Trang

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Nach den entspannten Tagen auf den Inseln im Golf von Thailand waren wir sehr erholt und bereit für ein bisschen mehr Action! Bisher hatte uns der Süden Thailands noch nicht ganz so gepackt wie der Norden, weshalb wir auf der Suche nach einem Örtchen abseits der Touristenpfade waren. Gerade der Süden ist sehr touristisch und die Touristen werden dort unserer Erfahrung nach vor allem als wandelnde Geldbeutel betrachtet. Bei unserer Recherche nach unserem nächsten Ziel, sagte Fabian zu mir: „Lass uns doch nach Trang fahren.“ „Was gibt es dort?“ „Weiß ich nicht genau, soll wenig touristisch sein und das Essen soll gut sein.“

Anreise nach Trang

Also machten wir uns auf den Weg nach Trang. Die Anreise war etwas komplizierter, aber gut organisiert. Mit der Fähre ging es von Koh Phangan nach Surat Thani. Dort wurden wir zu einem Minibus gelotst, als dieser voll war ging die Fahrt los. An einem Busbahnhof in irgendeiner Stadt wurde uns mit Handzeichen erklärt, dass wir hier umsteigen müssen. Unser Minibusfahrer kaufte uns zwei Tickets, deutete auf einen anderen Bus mit den Worten und Zeichen, die wir so deuteten: „This bus to Trang, 10 minutes.“ Ungefähr 20 Minuten später ging es weiter. Gegen Abend kamen wir am Busbahnhof in Trang an, fuhren mit dem öffentlichen Bus in das Stadtzentrum, von wo aus wir nur noch ein paar Minuten zu unserem Hotel gehen mussten. Auf dem Weg bemerkten wir direkt, dass wir auffielen. Uns wurden überraschte Blicke zugeworfen und wir wurden mit ehrlichen Lächeln angestrahlt. Daraus schlossen wir, dass westliche Touristen hier wohl nicht an der Tagesordnung sind, was uns gefiel.

Was machen wir denn nun hier in Trang?

Am Abend saßen wir in unserem Hotelzimmer und überlegten, was wir denn nun in Trang machen sollten. Klar, wir würden die Stadt ein bisschen erkunden, über den Nachtmarkt auf dem Bahnhofsplatz schlendern und ein paar Streetart-Kunstwerke sollte es auch geben. Während wir so darüber nachgrübelten, was wir noch machen könnten, fiel uns ein, dass wir noch einen Kochkurs in Thailand machen wollten. Im Internet fanden wir dann sogar eine Anbieterin eines Kochkurses in Trang. Wir schrieben ihr einfach mal eine Nachricht und fragten, ob sie am Tag darauf Zeit hätte. Und tatsächlich, sie hatte Zeit!

Kochkurs auf dem Land

Am nächsten Morgen wurden wir von Annie, unserer Kochlehrerin, abgeholt. Wir verstanden uns super mit Annie und das Eis war schnell gebrochen. Sie kommt aus Trang, lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einem Haus in der Nähe von Trang und ist mit einem Kanadier verheiratet, der in Bangkok lebt und arbeitet. Hauptberuflich ist sie Bäckerin und hat das Geschäft ihrer Mutter übernommen, die Kochschule ist mehr ein Hobby und wir waren ihre ersten „Schüler“ in diesem Jahr.  

Nach dem sie uns abgeholt hatte, besuchten wir mit ihr den lokalen Markt, um die Zutaten für das Menü zu besorgen, einen leckeren Kaffee zu trinken und ein paar frittierte Bananen zu knabbern! Als die Einkaufsliste abgearbeitet war, fuhren wir raus auf’s Land, denn der Kochkurs fand bei ihr Zuhause in der Outdoor-Küche statt. Das erste Gericht, das wir zubereiteten (und zwar jeder für sich) war Papayasalat (den Salat haben wir auf unserer Reise kennen und lieben gelernt). Dieser wird mit grüner, unreifer Papaya, Tomaten, grünen Bohnen, viel Knoblauch und Chili und Erdnüssen zubereitet und ist überall in Thailand zu finden. Danach kochten wir „Pad Kra Pow“, ein in Thailand sehr beliebtes Gericht. Es besteht aus einer Fleischsorte (wir verwendeten Schweinehackfleisch), viel Knoblauch und Thaibasilikum. Alles wird zusammen angebraten und mit Soja- und Fischsauce abgeschmeckt. Dazu wird Reis und häufig ein Spiegelei serviert. Zuletzt bereiteten wir eine Tom Yum Suppe mit Hähnchen zu, eine saure und scharfe Thai-Suppe, die häufig mit Shrimps oder Hähnchen serviert wird. Nach dem Kochen verspeisten wir unser selbstgekochtes Mahl auf der Terrasse, quatschten mit Annie und genossen den Ausblick auf den Garten.

Da wir uns so gut mit ihr verstanden, verabredeten wir uns für den Abend mit Annie in einer Bar in Trang. Das wurde ein sehr lustiger Abend! Sie erzählte uns ganz viel über Thailand und wie konservativ es auf dem Land teilweise noch zu geht. So war sie in ihrem Heimatdorf Gesprächsthema Nr. 1 als sie ihre Bikinis im Garten auf die Wäscheleine hängte! Mittlerweile haben sich aber alle Dorfbewohner daran gewöhnt, ebenso an die Tatsache, dass sie mit einem Ausländer verheiratet ist. Alles in allem war es ein super schöner Tag und es sind diese Bekanntschaften, die unsere Reise zu etwas ganz Besonderem machen!

Und Trang an sich?

Ja, Trang ist wirklich ein kleines Städtchen und es gibt nicht allzu viel zu sehen. Wir sind also ein bisschen durch die Straßen geschlendert, haben die zwei Streetart-Kunstwerke der Stadt gefunden und uns durch die Leckereien auf dem Nachtmarkt gefuttert. Hier und da gab es ein ganz süßes Café, eine Craft Beer Bar oder ein gemütliches Rooftop-Restaurant.

Damit ging unsere Zeit in Trang zu Ende und wir machten uns mit dem Minivan auf den Weg nach Krabi, unserem letzten Stop in Thailand. Denn von dort hatten wir unseren Weiterflug nach Kuala Lumpur (das Weiterflugticket benötigten wir für die Beantragung des Thailand-Visums).


Unser Fazit zu Trang: Nach den Tagen auf den Inseln, waren wir sehr froh über dieses kleine, thailändische Städtchen in dem wir so ehrlich und herzlich angelächelt und nicht als wandelnde Geldbeutel betrachtet wurden. Viel zu bieten hat Trang nicht, aber für uns wird es dank unserer tollen Bekanntschaft mit Annie etwas Besonderes bleiben!