Chiang Rai

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Die kleine, unaufregende Stadt im Norden

Nach der anstrengenden Fahrt von Pai über Chiang Mai nach Chiang Rai schafften wir es am ersten Abend nur noch etwas zu Essen zu finden und fielen danach erschöpft in unser Bett. Am nächsten Tag machten wir uns am Vormittag auf den Weg in die Stadt. Wir erkundeten bei einem Spaziergang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt. Darunter fiel natürlich der ein oder andere Tempel, aber auch der Uhrturm (auf den man hier ganz stolz zu sein scheint). Die Stadt an sich ist relativ klein und in weiten Teilen nicht wirklich schön anzusehen, aber trotzdem gefiel es uns hier irgendwie ganz gut. Es war relativ ruhig, wir sahen kaum andere Touristen, dafür aber umso mehr Thais, die ihrem alltäglichen Leben nachgingen. Trotz des eher verschlafenen Charms der Stadt entdeckten wir auf unserem Spaziergang ein paar sehr schöne Orte, zu denen wir während unseres Aufenthalts öfter zurückkehrten. Dies hing auch damit zusammen, dass wir uns in unserer Unterkunft nicht wirklich wohl fühlten und deshalb versuchten so wenig Zeit wie möglich dort zu verbringen. So verbrachten wir die meiste Zeit in einem kleinen Café, in dem es sehr leckeren, lokalen Kaffee gab.

Am Abend bewunderten wir das Schauspiel des Uhrturms, der um 20 Uhr mit einer Lichtshow in Szene gesetzt wurde. Im Anschluss schlenderten wir über die Saturday Walking Street, ein riesiger Nachtmarkt mit einer Vielzahl an Ständen an denen (wie immer) aller mögliche Krims Krams verkauft wurde (walking street deshalb, weil dieser Markt für den Verkehr gesperrt ist, ansonsten kann es schon passieren, dass sich der eine oder andere Rollerfahrer durch die Massen drängelt). Zudem gab es haufenweise Streetfood-Stände, an denen wir auch einige Kleinigkeiten probierten! Dieser Teil der Nachtmärkte ist für uns immer deutlich interessanter!

Der Weiße Tempel-DIE Sehenswürdigkeit in Chiang Rai

Aber wieso kommt man überhaupt nach Chiang Rai? Ganz klar, um den Weißen Tempel (offiziell: Wat Rong Khun) zu besichtigen! Da dieser 13km außerhalb liegt, haben wir uns einen Tuktuk-Fahrer organisiert, der uns dorthin fuhr und am Tempel auf uns wartete, da es sonst schwer ist wieder in die Stadt zurück zu kommen. Außerdem vereinbarten wir mit ihm, dass er uns im Anschluss zu einem weiteren bekannten Tempel, dem Blauen Tempel, fahren sollte.

Der Weiße Tempel ist mehr Kunstwerk als Tempel und ist ein Projekt des Künstlers Chalemchai Kositpipat. Dieses ist auch noch lange nicht abgeschlossen und wird laufend erweitert (ein Ende ist wohl gegen 2070 in Sicht!). Der Künstler finanziert den Bau des Tempels komplett selbst, durch eigenes Vermögen und Spenden. Er ist, wie der Name vermuten lässt, komplett weiß und mit wahnsinnig vielen silbernen Details verziert! Wir sind extra so früh wie möglich zum Weißen Tempel gefahren, sodass wir vor den Massen dort waren und die Route durch den Tempel (diese ist vorgegeben) relativ entspannt angehen konnten.

Zuerst geht es über die Brücke der Wiedergeburt, rechts und links strecken sich einem Hände und Köpfe aus der Unterwelt entgegen. Das Überqueren symbolisiert die Abkehr von weltlichen Gelüsten, daher geht es nur in eine Richtung und ein Umkehren auf der Brücke ist „verboten“. Dann durchschreitet man das Himmelstor und gelangt in die Kapelle, das Hauptgebäude des Tempels. Hier sind alle Wände mit bunten Wandmalereien geschmückt! Die Malereien sind jedoch verrückt und in dieser Form sicher in keinem anderen Tempel zu finden. So kann man in den Gemälden unter anderem Michael Jackson, Master Yoda, Hello Kitty, George Bush und viele weitere entdecken. Fotografieren ist im Hauptgebäude leider nicht erlaubt… Hier standen wir ewig und haben immer neue Details entdeckt!

Nach dem Verlassen der Kapelle sind wir gemütlich über das restliche Gelände geschlendert und haben an jeder Ecke etwas Neues entdeckt, weitere kleinere Gebäude, popkulturelle (wie z.B. einen Predator), aber auch religiöse Figuren und man mag es kaum glauben, ein goldenes Toilettenhäuschen, das ebenfalls wie ein Tempel aussieht! Außerdem haben wir gegen eine kleine Spende ein silbernes, blattförmiges Metallteil erworben, auf das man einen Wunsch schreiben kann. Dieses wird nach dem Beschriften zu den anderen zehntausenden Blättern gehängt, die dort bereits angebracht sind. Mal sehen, ob unser Wunsch in Erfüllung geht!

Vor den Toren des Tempels befindet sich eine Galerie, in der weitere Kunstwerke des Künstlers ausgestellt sind. Da diese kostenlos und sehr ruhig war, haben wir sie im Anschluss an den Tempel besichtigt. Einige der darin ausgestellten Kunstwerke haben uns wirklich beeindruckt! Nach ca. 2,5h kehrten wir zu unserem TukTuk-Fahrer zurück, der zum Glück noch an Ort und Stelle wartete. Er hatte sicher nicht damit gerechnet, dass wir so lange brauchen werden!

Der Blaue Tempel

Weiter ging die Fahrt zum Blauen Tempel (offiziell: Wat Rong Suea Ten). Dieser wurde von einem Schüler von Chalemchai Kositpipat entworfen und gewisse Ähnlichkeiten sind erkennbar. Man merkt allerdings, dass es sich hier mehr um einen alltäglichen Tempel handelt, da der Aufbau den anderen buddhistischen Tempeln gleicht, die wir bisher in Thailand besichtigt hatten und viele Thais zum Beten hierher kamen. Der Tempel ist, wie der Name vermuten lässt, komplett in blau gehalten und mit goldenen Details verziert! Auch diese Farbkombination war einzigartig und schön anzusehen! Wir fanden ihn aber lange nicht so beeindruckend wie den Weißen Tempel. Nach einer guten halben Stunde waren wir mit der Besichtigung fertig und kehrten zu unserem Fahrer zurück.

Mittlerweile war es früher Nachmittag und ziemlich heiß. Es wurde Zeit für ein verspätetes Mittagessen und eine Abkühlung in unserem Lieblingscafé! Am Abend schlenderten wir noch über die Sunday Walking Street. Damit endete unsere Zeit in Chiang Rai und wir packten nach der Rückkehr in unser Hotel unsere Rucksäcke. Am nächsten Morgen sollte es mit dem Bus zurück nach Chiang Mai gehen.


Unser Fazit zu Chiang Rai: Chiang Rai hat uns gut gefallen, gerade weil es nicht so überlaufen und irgendwie ganz normal war. Der Weiße Tempel ist der absolute Knaller und hat uns sehr gut gefallen! Wenn man nicht allzu viel Zeit hat, würde auch ein Tagesausflug von Chiang Mai ausreichen, um die Highlights von Chiang Rai zu entdecken.


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