Chiang Mai – schon wieder?

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Wiedersehen mit Chiang Mai

Da es uns in Chiang Mai gut gefallen hatte, wir noch einige Dinge in Chiang Mai unternehmen wollten und auf dem Rückweg von Chiang Rai zwangsläufig in Chiang Mai umsteigen mussten, entschieden wir uns noch ein paar Nächte in Chiang Mai zu bleiben. Außerdem hatten wir gelesen, dass gegen Ende April/ Anfang Mai so langsam die Regenzeit beginnt und sich die Smog-Situation und damit die Weitsicht deutlich verbessern sollte. Da mittlerweile schon Ende April war, planten wir für unseren ersten vollen Tag in Chiang Mai eine Fahrt auf den Doi Suthep. Dies ist ein Berg am Stadtrand von Chiang Mai, von dem man eine tolle Aussicht auf Chiang Mai und das Umland haben soll. Und wie sollte es anders sein, thront hier natürlich auch ein Tempel.

Ausflug auf den Doi Suthep

Da dies ein beliebtes Touristenziel ist, ist die Anfahrt dorthin mit den bereits erwähnten Sammeltaxis bestens organisiert. In der Stadt sind unterschiedlich farbige Sammeltaxis unterwegs und die Farbe gibt an, in welchen Bereich der Stadt sie fahren. Die Anfahrt zum Doi Suthep ist so gut organisiert, dass es für diese Strecke eine eigene Farbe gibt. Den Preis kann/muss man nicht verhandeln, da ein Festpreis gilt. Wir gingen zum Abfahrtsort vor den Toren zur Altstadt und als das Taxi voll war, ging es auch schon los. Oben angekommen mussten wir nur noch einen kurzen Aufstieg bewältigen und befanden uns dann bereits auf dem Tempelgelände. Besucht man in Thailand einen Tempel ist zu beachten, dass man die Kleiderordnung einhält, das heißt die Schultern und Beine sollten bedeckt sein, und vor dem Betreten des Hauptgebäudes müssen die Schuhe ausgezogen werden.

Es waren viele Besucher in der Tempelanlage unterwegs, aber durch die Größe des Geländes verteilten sich die Massen ganz gut, sodass es ein sehr friedlicher Ort war, der viel Ruhe ausstrahlte. Mit der Aussicht hatten wir aber leider kein Glück, die Luft war immer noch voller Smog und man konnte Chiang Mai und Umgebung nur erahnen. Nichtsdestotrotz verweilten wir noch etwas auf dem Gelände, denn wir hatten gelesen, dass in dem Tempel täglich ein sogenannter „Monk Chat“ stattfinden sollte. Hierbei kann man mit jungen, angehenden Mönchen ins Gespräch kommen und etwas über ihren Alltag erfahren. Die meisten Jungmönche nehmen daran teil, um ihr Englisch zu verbessern. Wir wussten allerdings nicht genau, wo das Ganze stattfinden sollte. Nach etwas Suchen fanden wir schließlich einen Mönch und fragten ihn. Er sagte uns dann, dass sie das in diesem Tempel nicht mehr machen, aber wir könnten in einen Tempel in der Altstadt Chiang Mais gehen, dort würden täglich junge Mönche auf Besucher warten. Den Monk Chat verschoben wir also auf den nächsten Tag und machten uns auf den Rückweg in die Stadt.

Monk Chat

Am nächsten Tag fanden wir tatsächlich in dem besagten Tempel einige junge Mönche, die sich mit Touristen unterhielten, und setzten uns dazu. Wir erfuhren, dass gerade Sommerferien waren und viele der jungen Mönche nicht vor Ort waren. Doch trotz der Sommerferien unterhielten wir uns ca. eine Stunde mit einem 18-jährigen Mönch in Ausbildung und erfuhren, dass er ursprünglich aus Myanmar kommt. Mit 8 Jahren hat er sich bereits entschieden sich einem Tempel anzuschließen und dort zur Schule zu gehen. Da die Schulen in Thailand besser sind lebt er nun seit fünf Jahren in Thailand. Die Schüler sind in einem Internat untergebracht und gehen auf eine Highschool, an der die üblichen Fächer unterrichtet werden, und zusätzlich werden sie in den Lehren des Buddhismus ausgebildet. Ob sie danach Mönche werden möchten, können sie nach der Schulzeit immer noch entscheiden. Sie leben jedoch trotzdem schon nach einigen Regeln, nach denen auch die richtigen Mönche leben. Viele entscheiden sich auch für ein Studium an der Uni.  Grundsätzlich scheint es in Thailand üblich zu sein, dass ein Sohn einer Familie mindestens ein Jahr in einem Tempel verbringt und dort zur Schule geht, ohne die Absicht zu besitzen Mönch zu werden.

Mit dem Nachtzug nach Südthailand

Nach ein paar entspannten Tagen mit viel gutem Essen sollte unsere Zeit im Norden Thailands zu Ende gehen und wir machten uns auf den Weg Richtung Südthailand. Uns wurde in Deutschland immer vorgeschwärmt wie schön das Fahren mit dem Nachtzug in Thailand ist. Deshalb wollten wir unbedingt einmal mit einem Nachtzug fahren und besonders die Strecke von Chiang Mai nach Bangkok ist dafür prädestiniert! Unser eigentliches Ziel war Cha Am, eine kleine Stadt am Meer ca. 200km südlich von Bangkok. Einen Direktzug von Chiang Mai nach Cha Am gab es aber nicht, weswegen wir in Bangkok umsteigen mussten. Die Tickets kauften wir einen Tag vor Abfahrt am Bahnhof. Pünktlich um 18 Uhr ging die Fahrt los. Wir hatten Tickets für zwei obere Betten bekommen. Diese sind zu Beginn der Fahrt hochgeklappt und werden erst nachts heruntergelassen. Zum Abendessen gönnten wir uns zwei Menüs im Boardbistro, diese schmeckten gar nicht mal schlecht und waren preislich sogar in Ordnung. Für ein nächstes Mal würden wir uns aber wahrscheinlich mehr Proviant mitnehmen und uns selbst verpflegen, wie es die Mehrzahl der Einheimischen machte. Gegen 21 Uhr kam der Bettenbeauftragte und richtete jedem Fahrgast das Bett her, inklusive Matratze, Spannbetttuch, Decke und Kopfkissen! Wir waren beeindruckt und richteten uns gemütlich in unseren Kojen ein. Es war wirklich recht bequem und wir hätten sicherlich auch ganz gut geschlafen, hätte nicht der Herr unter mir (Sandra) lautstark geschnarcht (So laut haben wir beide das wirklich noch NIE erlebt!!!)! Tja ändern ließ sich das nicht und so schliefen wir immer mal wieder ein Stündchen, bis wir am Morgen vom Bettenbeauftragten geweckt wurden. Wir waren fast in Bangkok und für ihn war es an der Zeit die Betten wieder abzubauen. Ziemlich müde, aber um eine coole Erfahrung reicher, kamen wir gegen 7 Uhr in Bangkok an. Wir würden jederzeit wieder mit dem Nachtzug fahren.

Dinge die man dabei aber unbedingt beherzigen sollte:

  • wenn möglich Betten unten buchen (sind zwar ein paar Euro teurer, aber das ist es wert), da diese breiter sind, es dunkler ist (das Licht wird während der Fahrt nicht gedimmt) und ganz wichtig, es ist dort um einiges wärmer, da man oben quasi direkt unter der Klimaanlage liegt und diese läuft natürlich auf Hochtouren (die Thais lieben es eiskalt)
  • unbedingt warme Klamotten einpacken
  • Proviant für ein Picknick einpacken
  • Oropax!

In Bangkok überbrückten wir die Wartezeit bis zu unserer Weiterfahrt nach Cha Am um 15 Uhr in einem Lesecafe. Am liebsten hätten wir uns dort auf die Sofas gelümmelt und ein paar Stündchen Schlaf nachgeholt, es gab aber leider Schilder, die dies ausdrücklich untersagten. Die Zeit ging trotzdem irgendwie vorbei und schon saßen wir im Zug nach Cha Am. Dieses Mal 2. Klasse, aber ohne Klimaanlage, dafür mit offenen Fenstern (ähnlich wie auf der Fahrt nach Ayutthaya, nur mit etwas komfortableren Sitzen). Da die Züge in Thailand nicht besonders für ihre Geschwindigkeit bekannt sind, kamen wir abends gegen 20 Uhr ziemlich platt in Cha Am an und checkten nach einem Kilometer Fußmarsch in unser Hostel ein. Und das hatte es wirklich in sich, aber dazu mehr im nächsten Beitrag!


Unser Fazit zu Chiang Mai: Die Stadt hat uns wirklich gut gefallen und wir haben uns dort sehr wohl gefühlt! Es gibt viele unterschiedliche Ecken zu entdecken und die Vielfalt an Essensmöglichkeiten hat uns überzeugt! Besonders am Abend gibt es einige Nachtmärkte, auf denen man sich zwischen Einheimischen die Bäuche vollschlagen kann. Die Altstadt ist für eine thailändische Stadt wahrscheinlich einzigartig und versprüht mit den vielen Tempeln und kleinen Gassen einen besonderen Charme!


Weitere Eindrücke