Pai

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762 Kurven nach Pai

Pai ist eine kleine Stadt, die ca. 150km von Chiang Mai entfernt und total beliebt bei Backpackern ist. Die Stadt liegt in einem Tal umgeben von Bergen und bietet landschaftlich einige coole Ecken. Um dorthin zu gelangen muss man die sehr kurvige Strecke durch die Berge überstehen, für schwache Mägen ist das sicher eine Tortur! Viele Touristen fahren mit dem Roller nach Pai, dafür sollte man aber über ordentlich Fahrpraxis verfügen! Da uns diese fehlt, wählten wir den Minivan. Auf der Fahrt entpuppte sich unser Fahrer als Rennfahrer, der die Strecke in und auswendig kannte. So schnitt er lebensmüde die Kurven, überholte an den unmöglichsten Stellen und raste im Slalom an Rollerfahrern vorbei, wenn sie ihm genug Platz ließen. Machten sie nicht rechtzeitig Platz, war ihm fast jedes Mittel recht, um an ihnen vorbei zu kommen. Trotz der waghalsigen Fahrt überstanden wir die drei Stunden im Minivan sehr gut.

Seele baumeln lassen

Pai an sich ist relativ unaufregend, es gibt haufenweise Unterkünfte, Cafés, Restaurants und Bars, ein guter Ort, um die Seele baumeln zu lassen – was wir tagsüber in der Hängematte unserer kleinen Bambushütte mit Blick auf die Berge auch taten! Unsere tolle Unterkunft wurde von einer jungen Familie geführt und umfasste einen saftig-grünen und mit Liebe hergerichteten Garten und sehr gepflegte Bambushütten.

Am Abend schlenderten wir über den Nachtmarkt, der jeden Abend in der Hauptstraße aufgebaut wurde und probierten uns durch die Köstlichkeiten, die dort angeboten wurden! An unserem ersten Abend trafen wir zufällig zwei Mädels, mit denen wir in Ayutthaya schon kurz gequatscht hatten. Wir setzten uns zusammen in eine Bar und tauschten ein paar Reisegeschichten aus. Wir erfuhren, wie sich die beiden in Bangkok eine 10-tägige Rundreise durch Nordthailand aufschwatzen ließen und feststellen mussten, dass sie viel zu viel bezahlt hatten. Dabei liest man überall, dass man Personen, die einen in Bangkok ganz freundlich auf der Straße ansprechen, eher skeptisch gegenüberstehen sollte. (Sie haben es auf ihre Unerfahrenheit geschoben, da sie gerade erst Abi gemacht hatten und so schlimm fanden sie ihre Rundreise auch nicht ;))

Die Umgebung von Pai

Die Umgebung von Pai bietet einige Sehenswürdigkeiten. Diese kann man sehr gut mit dem Roller erkunden, was einen natürlich sehr unabhängig macht. Allerdings sollte man auch dafür über die nötige Fahrpraxis, einen Motorradführerschein und am besten die richtige Version des internationalen Führerscheins verfügen. Der Motorradführerschein ist wichtig, da die Rollerverleihe fast nur Roller ab 100ccm im Angebot haben. Mit dem B-Führerschein darf man jedoch nur Roller bis maximal 50ccm fahren. Im Falle eines Unfalls kann es zu argen Problemen mit den Versicherungen kommen!

Wir entschieden uns an unserem letzten vollen Tag an einer Halbtagestour in die Umgebung von Pai teilzunehmen (Touranbieter gibt es dort wie Sand am Meer). Auf der Tour waren wir zu viert, was die Tour sehr entspannt machte. Glücklicherweise hatte es am Abend vorher ein bisschen geregnet, sodass die Sicht etwas besser war als die Tage zuvor! Aber auch hier bemerkte man die „Burning Season“ und die Trockenzeit – die ganze Umgebung war sehr braun und die Berge waren nur schemenhaft erkennbar. Die beste Reisezeit für Nordthailand ist im November/ Dezember, dann sind die Temperaturen angenehm und alles erstrahlt in einem prächtigen grün (wir haben Bilder gesehen, es könnte wirklich ganz toll aussehen!). Wie das bei solchen Touren häufig ist, waren einige Stopps sehr cool, andere hätte man getrost auslassen können. Wir machten z.B. in einem „chinesische Dorf“ Halt, das im Prinzip eine Nachbildung eines chinesischen Dorfes sein soll und nur für Touristen betrieben wird – das war einfach nur kurios. Man kann sich dort unter anderem Kostüme ausleihen und sich vor einer „Burg“ ablichten lassen. Zudem standen drei Viewpoints auf dem Programm, die eine ganz schöne Aussicht auf die Umgebung boten, einer hätte aber auch gereicht. Dazu kam noch ein ganz netter Landsplit, der von einem klugen Bauern in eine Geschäftsidee umgewandelt wurde. Durch zwei Erdbeben sind auf seinem Grundstück Risse im Boden entstanden, die man besichtigen kann. Für eine kleine Spende kann man im Anschluss vom Bauern hergestellte Produkte probieren – der Roselle-Saft und die Bananenchips waren wirklich lecker! Außerdem sind wir über eine 700m lange Bambusbrücke gegangen, die über Reisfelder führt. Zu der Jahreszeit wird aber kein Reis angebaut, weswegen die Brücke über vertrockneten Boden führte. Es hätte noch einen Wasserfall auf unserem Weg gegeben, diesen ließen wir aber aus, da er kein Wasser führte. Das Highlight und der Abschluss der Tour war der Sonnenuntergang am Pai Canyon! Auf schmalen Wegen (links und rechts der Abgrund) kann man hier etwas umherwandern und ein nettes Plätzchen für den Sonnenuntergang suchen, dafür sollte man aber schwindelfrei sein! Es war zwar recht voll, aber trotzdem super schön! Bilder sagen mehr als 1000 Worte:

Horrorfahrt nach Chiang Mai

Am nächsten Morgen ging es mit dem Minivan zurück nach Chiang Mai. Dieses Mal hatten wir das Glück und landeten in einem Minivan voller Chinesen. Das wäre an sich kein Problem, doch Chinesen scheinen einen recht schwachen Magen zu haben (zumindest hatten wir in einigen Bewertungen zu den Minivan-Anbietern schon so ein paar Geschichten gelesen..). Zu Beginn war die Stimmung noch super, bis es im Bus irgendwann immer stiller wurde und wir nur noch leise Würgegeräusche hörten. Während der Pause, die an einem kleinen Restplätzchen nach der Hälfte der Strecke eingelegt wird, ging es dann richtig rund. Unsere Mitfahrer stürmten aus dem Minivan und kotzten sich auf der Toilette die Seelen aus dem Leib! Dann waren die Mägen wohl so gut wie leer und der Rest der Fahrt ging einigermaßen problemlos zu Ende. Am Busbahnhof in Chiang Mai kauften wir direkt die Bustickets für den nächsten Bus nach Chiang Rai und waren eine halbe Stunde später schon wieder „on the road“! Ziemlich platt kamen wir gegen Abend in unserer Unterkunft in Chiang Rai an.


Unser Fazit zu Pai: Pai ist ein kleines Städtchen, zwar schon sehr touristisch, aber mit Flair. Es gibt einige nette Cafés, Restaurants und tolle Unterkünfte. Für ein paar Tage entspannte Tage ist es genau der richtige Ort. Das Highlight ist die bergige Umgebung! Zur Trockenzeit würden wir aber nicht mehr hinfahren, da alles etwas trostlos wirkt!


Weitere Eindrücke