Bangkok – Teil 2

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Mit dem Boot durch Bangkok

Bangkok ist von einer Vielzahl von Kanälen durchzogen, auf denen ebenfalls Wassertaxis unterwegs sind. Da aber scheinbar nicht wirklich Wert auf saubere Kanäle gelegt wird und sie von vielen Booten befahren werden, ist die Luft nicht die beste, vom Wasser ganz zu schweigen. Wir wollten eine Fahrt trotzdem unbedingt ausprobieren. Hierfür stiegen wir an der ersten Haltestelle, die wir finden konnten, ein und hofften auf dem Boot zu sein, das uns in die Nähe des „Golden Mountain“ bringen würde. Dies war trotz mehrmaligem Nachfragen bei verschiedenen Passanten nicht ganz klar (es scheiterte an der Sprachbarriere). Wir hatten aber das Gefühl, dass immerhin die Ticketverkäuferin verstanden hatte, wo wir hinwollten.
Und siehe da, nach einer halben Stunde Fahrt hatten wir die richtige Haltestelle erreicht. Von dort waren es nur wenige Gehminuten bis zu unserem Ziel, einem künstlich aufgeschütteten Berg, auf dem sich der Tempel Wat Saket befindet und von dem man einen super Blick über die Stadt hat. Der Plan war von oben den Sonnenuntergang zu beobachten, daher hatten wir noch ein wenig Zeit und suchten ein nettes Café. Wir hatten Glück und wurden gegenüber dem Eingang zum Golden Mountain fündig. Es war zwar kein richtiges Café, sondern eher ein Bretterverschlag in einer Einfahrt mit ein paar Tischchen und Stühlchen davor, aus dem Eiskaffee und Thai Tee verkauft wurden. Nach den ersten Schlückchen unserer erfrischenden Getränke, kam uns plötzlich ein Gedanke: „Wie ist das hier eigentlich mit den Eiswürfeln, sollte man die nicht eigentlich meiden, ebenso wie Leitungswasser??“ Also schnell mal nach Eiswürfel in Thailand gegoogelt! Laut Google gibt es keine Probleme mit Eiswürfeln, solange sie ein Loch in der Mitte haben (diese sind von großen Getränkeherstellern produziert), bei crushed ice solle man lieber etwas vorsichtiger sein. Generell könne man sich aber danach richten, was die „Locals“ tun. Wir überprüften schnell die Form unserer Eiswürfel – Sie hatten Löcher! Danach traten wir den Aufstieg auf den Golden Mountain an. Die Anlage ist sehr schön gestaltet mit viel Grün, einigen kleinen Wasserfällen und kleinen Figuren, die überall versteckt sind. Ein feiner Sprühregen erzeugt eine mystische Stimmung und eine willkommene Abkühlung! Oben angekommen haben wir den tollen Blick auf Bangkok genossen! Ein Besuch lohnt sich! Mit dem Sonnenuntergang wurde es aber leider nichts, da zu viele Wolken aufgezogen waren!

Die berühmte Khao San Road

Nach dem Besuch des Wat Saket machten wir uns auf den Weg zur Khao San Road (in der Bangkoker Altstadt), der Backpacker-Gegend von Bangkok. Da die beiden Orte nicht weit voneinander entfernt sind und die Bangkoker Altstadt erst in einigen Jahren an das U-Bahnnetz angeschlossen sein wird, gingen wir die Strecke zu Fuß. Wir hatten die Umgebung der Khao San Road bewusst eher gemieden, wollten sie aber trotzdem einmal gesehen haben. Es war dann auch wie wir es erwartet hatten. Die Straße ist voller Bars, Restaurants, Souvenirläden und Massageshops, es sind viele Touristen und schräge Vögel unterwegs und die Bars überbieten sich gegenseitig mit der Lautstärke der Musik. Wir suchten uns eine Bar mit Balkon, von dem wir das Treiben dann gemütlich beobachten konnten und ließen den Abend mit einem ersten Test der in Thailand beliebten Biere ausklingen. Einmal hat uns aber auch gereicht! Als wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel machten, stellten wir fest, dass die öffentlichen Verkehrsmittel um diese Zeit nicht mehr fuhren. So hatten wir die Wahl zwischen Taxi, TukTuk, über eine Stunde Fußmarsch oder Grab. Wir entschieden uns für Grab (das Uber von Asien), super praktisch, da es im Vergleich zu den Taxis günstig ist und man den Preis nicht mit den Fahrern verhandeln muss!

Abseits der Sehenswürdigkeiten

Am vorletzten Tag in Bangkok wollten wir uns dann einfach ein bisschen treiben lassen, etwas anderes sehen und die gewohnten Pfade verlassen. Wir setzten uns in ein Wassertaxi und fuhren auf dem Chaopraya River flussaufwärts bis zur Endhaltestelle (ca. eine Stunde Fahrt). Dort angekommen, stiegen wir aus und liefen ohne Zuhilfenahme von Karten oder GPS einfach los. Im Nachhinein haben wir herausgefunden, dass wir in Nonthaburi gelandet waren, einer Nachbarstadt von Bangkok, die Grenzen verlaufen aber fließend. Es war ein bisschen wie in einer anderen Welt, Touristen haben wir keine gesehen, dafür aber umso mehr Einheimische. Die Schilder der Geschäfte und Straßenstände waren hauptsächlich in Thai und nicht wie in Bangkok üblich zweisprachig. Und plötzlich standen wir in einem großen Markt mit engen Gassen und Ständen, an denen alle möglichen Lebensmittel angeboten wurden. Wir fielen auf und wurden etwas misstrauisch, aber neugierig beäugt. Das Angebot war reichhaltig und reichte von Gewürzen und Chilipasten über Limetten, Chilies, Kräuter und ein wenig Obst und Gemüse hin zu Fleisch und Fisch/Meeresfrüchten. Ebenso vielfältig und angenehm bzw. weniger angenehm waren die Gerüche! Bei den hygienischen Bedienungen habe ich, Sandra, als angehende Lebensmittelwissenschaftlerin zum Teil lieber nicht ganz so genau hingeschaut, aber andere Länder, andere Sitten. Nach einiger Zeit, die wir durch die Straßen Nonthaburis zogen, fanden wir eine U-Bahnstation, von der aus wir wieder in Richtung Innenstadt fahren konnten und haben den Nachmittag in einem schön angelegten Park in Bangkok ausklingen lassen. Hier war es so ruhig, dass wir fast vergessen haben, dass wir in einer Millionenstadt waren. Es war eine spannende Erfahrung und ein toller Tag.

Das Essen in Bangkok

Und das Essen… Hier haben wir uns langsam herangetastet und wurden von Tag zu Tag immer mutiger. Zu Beginn haben wir häufiger in einem Food Court gegessen, da die Gerichte in Englisch angeschrieben, zum Teil auf Bildern dargestellt und wirklich lecker waren. Allgemein finden wir Food Courts super, da man aus vielen verschiedenen Gerichten (und Küchen) auswählen kann und die Preise in der Regel sehr günstig sind (zwischen 1-3€ pro Gericht). Dann haben wir es auch an den Garküchen versucht. Meistens gab es nur einige wenige Gerichte bei einer Garküche und zum Teil war man auch hier mit bebilderten Speisekarten vorbereitet. Mit Englisch kam man häufig nicht wirklich weiter, aber irgendwie klappte es schon! Viel spielte sich auch am Abend auf den Nachtmärkten der Stadt ab. Es war zwar immer noch warm, aber die Sonne brannte nicht mehr! Hier konnte man allen möglichen Krims Krams kaufen und viele unterschiedliche Kleinigkeiten probieren. Wir waren auf dem Ratchada Train Market und dem Asiatique, zwei Nachtmärkten, die doch eher touristisch waren und dementsprechend gesalzene Preise hatten. Besonders auf dem Asiatique staunten wir über die Preise und entschlossen uns, bei einer Art Food Court vor den Toren des Nachtmarktes zu essen. Das war genau die richtige Entscheidung, das Essen war sehr lecker und super günstig!

Damit endete unsere Zeit in Bangkok und wir machten uns auf den Weg in Richtung Nordthailand, mit einem ersten Zwischenstop in Ayutthaya, einer kleinen Stadt ca. 80km nördlich von Bangkok.


Unser Fazit zu Bangkok: Wenn man sich auf die Stadt einlässt, kann man hier eine tolle Zeit verbringen. Es ist zwar etwas chaotisch, aber dadurch, dass wir uns eine Woche Zeit genommen haben, konnten wir alles ganz entspannt angehen. Besonders das Streetfood und die Garküchen, die man an jeder Ecke finden kann, machen die Stadt sehr lebendig. Im Nachhinein würden wir aber keine ganze Woche mehr in nur einem Stadtteil verbringen, sondern die Unterkunft einmal wechseln, um unterschiedlichere Ecken der Stadt kennenlernen zu können. Wir müssen also wiederkommen!


Weitere Eindrücke