Ayutthaya

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Zugfahrt nach Ayutthaya

Von Bangkok kommt man mit dem Zug sehr einfach nach Ayutthaya. So fuhren wir am Tag unserer Abreise aus Bangkok am Vormittag zum Bahnhof, um Tickets zu kaufen. Glücklicherweise fuhr ein für uns in Frage kommender Zug eine halbe Stunde nachdem wir am Bahnhof ankamen. Die Dame am Ticketschalter zögerte jedoch ein wenig uns Tickets für diesen Zug zu verkaufen, da dieser nur aus 3. Klassewagons bestand (ohne Klimaanlage, aber mit Ventilatoren und Fenstern, die man komplett öffnen kann). „Okay, nehmen wir trotzdem sind ja nur zwei Stunden Fahrt, das werden wir schon überstehen!“ Als wir dann den Preis hörten, waren wir uns erst nicht sicher, ob wir uns verhört hatten, aber nein, die Fahrt kostete wirklich nur 0,85€, für zwei Personen!! Nachdem wir die Tickets gekauft hatten, setzten wir uns wie die restlichen Reisenden einfach auf den Boden der Bahnhofshalle, da nur wenige Holzbänke aufgestellt waren, die natürlich voll besetzt waren.

Nach einiger Zeit Warten stellten wir fest, dass unser Zug schon die ganze Zeit für uns am Gleis bereitstand – In Thailand fahren nicht so viele Züge gleichzeitig ab. Also begaben wir uns in den Zug und kämpften uns zu zwei freien Plätzen durch. Die meisten Plätze waren natürlich schon besetzt, da die Thais wissen wir der Hase läuft! Kurz nachdem wir uns hingesetzt und unser Gepäck auf der geräumigen Gepäckablage verstaut hatten, fuhr der Zug auch schon los. Während der Fahrt war es heiß und wir haben ganz schön geschwitzt, aber durch die geöffneten Fenster wehte uns immer ein wenig Fahrtwind um die Nase und machte es dadurch erträglicher! Die Fahrt verging glücklicherweise ziemlich schnell und ähnelte einer Verkaufsshow, da allerlei Händler mit Essen und Trinken durch die Abteile zogen und ihre Waren anboten. Insgesamt war es eine witzige Erfahrung und wir sind gut in Ayutthaya angekommen.

Nach der Ankunft checkten wir in unser sehr schönes Guesthouse ein, eine kleine, bunte Oase in dieser sehr heißen Stadt (als wir dort waren, hatte es zwischen 35 und 40°C)! Hier verbrachten wir einen entspannten Nachmittag, machten uns an die Planung unserer weiteren Thailand-Route (das nächste Ziel sollte Chiang Rai im Norden Thailands sein) und buchten die Bustickets für die Fahrt nach Chiang Rai. Das alles anders kommen sollte als geplant, sollten wir noch früh genug erfahren!

Am Abend besuchten wir den Nachtmarkt, in der Hoffnung etwas Leckeres zu Essen zu finden. Die Auswahl entsprach leider nicht unserem Geschmack und unserer bisherigen Erfahrung mit Nachtmärkten in Thailand. Dazu fühlten wir uns auch irgendwie nicht willkommen, was die Auswahl noch einmal erschwerte. Glücklicherweise wurden wir an dem Stand einer älteren Frau doch noch fündig und mussten dank einem leckeren Curry nicht hungrig ins Bett.     

Mit dem Fahrrad durch die Stadt

Aber wieso haben wir überhaupt einen Stop in Ayutthaya gemacht? Die Stadt ist die ehemalige Hauptstadt des siamesischen Königreichs. Heutzutage können dort in der Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört, eine Vielzahl gut und weniger gut erhaltener Tempelruinen dieser Zeit besichtigt werden. Häufig kann man erahnen wie groß und prunkvoll diese Anlagen gewesen sein müssen! Die Strecken zwischen den Anlagen kann man gemütlich mit Fahrrädern überwinden, die dort an jeder Ecke geliehen werden können. Am nächsten Morgen liehen wir in unserem Guesthouse zwei Fahrräder, die ihre besten Tage schon hinter sich hatten, aber noch ganz gut fuhren.

Wir schwangen uns auf die Räder und radelten los. Bei der ersten Anlage fanden wir den Haupteingang nicht (eigentlich hatten wir gelesen, dass man bei den meisten Anlagen Eintritt bezahlen muss), aber ein offenes Tor. Dort waren auch ein paar Fahrräder und Roller abgestellt. Mit einer leisen Vorahnung, dass das nicht der Eingang sein konnte, huschten wir trotzdem durch das Tor. Wir trafen ein paar Arbeiter, die uns etwas komisch beäugten, dachten uns aber nichts dabei und da uns niemand aufhielt, schlenderten wir weiter über die Anlage. Als wir dann über Absperrbänder klettern mussten, kam uns das ganze doch etwas seltsam vor und in dem Moment sahen wir auch den Haupteingang. Ups, wir hatten uns also doch durch einen Hintereingang auf die Anlage geschlichen. So ehrlich wie wir sind, gestanden wir der Dame an der Kasse unser Missgeschick und sie verkaufte uns lachend unsere Tickets. Also auf ein Neues, dieses Mal durch den Haupteingang! Einige Teile der Anlage waren noch ganz gut erhalten und man konnte erahnen, wie groß es einmal gewesen sein musste. Zudem war es hier, abgesehen von den Arbeitern die nach unseren Beobachtungen Gräben für Stromkabel ausgehoben haben, ziemlich ruhig und wir schlenderten gemütlich durch die Ruinen. Aber bereits am Morgen brannte die Sonne erbarmungslos und schattige Plätzchen gab es kaum.

Direkt nebenan liegt eine der bekanntesten Ruinen und dementsprechend voll war es dort. Ein Großteil der Besucher kam hauptsächlich, um ein Bild eines von Wurzeln umschlossenen Buddha-Kopfes zu machen (ein sehr bekanntes Fotomotiv!). Dort war extra ein Wachmann abgestellt, der darauf achtete, dass die Besucher sich innerhalb eines gekennzeichneten Bereichs vor den Buddha-Kopf setzten, da auf Fotos der eigene Kopf nicht über einer Buddha-Statue sein sollte. Aufgrund des großen Andrangs begnügten wir uns mit einem Foto aus etwas Entfernung.

Danach musste erstmal ein Mittagspäuschen her, bevor wir dann erfrischt und ausgeruht weiter durch die Hitze radeln konnten! Etwas außerhalb fanden wir eine weitere große, ganz gut erhaltene Anlage.

Die Stadt an sich hat sonst nicht wirklich viel zu bieten und wirkte ein bisschen wie ein verschlafenes Nest. Nach einigen Tempelanlagen hatten wir dann auch genug gesehen, im Endeffekt sind sie dann doch alle ähnlich und starteten daher entspannt in den neuen Tag. Zudem regnete es an diesem Vormittag, das erste Mal seit wir in Thailand angekommen waren und sorgte für etwas Abkühlung (wir waren zur Trockenzeit hier)! Witzigerweise sahen wir fast mehr (Regen-)schirme wenn die Sonne schien, als wenn es regnete, da die die Thais sich so vor der Sonne schützen. Nach dem Mittagessen (jetzt rückblickend können wir sagen, dass es die beste Suppe war, die wir in Thailand gegessen haben!) machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem Tempel, bei dem eine tolle, liegende Buddha-Statue sein sollte. Die war auch ganz nett, hat uns aber irgendwie nicht vom Hocker gerissen. Sie war etwas heruntergekommen und nicht so beeindruckend wie der liegende Buddha, den wir in Bangkok besichtigt hatten. Auf dem Rückweg entdeckten wir zufällig noch eine Anlage, die uns gut gefallen hat. Hier waren wir fast allein und konnten alles in Ruhe erkunden. 

Weiterreise nach Chiang Rai

Am nächsten Tag sollte es dann mit dem Bus weitergehen (die Tickets hatten wir online bei einer Art Reiseagentur, die mit vielen Busunternehmen in ganz Asien zusammenarbeitet, gekauft). Als wir gerade unsere Sachen zusammenpackten, sagte Fabi plötzlich zu mir: „Wir haben keine Bustickets.“ Verständnislos sah ich ihn an. Er hatte zufälligerweise eine E-Mail von der Reiseagentur im Spamordner entdeckt, mit der Info, dass der Bus leider doch schon ausgebucht war und sie nichts für uns tun können. Aufgrund von Songkran, dem thailändischen Neujahrsfest, stand ein langes Wochenende vor der Tür und so gut wie alle Züge und Busse waren ausgebucht, da die meisten Thais das Fest mit ihren Familien in ihrem Heimatort verbringen. Online konnten wir nichts finden und gingen deshalb in ein Reisebüro vor Ort. Die Dame belächelte uns etwas und telefonierte dann aber doch mit ihren Kollegen. Chiang Rai könne sie uns leider gar nicht anbieten, aber im Bus nach Chiang Mai am nächsten Morgen um 6:40 wäre noch Platz. Das war dann zwar ein normaler Reisebus und kein super komfortabler VIP-Bus (diese haben weniger Sitze, i.d.R. drei Sitze pro Reihe und bieten dadurch deutlich mehr Platz pro Person), was wir eigentlich gebucht hatten, aber für die ca. 9 stündige Fahrt sollte das schon gehen! Da wir nun eine Nacht länger bleiben mussten, mussten wir uns eine neue Unterkunft suchen. Um ein bisschen Geld zu sparen, wählten wir ein kleines Hostel am Rand der Altstadt aus. Da wir dachten, dass es nicht allzu weit entfernt war, entschieden wir uns mit unserem Gepäck dorthin zu laufen, was bei den herrschenden knapp 40°C nicht die beste Idee war. Nachdem wir angekommen waren, ließen wir den Tag erschöpft aber gemütlich ausklingen (das Hostel hatte eine tolle Dachterrasse!).  

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen und mit dem TukTuk zum außerhalb gelegenen “Busbahnhof“ zu fahren. Dieser befand sich auf dem Seitenstreifen der Autobahn und bestand aus einem Häuschen und einer Hand voll Kioske, die um diese Zeit aber noch geschlossen hatten. Die Reise konnte weitergehen, zwar nicht wie geplant nach Chiang Rai, aber nach Chiang Mai! Im Laufe der Reise sollten wir dann noch lernen, dass es grundsätzlich besser ist, vieles spontan zu entscheiden und kurzfristig zu buchen (außer es stehen Feiertage an, diese können für Chaos und komplett ausgebuchte Busse und Züge sorgen!).


Unser Fazit zu Ayutthaya: Das Städtchen ist einen Besuch wert und die Tempelanlagen machen zum Teil ordentlich was her, zwei Tage reichen aber locker, um die Hauptanlagen zu besichtigen. Ansonsten hat die Stadt nicht allzu viel zu bieten und wirkt ziemlich verschlafen.


Weitere Eindrücke