Kuala Lumpur – Teil 2

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Malaysias Nationalgericht „Nasi Lemak“

Nach dem vielen Sightseeing der vorherigen Tage, entspannten wir einen Vormittag im und am Infinity Pool. Diesen hatten wir fast für uns allein, da die meisten tagsüber in KL unterwegs sind und den Abend mit super Ausblick über das Lichtermeer im Pool ausklingen lassen. Leider war auch dieser Tag eher regnerisch, weswegen wir es uns in der Wohnung gemütlich machten. Am Abend nutzten wir eine Regenpause, um die Nachbarschaft unserer Unterkunft zu erkunden. Hierbei handelt es sich um recht ursprüngliche, malaiische Viertel und vor allem eines der Viertel (Kampung Baru) wehrt sich bisher erfolgreich gegen eine Modernisierung. Hier probierten wir das erste Mal das malaysische Nationalgericht „Nasi Lemak“. Dabei handelt es sich um Kokosmilchreis der mit süßlich-scharfer Sambalsauce, gerösteten Erdnüssen, Gurke, Ei und frittierten Sardellen serviert wird. Dazu kann man meist noch Hähnchen in verschiedenen Saucen wählen. Klingt etwas komisch, schmeckt aber gut (bis auf die Sardellen😉). Zufälligerweise sind wir in einem Straßenrestaurant gelandet, dass vor einigen Jahren eine Auszeichnung für das beste Nasi Lemak in KL erhalten hat. Nachdem wir unsere Portionen (manch einer holte sich sogar noch eine zweite Portion) verschlungen hatten, sah die Welt trotz des Regens wieder wunderbar aus. Während unserem Spaziergang durch die verschiedenen Viertel und beim Essen stellten wir wieder fest, wie nett die Menschen in KL sind. Wir wurden begrüßt, herzlich angelächelt und bekamen alles erklärt, als sie merkten, dass wir keine Ahnung hatten!

Die größte Moschee Malaysias

Die größte Moschee Malaysias befindet sich in Shah-Alam, eine Nachbarstadt von KL. Wir machten uns mit der Bahn auf den Weg dorthin. Die letzten Kilometer von der Bahnstation zur Moschee legten wir mit Grab zurück (Grab ist in Malaysia sehr populär und sehr günstig!). Schon von weitem sahen wir die riesige, blaue Kuppel und die vier Minarette der Abdul-Aziz-Shah-Moschee, die auch Blaue Moschee genannt wird. Freiwillige bieten für Besucher zu bestimmten Zeiten kostenlose Führungen an. Wir kamen genau zur richtigen Zeit und konnten direkt an einer Führung teilnehmen. So konnten wir einiges zur Moschee selbst erfahren, es wurde uns aber auch sehr viel über den Islam in Malaysia erklärt. Beispielsweise finden sich für das Freitagsgebet bis zu 24000 Menschen in der Moschee ein (das Freitagsgebet ist das wichtigste Gebet der Woche und sollte in einer Moschee verrichtet werden). Während Ramadan wird von der Moschee ein gemeinschaftliches Fastenbrechen angeboten. Auch in dieser Moschee müssen sich Frauen für die Besichtigung verschleiern, die Damen dort waren zum Glück so nett mir beim Einkleiden zu helfen.

Nach dem Besuch fuhren wir mit einem sehr netten Grab-Fahrer zurück zum Bahnhof. Er freute sich total, als wir einstiegen, denn allzu viele Touristen verirren sich nicht nach Shah-Alam. Er gab uns viele Essens- und Reisetipps für Malaysia und war so aufgeregt, dass er sich direkt verfahren hat! So konnten wir noch ein bisschen länger mit ihm quatschen! Er verabschiedete sich, wünschte uns eine ganz tolle Zeit in Malaysia und wir fühlten uns ein weiteres Mal herzlich willkommen!

Umzug in KL

Weil es uns bisher so gut in Kuala Lumpur gefallen hatte und wir uns so wohl fühlten, beschlossen wir noch ein paar Tage länger in der Stadt zu bleiben. Und das war, wie sich später herausstellen sollte, eine sehr gute Entscheidung! Wir buchten eine andere Unterkunft über AirBnB in einem Condo in Bukit Bintang. Unser neues Zimmer befand sich in einer riesigen Wohnung im 20. Stock. Unser Host Saleh wohnte selbst mit in der Wohnung und empfing uns herzlich (Airbnbs werden in Asien oft wie Hotels betrieben, weswegen es eine Seltenheit ist engeren Kontakt zu den Hosts zu haben). Er selbst kommt ursprünglich aus dem Jemen und lebt seit drei Jahren in Kuala Lumpur. Wir verstanden uns super und er lud uns zum Abendessen mit ihm und seinen Freunden ein. Das Angebot nahmen wir gerne an.

Vor dem Essen erkundeten wir noch den Eco Forest Park, ein kleiner Dschungel mitten in der Stadt mit einem Canopy Walk und einigen „Wanderwegen“. Das hatten wir so nicht erwartet, zwischen den Baumwipfeln vergaßen wir glatt, dass wir in einer Großstadt waren! Wir wanderten eine Weile durch den Park und genossen die Ruhe. Die Beschilderung war aber leider etwas dürftig und so mussten wir feststellen, dass der Ausgang, den wir nehmen wollten, abgesperrt war. Der Zaun war aber nicht so hoch und so kletterten wir einfach über den Zaun!

Salsa Party in KL

Am Abend gingen wir in ein syrisches Restaurant, natürlich pünktlich zum Fastenbrechen, und aßen mit einer lustigen, bunt gemischten Truppe leckere syrische Gerichte. Danach probierten wir noch unterschiedliche syrische Süßspeisen. Saleh und die anderen kennen sich vom Salsa-Tanzen, denn Kuala Lumpur hat eine sehr aktive Salsa-Szene und fast jeden Abend findet irgendwo in KL eine Salsa-Party statt. So auch an diesem Abend und wir sind einfach mal mitgegangen. Unser Salsa-Kurs ist zwar schon ein Weilchen her, aber zumindest die Grundschritte waren bei mir, Sandra, noch da. Als Frau wird man öfter mal zu einem Tänzchen aufgefordert und mit einem guten Tanzpartner klappen die meisten Figuren, dann fast wie von alleine!;) Irgendwann haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht und das waren zum Glück nur ein paar Minuten zu Fuß.

Indischer Brunch und Handcraft Market

Am nächsten Morgen haben wir ausgeschlafen und lernten den anderen Mitbewohner, ein Deutscher der seit ca. vier Monaten in KL wohnt, und die Freundinnen der beiden kennen. Die vier hatten gerade beschlossen bei einem indischen Restaurant brunchen zu gehen und fragten, ob wir nicht mitgehen wollten. Da sagten wir natürlich wieder nicht nein! Beste Entscheidung, denn das Essen war der Knaller! Wir tranken Masala Tee, ein indischer Gewürztee, und aßen Paratha, ein indisches Brot, mit unterschiedlichen Currys, die man an einem Buffet in kleine Teller füllt. Das Ganze wird natürlich mit den Händen gegessen, für Ungeübte gibt es aber auch Besteck! Berechnet wird am Ende die Anzahl der Brote und Teller, wobei der Preis aber je nach Kellner und Sympathie variieren kann. Gut, dass die anderen vier dort Stammgäste sind!

Den Nachmittag verbrachten wir entspannt am Pool des Condos, der sich zwar nicht auf der Dachterrasse befand, aber dafür sehr groß war. Am Abend fuhren wir mit den anderen zu einem Handcraft Market, der in einem alten Fabrikgelände stattfand. Dort stellten viele junge Designer und Start-ups ihre Produkte vor und es gab alles von leckeren Cookies über festes Parfüm bis hin zu Kleidung. Nach dem Stöbern meldete sich der Hunger und wir wechselten zu den Food Trucks, die für das leibliche Wohl sorgten. Die Stimmung war sehr entspannt und wir ließen den Abend bei Live-Musik ausklingen.

Letzter Abend in KL

An unserem letzten Abend fuhren wir mit den anderen zu einem Nasi Lemak Restaurant etwas außerhalb, denn laut Saleh’s Freundin gibt es dort das beste Nasi Lemak in Kuala Lumpur. Es hat wirklich gut geschmeckt, aber das erste, das wir in der vorherigen Woche gegessen hatten, hat uns ein bisschen besser geschmeckt. Danach sind wir zurück in die Stadt gefahren und in einem Irish Pub eingekehrt, da dort ein Pub Quiz stattfand. Wir hatten einen sehr lustigen Abend und haben immerhin eine der fünf Quizrunden gewonnen! Das war ein schöner Abschluss unserer Zeit in Kuala Lumpur und wir sind happy noch ein paar Tage länger in der Stadt geblieben zu sein.

Am nächsten Morgen ging es mit der U-Bahn zum zentralen Busbahnhof. Dort kauften wir Tickets für den nächsten Bus in die Cameron Highlands und waren mal wieder perplex, wie einfach und gut organisiert alles war (es gab sogar ein Buchungssystem, über das alle Tickets der unterschiedlichen Anbieter gebucht werden konnten)! Unser nächstes Ziel: Tanah Rata in den Cameron Highlands.


Unser Fazit zu KL: Es hat uns sehr gut gefallen in Kuala Lumpur, alles war so einfach und gut organisiert, aber trotzdem exotisch und multikulturell. Wir fühlten uns sehr willkommen und hatten das Gefühl, dass die vielen Menschen hier sehr tolerant sind. Ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen kann funktionieren und Kuala Lumpur ist ein gutes Beispiel dafür. Wir werden definitiv wiederkommen!


Weitere Eindrücke