Krabi

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Krabi-Stadt, komische Stadt

Krabi-Stadt wird meistens als touristische Durchgangsstadt beschrieben. Die meisten Urlauber bleiben nicht in der Stadt, sondern kommen nur am Flughafen von Krabi an und fahren direkt weiter in die Hotels am Meer. Aufgrund der Beschreibungen, die wir zuvor von der Stadt gelesen hatten, sind wir eher widerstrebend nach Krabi-Stadt gefahren. Aber da wir von dort weiterreisten, hatten wir keine andere Wahl. Nachdem wir nun ein paar Tage in der Stadt verbracht haben, können wir diesem Eintrag vorwegnehmen, dass Krabi leider genau den Flair versprühte, von dem man immer hört und uns die Stadt selbst nicht gefallen hat. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Stimmung der Stadt war irgendwie komisch.

Aber ich, Sandra, hatte zufällig ein paar Tage zuvor ein Bild von einem krassen Aussichtspunkt in der Nähe von Krabi auf Instagram entdeckt! Und dort wollten wir unbedingt hin! Leider kommt man zum Ausgangspunkt des Treks, über den der Aussichtspunkt erreicht werden kann, nur per Roller oder Auto. So organisierten wir uns gleich nachdem wir angekommen waren und eingecheckt hatten gezwungenermaßen einen Fahrer, der uns am Morgen des folgenden Tages abholen sollte. Danach schlenderten wir noch ein bisschen über den Nachtmarkt und gönnten uns einen unserer letzten Rotis in Thailand.

Der Dragon Crest

Am nächsten Morgen holte uns unser Fahrer, fast pünktlich, am Hotel ab und nach einer guten Stunde Fahrt waren wir am Eingang des Nationalparks. Dort trugen wir uns in die Liste der Park-Ranger ein und schon konnten wir den Trek beginnen. Die ersten hundert Meter waren noch sehr einfach zu bewältigen und da wir relativ früh starteten, war es zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht so heiß. Doch im Verlaufe des Treks wurde aus dem anfänglichen „zum Glück ist es noch nicht so heiß“, schnell ein „es ist viel zu heiß und schwül“! Dies wurde dadurch verschlimmert, dass es nach den ersten hundert Metern nur noch steil bergauf durch den Dschungel über Treppen und über natürliche, durch Wurzeln geformte Treppen ging. So waren wir nach einer Viertelstunde komplett nassgeschwitzt! Dieser Trek war unsere erste Dschungelerfahrung und trotz der Anstrengung waren wir total fasziniert von den vielen unterschiedlichen Grüntönen und Pflanzenarten. Auch die Geräuschkulisse war ohrenbetäubend und fast durchgehend gaben Zikaden Laute von sich, die sich wie Motorsägen anhörten. Es war super anstrengend und wir freuten uns riesig als wir den ersten Aussichtspunkt erreichten! Die Aussicht hier war schon sehr vielversprechend und wir legten eine kurze Verschnaufpause ein. Eine leichte Brise trocknete den Schweiß ein bisschen.

Etwas erholt ging es auf dem nun nicht mehr ganz so steilen Weg weiter und nach insgesamt ca. 1,5 Stunden hatten wir es geschafft. Wir waren oben am Gipfel angekommen, knallrot im Gesicht und komplett nassgeschwitzt! Dank der atemberaubenden Aussicht waren die Anstrengungen sofort vergessen. Der Blick in die Ferne war der absolute Knaller und eine angenehme Brise sorgte für Abkühlung! In dem Moment waren wir so glücklich und dankbar diese Reise machen zu können! Auf dem Gipfel gibt es verschiedene Stellen, von denen die Aussicht bewundert werden kann und so wanderten wir von einem zum nächsten Punkt, machten Fotos, entspannten, machten Picknick und genossen den Ausblick.

Bis auf ein anderes deutsches Pärchen waren wir fast allein dort oben. Die beiden waren kürzlich auf Weltreise aufgebrochen und es war witzig die ersten Reiseerfahrungen auszutauschen. Wir quatschen bestimmt eine halbe Stunde mit den Beiden, bis langsam einige graue Wolken heranzogen. Das sah nach Regen aus! Die Beiden machten sich auf den Rückweg. Wir wollten aber unbedingt noch eine Felsnase finden! Davon hatten wir so viele Bilder gesehen und die sahen echt krass aus! Nach etwas suchen, fanden wir die Felsnase und den Zugang zu ihr. Der war aber mit Stacheldraht abgesperrt! Glücklicherweise führte drumherum ein gut ausgetretener Trampelpfad. Verrückt, was man manchmal für ein Foto macht.;)

Nachdem wir einige Fotos geschossen hatten, machten auch wir uns auf den Rückweg. Geregnet hat es zum Glück nicht! Wir waren bei unserer Ankunft am Ausgangspunkt des Treks aber trotzdem so durchgeschwitzt als hätte es geregnet. Nach der Ankunft trugen trugen wir unsere Rückkehr bei den Rangern ein und machten uns auf den Rückweg nach Krabi. Wir waren froh ausreichend Wasser mitgenommen zu haben, insgesamt ca. 4,5l, denn die waren nach dem Trek komplett leer. Dass man zu solch einer Wanderung angemessene Schuhe anzieht, zumindest Turnschuhe oder besser leichte Wanderschuhe, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Trotzdem sahen wir ein Pärchen in Strandkleidung und Flipflops. Den Beiden war wohl nicht bewusst worauf sie sich einließen (zum Gipfel haben sie es nicht geschafft.). Außer einer Dusche, einem Abendessen und Schlaf brauchten wir an diesem Tag nichts mehr! Was für ein verrückter Tag!

Das Privileg wählen zu dürfen

Der nächste Tag war ziemlich grau und regnerisch, genau das richtige Wetter für einen entspannten Start in den Tag. Außerdem stand ein wichtiger Punkt auf unserer to-do-Liste: wir wollten unsere Stimme bei der Europawahl abgeben. Das hatte uns ein paar Nerven gekostet, denn ganz so leicht war die Umsetzung nicht. Unsere erste Idee, die Briefwahlunterlagen an die deutsche Botschaft in Kuala Lumpur schicken zu lassen, mussten wir verwerfen, da die Stimmzettel trotz Kurier nicht rechtzeitig in Deutschland angekommen wären. Deshalb hatten wir während wir in Chiang Mai waren, eine Nacht in einem Hotel in Krabi gebucht (unsere letzte Nacht in Thailand), die Versendung unserer Wahlunterlagen an dieses Hotel beantragt und mit dem Hotelpersonal vereinbart, dass sie die Post für uns in Empfang nehmen und aufbewahren würden. Und tatsächlich, die Briefe waren angekommen! Wir machten die Unterlagen fertig und brachten sie zur Post! Jetzt lag es nicht mehr in unserer Hand, aber wir hatten alles Mögliche getan, um unsere Stimme abgeben zu können! Und wenn wir uns nicht ganz irren, müssten sie laut Sendungsverfolgung sogar rechtzeitig in Deutschland angekommen sein!

Unser Fazit zu Krabi: Krabi-Stadt an sich hat uns nicht gefallen, die Umgebung hat aber einiges zu bieten und auch die Strände sollen sehr schön sein. Dafür hat unsere Zeit aber leider nicht mehr gereicht und auch das Wetter hat nicht ganz mitgespielt. Der Dragon Crest war trotz der Anstrengung der Hammer und wird als erste Dschungelerfahrung ein Highlight unserer Reise bleiben.


Auf Wiedersehen Thailand!

Damit waren unsere sieben Wochen in Thailand vorbei und wir machten uns auf den Weg zum Flughafen von Krabi! Wir hatten eine tolle Zeit in Thailand, haben viel gesehen und langsam eine Routine im Reisen gefunden. Wir haben gemerkt, dass das langsame Reisetempo genau das Richtige für uns ist! Vom Thai-Food hatten wir langsam aber doch genug. Es wird aber wohl nicht unser letztes Mal in Thailand gewesen sein, wir kommen bestimmt wieder! Jetzt waren wir aber bereit für ein neues Land, eine neue Kultur, anderes Essen und neue Erfahrungen! Hallo Kuala Lumpur, hallo Malaysia!


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