands hat viel Spaß gemacht. Kulinarische Highlights haben wir dort aber eher nicht gefunden. Wir finden, dass die Highlands aber auf jeden Fall einen Besuch wert sind.


Weitere Eindrücke