Kuala Lumpur – Teil 1

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Von Malaysia hatten wir vor unserer Reise relativ wenig, aber nur Gutes gehört. Wir waren total gespannt, was uns erwarten würde und freuten uns sehr auf die Zeit. Wie lange wir bleiben würden, wussten wir noch nicht, aber da man als Deutscher bei der Einreise einfach so eine kostenlose, dreimonatige Aufenthaltsgenehmigung bekommt, ist das sehr entspannt– das spricht eindeutig für die Gastfreundschaft der Malaysier!

Malaysia ist multikulturell!

Malaysia ist ein multiethnischer Staat. Die größte ethnische Gruppe sind Malaien, gefolgt von Chinesen und Indern. Alle Personen mit der Staatsbürgerschaft Malaysias werden als Malaysier bezeichnet. Malaysia ist vor allem muslimisch geprägt, durch die unterschiedlichen Ethnien werden aber auch andere Religionen praktiziert und toleriert. Zumindest haben wir den Eindruck bekommen, dass das Zusammenleben in Malaysia ganz friedlich und tolerant funktioniert und sich vor allem unter jungen Leuten langsam eine „malaysische Identität“ formt (Malaysia ist noch ein recht junger Staat und erlangte seine Unabhängigkeit 1957). Gerade dieser Kulturmix macht es zu etwas ganz Besonderem!

Ankunft in Kuala Lumpur

Nach der Ankunft am Flughafen 30 km vor den Toren von Kuala Lumpur fuhren wir mit einem Shuttle Bus ins Zentrum. Von dort ging es weiter mit der U-Bahn zu unserer Unterkunft. Und wir stellten direkt fest, dass das hier in KL, wie es von allen nur genannt wird, super easy wird. Alles ist in Englisch ausgeschildert und ganz viele Menschen sprechen sehr gutes Englisch. So hat sich KL direkt super angefühlt, alles machte einen sauberen, gepflegten und gut organisierten Eindruck, Verkehrschaos wie in Bangkok gab es nur ganz vereinzelt.

Für Kuala Lumpur hatten wir bereits in Ayutthaya, Thailand, eine Unterkunft für eine Woche gebucht. Und seit diesem Tag freuten wir uns auf dieses AirBnB, denn das Condo, in dem sich die Wohnung befindet, hat einen Infinity Pool im 37. Stock mit Ausblick auf die Skyline von KL! Wir hatten ein Zimmer in einer Zweizimmerwohnung gebucht, das zweite Zimmer stand aber bis auf eine Nacht leer und so hatten wir die Wohnung mit Wohnküche und Balkon für uns alleine. Das fühlte sich ein bisschen an wie nach Hause kommen und es tat gut den Rucksack mal komplett auszupacken, einzukaufen und am Morgen gemütlich zu frühstücken.

Ramadan in Malaysia

Am Abend nach unserer Ankunft gingen wir zum Abendessen in eine Shopping-Mall neben dem Condo und nahmen bei einem Restaurant mit arabischen Gerichten Platz. Es war 18:45 und rappelvoll. Wir bestellten und bekamen unser Essen sehr zügig serviert. Komischerweise waren wir aber die Einzigen, die das Essen schon bekommen hatten. Da fiel uns wieder ein, dass gerade Ramadan war, der Fastenmonat der Moslems. In diesem Monat verzichten die Moslems zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Nach Sonnenuntergang wird das Fastenbrechen dann meist mit Familie und Freunden zelebriert. Um 19:15 brach dann die große Hektik aus und die restlichen Tische wurden so schnell wie möglich mit Essen und Getränken versorgt! Obwohl Malaysia größtenteils muslimisch ist, findet man während des Ramadans auch tagsüber immer etwas zu essen, da muss man sich keine Sorgen machen. Aus Respekt sollte man aber nicht unbedingt auf offener Straße essen. Zum Abschluss des Tages mussten wir dann natürlich noch die Aussicht von der Dachterrasse bewundern und waren ganz hin und weg! Der Blick auf die Skyline inklusive der Petronas Towers, dem Wahrzeichen KLs, war atemberaubend!

Erste Eindrücke aus Kuala Lumpur

An unserem ersten vollen Tag machten wir uns auf den Weg, um die Stadt ein bisschen zu erkunden. Uns fiel direkt auf, dass Kuala Lumpur multikulturell und bunt ist! Moscheen, Hindu-Tempel, chinesische Schreine und Kirchen, Frauen mit und ohne Kopftüchern, Frauen in bunten Saris und ebenso vielfältig wie die Bevölkerung war auch die Auswahl an Speisen!

Unser erstes Ziel war die Masjid Jamek, die älteste Moschee von KL, die an der Flussgabelung der Flüsse Klang und Gombak liegt. Diese kann man außerhalb der Gebetszeiten besichtigen. Als Frau muss man vor dem Betreten eines der zur Verfügung gestellten Gewänder überwerfen, bei Männern sind lange Hosen ausreichend. Am Eingang der Moschee wurden wir von Freiwilligen empfangen, die gerne etwas zur Geschichte der Moschee und zum Islam an sich erzählen. Nach der Besichtigung gingen wir zum nebenan gelegenen Merdeka Square, auch als Unabhängigkeitsplatz bekannt, da hier 1957 die britische Flagge gegen die malaysische Flagge ausgetauscht und damit die Unabhängigkeit Malaysias offiziell wurde. An den Platz grenzt das schöne Sultan Abdul Samad Gebäude, das während unseres Besuchs aber leider von Zelten verdeckt wurde. Früher war in diesem Gebäude die britische Kolonialverwaltung untergebracht, heute beherbergt es die Ministerien für Information, Kultur und Kommunikation.

Wir schlenderten weiter durch das Zentrum bis wir in Little India ankamen. Dort sticht vor allem eine Straße besonders heraus. Diese Straße ist kunterbunt, aus den Läden wummern laute Bollywood-Bässe und es gibt eine Vielzahl an indischen Restaurants und Shops. Wir hatten uns Little India doch ein bisschen größer und wuseliger vorgestellt.

Von dort ging es weiter nach Chinatown und in eine der bekanntesten Einkaufsstraßen KLs, die Petaling Street. In der Straße war viel Betrieb und es waren Menschen aus aller Welt unterwegs. An den vielen Verkaufsständen werden alle möglichen „Marken“-Produkte verkauft, natürlich in bester Qualität und zu super Preisen, wie die Verkäufer immer wieder betonten. Dazwischen finden sich viele Restaurants und Garküchen, die chinesische Spezialitäten anbieten. Über der Straße sind an Seilen viele rote Lampions aufgehängt. Nach unserem Besuch von Chinatown fuhren wir erschöpft von diesem langen Tag wieder zurück zu unserem AirBnB. Als wir dort ankamen fiel uns auf, dass wir uns noch nicht um unser Abendessen gekümmert hatten. Da wir so platt waren, führte uns unser Weg in die schon vom Vortag bekannte Mall. Mit dem Essen schlossen wir unseren ersten vollen Tag in einem neuen Land zufrieden ab.

KLCC und Bukit Bintang

Neuer Tag – neue Gegend. Wir erkundeten die Gegend rund um die Petronas Towers und den schönen KLCC Park, von dem man den besten Blick auf die beiden Türme hat. Die Fahrt auf die Aussichtsplattform der Türme war uns etwas zu teuer und besser als von „unserer“ Dachterrasse konnte es kaum sein, weshalb wir die Aussichtsplattform nicht besuchten. Im Park beobachteten wir ganze Horden von Pokemon Go-Spielern, manche gingen sogar mit zwei oder drei Smartphones auf Pokemon-Jagd. In Asien scheint das wohl noch voll im Trend zu sein. Von dort ging es weiter nach Bukit Bintang, das Ausgeh- und Amüsierviertel von KL. Tagsüber wirkte es ziemlich schmuddelig und heruntergekommen. Es erinnerte uns ein bisschen an die Reeperbahn, die man tagsüber auch eher meiden sollte!

Jalan Alor, DIE bekannte Streetfood-Straße von KL, ist auch in Bukit Bintang. Gegen Abend stellen die Restaurants Tische und Stühle in der Straße auf und es wird rappelvoll. Mit einer Streetfood-Straße wie wir es aus Thailand kannten, ließ sich diese Straße leider überhaupt nicht vergleichen, obwohl sogar einige Restaurants thailändische Küche anboten. Wir hatten uns die Straße anders vorgestellt, weshalb wir enttäuscht von der Aufmachung und den Menschen, die uns ständig von der Seite anquatschten, ohne dort etwas zu Essen, weiterzogen. Da sich unser Hunger aber trotzdem meldete, aßen wir in einem indischen Restaurant um die Ecke (und das war wahrscheinlich das schlechteste indische Restaurant in KL!). Ziemlich platt machten wir uns nach dem Essen auf den Heimweg.

Batu Caves

Nach dem indischen Reinfall am vorherigen Tag, machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zu einem indischen Restaurant, von dem wir auf einem Blog gelesen hatten. Dort gibt es am Mittag „unlimitted meals“, man bekommt eine Platte mit vielen kleinen Schälchen und in der Mitte landet ein riesiger Berg Reis. Dabei kann man alles so oft wie man möchte nachbestellen. Wir waren aber schon nach der ersten Runde pappsatt und super happy, denn es hat sehr lecker geschmeckt (Kostenpunkt: 2,50€ pro Platte)!

Gestärkt machten wir uns auf den Weg zu den Batu Caves. Diese liegen etwas außerhalb, sind aber ganz leicht mit den Öffentlichen zu erreichen. Auf einem großen Platz steht eine große goldene Statue von Lord Murugan und dahinter führt eine steile Treppe mit 272 bunten Stufen zum Eingang der Haupthöhle. In der Höhle befinden sich einige wichtige Hinduschreine, weswegen sich neben Touristen auch viele indische Familien die Stufen hochkämpften. Wir fanden die Höhle mit einer Deckenhöhe von ca. 100m wirklich beeindruckend und auch der Blick auf die Stadt von der obersten Treppenstufe ist toll. Gerade als wir uns an den Abstieg machen wollten, fing es an wie aus Eimern zu schütten. Um nicht bis auf die Knochen nass zu werden, verweilten wir noch ein bisschen in der Höhle und machten uns in einer kurzen Regenpause an den Abstieg. Da es an diesem Nachmittag aber immer wieder regnete, verbrachten wir den restlichen Tag in unserer Wohnung.

Unsere Erlebnisse der nächsten Tage in Kuala Lumpur erzählen wir euch in unserem nächsten Beitrag!


Weitere Eindrücke